Neustadt „Näher dran am Geschehen“

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Was im Büro noch fehlt, ist ein anderer Schreibtisch: Der bisherige vierbeinige Veteran lässt sich nicht in der Höhe verstellen und ist für Peter Weißler einfach zu niedrig. Doch lässt sich das am Anfang durchaus verschmerzen, findet der 53-Jährige. Er ist neuer Leiter der für die Westpfalz zuständigen Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens.

Erst einmal gehe es darum, die Mitarbeiter kennenzulernen, eine Vielzahl von Antrittsbesuchen bei den politisch Verantwortlichen in der Region, wichtigen Arbeitgebern und Verbänden zu absolvieren. „Ich kenne die wesentlichen Akteure zumindest vom Namen her“, sagt Weißler. Kein Wunder. Wenn er zuletzt auch als stellvertretender Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit tätig war, wohnt er doch nicht allzu weit von seiner neuen Wirkungsstätte entfernt: Weißler ist Südpfälzer, stammt aus Maikammer. Und pendelt nun eben mit dem Zug nicht mehr länger nach Frankfurt, sondern nach Kaiserslautern. „Logischerweise“ habe die Nähe zur Heimat eine Rolle dabei gespielt, sich für die Position in der Westpfalz zu bewerben, meint Weißler. Doch was für den Wechsel von der Regionaldirektion, die quasi in der Hierarchie über den Arbeitsagenturen steht, für ihn ausschlaggebend war: wieder vor Ort arbeiten zu können, näher am Arbeitsmarkt-Geschehen dran zu sein, „mehr bewegen zu können für die Arbeitskräfte, Arbeitgeber, in der Vermittlung“. „Ich kenne das Geschäft ja aus Mainz“, sagt Weißler. Dort hat er schon die Arbeitsagentur geführt. Das „Geschäft“ kennt er wohl sowieso aus seiner schon annähernd 40 Jahre währenden Laufbahn bei der Bundesagentur für Arbeit. Mit der Ausbildung als Verwaltungsangestellter hat er dort angefangen und danach „fast alle Funktionen und Ebenen durchlaufen“, wie er meint. In der Westpfalz fühlt Weißler sich gut aufgenommen, ist sich sicher, mit den „engagierten Mitarbeitern“ etwas bewegen zu können. Ein Patentrezept gebe es dabei nicht, vielmehr müsse danach gefragt werden, nach was der Arbeitsmarkt einer Region genau verlange. Welche Knackpunkte sieht er also hier? „Die Arbeitslosigkeit ist eine Herausforderung“, meint Weißler im Wissen darum, dass es in Hessen Gebiete gibt, die eine Arbeitslosenquote von um die drei Prozent haben. In der Westpfalz lag sie dagegen zuletzt bei sieben Prozent, in Kaiserslautern bei 10,2 Prozent und in Pirmasens sogar bei 13,2 Prozent. Zweite Herausforderung: die Langzeitarbeitslosigkeit. Rund ein Drittel aller Arbeitslosen ist länger als ein Jahr ohne Job, 85 Prozent der Langzeitarbeitslosen werden in der Grundsicherung betreut. Es gebe eine strukturelle Arbeitslosigkeit, die verfestigt sei, stellt der Leiter der Arbeitsagentur fest. Auch die Integration von Flüchtlingen sei eine Herausforderung. So gibt es aktuell 1051 mehr ausländische Arbeitslose als noch vor einem Jahr. Die Qualifizierung stellt für Weißler ein Thema dar: Viele Arbeitslose verfügten über keine abgeschlossene Berufsausbildung, in einer Arbeitswelt, die mehr und mehr qualifizierte Kräfte benötige. Gleichzeitig hebt der neue Agenturchef auch die Chancen der Westpfalz hervor, die er beileibe nicht als Sorgenkind empfindet. So habe es in den vergangenen Jahren einen Beschäftigungszuwachs gegeben. 160.372 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gab es zum Stichtag 30. Juni 2016 in der Westpfalz. Potenziale seien also vorhanden, betont Weißler. Zudem bedeuteten die technisch orientierte Fachhochschule und die Universität in einer digitalisierten Welt Chancen für die Region. Optimistisch blickt der Agenturleiter auf den Arbeitsmarkt 2017: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit prognostiziere eine stabile Beschäftigungslage und einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

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