Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Migrationsbeirat: So bremst Corona die Arbeit

Joannis Chorosis vom Ludwigshafener Migrationsbeirat bei Filmaufnahmen. Er hat ein Video produziert, mit dem in 20 Sprachen auf
Joannis Chorosis vom Ludwigshafener Migrationsbeirat bei Filmaufnahmen. Er hat ein Video produziert, mit dem in 20 Sprachen auf die Corona-Impfung hingewiesen wird. Das Video ist auch auf der Homepage des Neustadter Beirats abrufbar.

Corona hat den Migrationsbeirat ziemlich ausgebremst. Das sagt Michael Landgraf, der stellvertretende Vorsitzende. Ende 2019 war das Gremium neu gewählt worden und kommt wegen der Pandemie nicht so richtig in die Gänge. Und trotzdem: So ganz untätig ist der Beirat trotz aller Schwierigkeiten nicht.

Öffentlich präsent sein, um bekannter zu werden, Kontakte knüpfen und sich zu vernetzen – das nennt Landgraf als wichtige Punkte aus der Liste an Aktivitäten, die man vor einem Jahr geplant hatte. Da die Pandemie aber persönliche Kontakte und Präsenz bei Veranstaltungen weitgehend unmöglich macht, konnten die Mitglieder des Beirats für Migration und Integration diesen Teil ihrer Pläne bisher nicht umsetzen. „In vielen Kulturen ist der persönliche Kontakt aber sehr wichtig“, weiß Landgraf um diese Hürde. Hinzu kommen, dass gerade Menschen, die die deutsche Sprache nicht so gut beherrschten, oft Scheu vor digitalen Kontakten hätten.

Vier Veranstaltungen sollen fest im Programm des Beirats stehen, kündigt Landgraf an. So soll es künftig am Tag gegen Rassismus (21. März) eine Aktion geben. Zudem möchte der Beirat kurz vor den großen Ferien ein Sommerfest ausrichten. Mit dabei sein will man beim künftig auch beim Multi-Kulti-Fest am letzten Sonntag im September. Außerdem will sich der Beirat an der traditionellen Weihnachtsfeier des AK (Arbeitskreis) Asyl beteiligen. Zudem möchten Mitglieder des Beirats Kurse an der Volkshochschule anbieten, sagt Landgraf.

Flyer ist fertig

Für diese Veranstaltungen, aber auch für andere Aktivitäten sei in den vergangenen Monaten ein Flyer erstellt worden, berichtet Landgraf. „In diesem stellen wir den Beirat für Migration und Integration vor, seine Aufgaben und seine Aktivitäten“, erklärt Landgraf. Der Flyer sei druckfertig, soll aber erst gedruckt werden, wenn es möglich ist, ihn gleich zu verteilen, denn so seien bei Bedarf noch Änderungen möglich.

Dies betrifft etwa die Mitglieder des Beirats für Migration und Integration. Denn hier gebe es ein Problem, das die Beiräte auch in den vergangenen Wahlperioden hatten. Fünf der 14 Mitglieder des Beirats sind Vertreter der politischen Gruppierungen des Stadtrats, von den gewählten neun Mitgliedern des Beirats seien drei noch nie bei Sitzungen gewesen und hätten sich auch nicht gemeldet, sagt Landgraf. Man versuche, mit diesen Kontakt aufzunehmen. Wenn sie kein Interesse hätten, könnten sie zurücktreten und andere nachrücken. Um seine Pläne umzusetzen, brauche der Beirat aktive Mitglieder, so Landgraf.

Video in 20 Sprachen

Zu den aktuellen Plänen gehört ferner die Überarbeitung des schon etwas älteren Wegweisers für Flüchtlinge. Außerdem möchte man die Räume des Beirats in der Talstraße renovieren, so dass dort zukünftig Sitzungen und Treffen möglich sind.

Trotz aller Einschränkungen habe der Beirat zumindest einiges getan. So wurde auf die Seite des Beirats auf der Homepage der Stadt ein Video gestellt, auf dem in 20 Sprachen auf die Corona-Impfung hingewiesen wird. Erstellt hat dieses Video der Ludwigshafener Beirat für Migration und Integration. Außerdem beschäftige man sich mit der Situation von Asylbewerbern in Neustadt, halte Kontakt mit der Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, die mit einem Teil ihrer Arbeitszeit für den Beirat zuständig ist und Landgraf nimmt an den Sitzungen des Landesverbands der kommunalen Beiräte für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz teil. Geplant sei zudem eine engere Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen in Neustadt, wie etwa dem AK Asyl.

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