Neustadt Landau: Vibrationen zeichnen Bild vom Untergrund

Die BASF-Tochter Wintershall startet eine Informationskampagne in Landau und Umgebung. Anlass ist, dass das seit 60 Jahren in der Region tätige Unternehmen seine Erdölförderung von derzeit 20.000 Tonnen pro Jahr ausbauen will. Um die Lagerstätte Landau genauer zu erkunden, sind Vibrationsmessungen nötig. Das Unternehmen will zehn weitere Bohrungen „abteufen“ und bis 2020 50 Millionen Euro in den Standort Landau investieren. Damit dabei kein Geld versenkt wird, will Wintershall sich ein dreidimensionales Bild vom Untergrund machen, und das geht mittels Rütteltechnik. Schwere Lastwagen senden Vibrationen in den Untergrund. Ähnlich wie beim Echolot werden diese von unterschiedlichen Gesteinsschichten sowie von Brüchen im Untergrund unterschiedlich reflektiert. Diese Reflexionen werden wiederum von in den Boden gesteckten Mikrofonen aufgezeichnet, sodass Experten ein sehr genaues, dreidimensionales Bild des Untergrunds gewinnen können. Das Messgebiet erstreckt sich über die Stadt Landau, Böchingen, Flemlingen, Hainfeld, Edesheim, Roschbach, Essingen, Walsheim, Knöringen, Bornheim und Offenbach. Die Rüttelmessungen sollen im Januar 2017 erfolgen. Dafür werden „Vibro-Trucks“ eingesetzt, Lastwagen, die eine hydraulisch betriebene Rüttelplatte auf den Boden absenken. Im bebauten Gebiet werden leichtere Fahrzeuge eingesetzt als im unbebauten, und nach Unternehmensangaben werden bei den künstlich erzeugten Schwingungen Grenzwerte für denkmalgeschützte Bausubstanz eingehalten. Die Auswertung wird etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. |boe