Neustadt Kosten sparen bei Gemeindewald

Der Gründung eines Forstzweckverbands Mittelhaardt stimmten die Mitglieder des Stadtrats Deidesheim und des Ortsgemeinderats Forst in ihren Sitzungen in dieser Woche einhellig zu.
Der Forstzweckverband soll ein Zusammenschluss aller Orte der Verbandsgemeinden Deidesheim und Wachenheim sein, die Wald besitzen. Ziel des Forstzweckverbands sei es, gemeinsam den Wald effizienter und so kostensparender zu bewirtschaften, um das Defizit in den Forsthaushalten der Gemeinden zu verringern, erläuterte der Deidesheimer Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU). Er betonte, dass sich durch den Forstzweckverband nichts an den Besitzverhältnissen ändern wird. Der Deidesheimer Stadtwald werde weiter der Stadt gehören. Auch werde der Stadtrat weiter das Forsteinrichtungswerk, das unter anderem die Art und die Ziele der Waldbewirtschaftung beinhaltet, beschließen. Der Forstzweckverband soll für eine Fläche von rund 2390 Hektar Wald zuständig sein. Deidesheim wird mit rund 849 Hektar der größte Waldbesitzer in dem Verband sein. Dementsprechend wird die Stadt auch den höchsten Anteil an den Einnahmen, nämlich 35,2 Prozent, bekommen. Bei der Festlegung des Schlüssels für die Verteilung der Einnahmen seien nicht nur die Waldfläche, sondern auch weitere Faktoren, wie die Qualität des Waldes und der Arbeitsaufwand zur Bewirtschaftung, berücksichtigt worden, beantworteten Revierförster Robert Kirchner und Hartmuth Hager, Leiter des Forstamts Bad Dürkheim, eine Frage von Franz-Josef Ratter (Grüne). Die Verwaltung des Forstzweckverbands wird die Verbandsgemeinde Deidesheim übernehmen. Dafür sind jährliche Kosten von 5000 Euro vorgesehen, die die Mitglieder des Zweckverbands übernehmen müssen. Nach Angaben von Dörr muss die Stadt Deidesheim pro Jahr rund 1775 Euro zahlen. Die Gemeinde Forst mit ihrem kleinen Gemeindewald hat anteilige Kosten von 108 Euro zu zahlen. Der Gemeinderat Forst hat ebenfalls einstimmig den Beitritt zum „Forstzweckverband Mittelhaardt“ zum Jahresbeginn 2015 beschlossen. Sitz werde die Verbandsgemeindeverwaltung Deidesheim sein. Kirchner verspricht sich mehr Zeit für die Dinge draußen bei weniger Verwaltungsaufwand. „Unser Wald wird dadurch nicht besser und ertragreicher“, meinte Ortsbürgermeister Bernhard Klein, „doch vielleicht wird unser Defizit geringer.“ Das Forster Waldgebiet ist mit 52 Hektar Holzbodenfläche das kleinste im künftigen Verband mit einer Gesamtgröße von 2390 Hektar und macht lediglich zwei Prozent aus. Der Forster Wald ist mit seiner Hanglage schwierig zu bewirtschaften. Einen befürchteten Personalabbau werde es nicht geben, versicherte der Beigeordnete der Stadt Deidesheim, Peter Lubenau. Ein Mitarbeiter aus Forst, der in Wald und Feld beschäftigt ist, werde bleiben. Keine Bedenken hatten die Deidesheimer Ratsmitglieder gegen den Regionalplan Rhein-Neckar zu Windkraftanlagen. Laut dem Plan können in der gesamten Gemarkung der Stadt keine Windräder gebaut werden. Vor einiger Zeit hatte es im Stadtrat Überlegungen gegeben, im Stadtwald in Richtung Lambrecht solche Anlagen zu errichten. Diese Überlegungen sind nun passé. Wie gestern berichtet, hat auch der Ortsgemeinderat Forst keine Bedenken gegen den Regionalplan angemeldet. (ann/piw)