Neustadt Konzert: Gypsy Swing trifft Klezmer

Neustadt. Ein spannendes musikalisches Experiment steht am kommenden Samstag bei einem vom Kleinkunstverein „Reblaus“ organisierten Open-Air-Konzert im Innenhof des Neustadter Rathauses auf dem Programm: die Verbindung von Gypsy Swing und Klezmer, dem von Django Reinhardt begründeten europäischen Swing-Jazz der 1930er Jahre und der traditionellen Musik des ostjüdischen Kulturkreises.
Für diese beiden musikalischen Pole stehen der Gitarrist Joscho Stephan und der Klarinettist Helmut Eisel, die sich 2009 zusammen getan haben und zusammen mit dem Geiger Sebastian Reimann, Joschos Vater Günter Stephan an der Rhythmusgitarre und Volker Kamp am Kontrabass die Basis für spannungsgeladene Reibungen bieten. Da mündet dann schon einmal ein Django-Reinhardt-Thema in ein rasantes Klarinetten-Gitarren-Duett oder entwickelt sich aus einer traurigen Ballade eine scharfe Swing-Nummer, die Raum lässt für pulsierende Improvisationen. Joscho Stephan, geboren 1979 in Mönchengladbach, entstammt selbst keiner Sinti-Musiker-Familie, sondern entdeckte den Gypsy Jazz erst als Jugendlicher eher zufällig. Seinen Durchbruch erlebte er 1999 mit dem Debütalbum „Swinging Strings“. Helmut Eisel, geboren 1955 in Saarbrücken und von Haus aus Mathematiker und Software-Entwickler, lernte das Klarinettenspiel von seinem Großvater und kam durch die Begegnung mit Giora Feidman 1989 zum Klezmer.