Neustadt
Kolpingskapelle Hambach: Jubiläumskonzert im Saalbau
Grammatikalisch richtig ist eigentlich Kolpingkapelle. Doch die Hambacher legen großen Wert auf das s zwischen Kolping und Kapelle, und im Lauf der Zeit haben sich alle daran gewöhnt. Wie es bei einem Jubiläum üblich ist, gehörten zu den Gästen ein paar besondere Gratulanten, etwa der Neustadter Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG). Der hatte, wie es sich gehört, einen Scheck mitgebracht und erinnerte daran, dass die Kolpingskapelle Hambach mit ihrer Musikschule Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben hat, ein Instrument zu lernen, nachdem die Stadt die kommunale Musikschule geschlossen hat. Die Kolpingskapelle Hambach sei „nicht so katholisch, wie die Gründer sich das vielleicht erhofft hatten, sondern modern, fetzig und sehr gut“, sagte Weigel.
Dass der Oberbürgermeister in diesem Punkt recht hat, das stellten gut zweieinhalb Stunden lang erst das Jugendorchester und dann das sinfonische Blasorchester unter Beweis. Auch die Miniband mit den kleinsten Nachwuchsmusikern beteiligte sich mit einem kurzen Auftritt im Foyer an dem Jubiläumskonzert.
Getragene Melodien
Robert Köhler und Max Stutz, die Dirigenten des Jugendorchesters, hatten für das Jubiläumskonzert nur ein Stück ausgewählt, das etwas „fetziger“ war. Ansonsten spielten die jungen Musiker eher getragene Melodien. Etwa die sehr melodische Filmmusik der Science-Fiction-Serie „Transformers“, die das Orchester mit viel Ausdruck spielte. Im gleichen Stil ging es mit „Waiting on a miracle“, einem Song aus dem Animationsfilm „Encanto“, und einem Medley von Melodien aus dem amerikanischen Spielfilm „La la Land“ weiter. Mit Musik aus dem Abenteuerfilm „How to train your dragon“ stand weitere Filmmusik auf dem Programm.
Gut gespielt wurden auch die Interpretationen der Popsongs „You’ll be in my heart“ und „Don’t stop me now“. Den Beifall hatten sich die jungen Musiker ebenso verdient wie die Moderatoren aus den Reihen des Jugendorchesters. Die mit Applaus geforderte Zugabe gab es allerdings nicht, denn das sinfonische Blasorchester war an der Reihe. In dem spielen ziemlich viele junge Musiker mit. Zum Jubiläumskonzert hatte man einige Gastmusiker eingeladen, so dass ein ausgesprochen großes Orchester auf der Bühne war. Groß, teils geradezu bombastisch und voller Dynamik waren auch die Stücke, die das sinfonische Blasorchester, dirigiert von Markus Metz, spielte.
Schön, schräg, schaurig
So erinnerte „Firework“, eine Auftragskomposition für Blasorchester, durchaus an ein Feuerwerk, vor allem aufgrund der treibenden Saxophone und dem Einsatz von Percussions. Generell hatten die Percussion-Spieler bei den meisten Stücken eine wichtige Rolle. So auch bei „In 80 Tagen um die Welt“, einer Komposition für Blasorchester zu dem gleichnamigen Roman von Jules Verne. Mit diesem Stück lud die Kolpingskapelle Hambach zu einer musikalischen Reise um die Welt mit Melodien aus mehreren Ländern und Kontinenten ein, die gelungen zu einer musikalischen Einheit verbunden wurden. Sehr gut waren die Wechsel zwischen Melodien, zwischen Rhythmen und zwischen Instrumentengruppen.
Ganz ruhig, zart und melodisch erklang dagegen das Stück „Afterlife“ mit einem schön gespielten Solo der Klarinetten. Für eine Tuba recht ungewöhnliche, aber sehr beeindruckende Töne waren in der an fantastische Welten erinnernden Komposition „Imagasy“ zu hören. Bei dem Titel „The Ghost Ship“ wurden digital erzeugte Töne mit live gespielter Musik zu teils recht schrägen und schaurig wirkenden Klangbildern verbunden. Weitaus heiterer und leichter klang eine Komposition für Blasorchester mit Melodien aus dem Film „Mary Poppins“.
Das Publikum war von dem Jubiläumskonzert restlos begeistert. Das sinfonische Blasorchester spielte Zugaben. Nicht fehlen durfte dabei der Marsch „Albula“, die Hymne der Kolpingskapelle Hambach.