Haßloch RHEINPFALZ Plus Artikel „Kleine Freunde“: Schnelle Lösung gefragt

Von einem Wasserschaden betroffen: die Kita „Kleine Freunde“.
Von einem Wasserschaden betroffen: die Kita »Kleine Freunde«.

Mindestens 36 Wochen würde es dauern, bis ein Container-Ersatzbau für die vom Wasserschaden betroffene Kita „Kleine Freunde“ bezogen werden könnte. Vorher müsste aber entschieden werden: mieten oder kaufen?

Bei der Gemeinderatssitzung legte die Verwaltung einen Sachstandsbericht zu den Folgen des Anfang Mai festgestellten Wasserschadens fest, den eine Kaltwasserzuleitung eines Waschbeckens ausgelöst hatte. Laut Verwaltung übernimmt die Versicherung 70 Prozent der Schadensaufwendungen. Die Mitte Juni beauftragte Firma Polygon werde den Estrich und die Wandverkleidungen bis zu einer Höhe von einem Meter ausbauen. Erst danach könne festgestellt werden, inwieweit das Wasser Schäden an der Holztragkonstruktion angerichtet hat. Nach dieser Begutachtung sollen die konkreten Sanierungsmaßnahmen festgelegt werden.

Da schnelles Handeln vor der Ratssitzung am Mittwoch erforderlich war, hatten Bürgermeister Tobias Meyer und die Beigeordneten am 15. Juni eine Eilentscheidung getroffen, um außerplanmäßige Mittel von 200.000 Euro für die Beauftragung der Firma und weitere Kosten bereitzustellen.

Jahresmiete würde 550.000 Euro kosten

Ein Containerersatzbau für vier Gruppen muss laut Verwaltung mindestens 800 Quadratmeter groß sein. Für die Bauzeit allein wird mit 16 Wochen kalkuliert. Aber da eine Bau- und Betriebsgenehmigung mit einem entsprechenden Zeitaufwand erforderlich sei, werde mit mindestens 36 Wochen gerechnet, bis die Kinder einziehen könnten. Die Gesamtkosten für ein Jahr beziffert die Verwaltung im Falle einer Miete des Containers auf 550.000 Euro, bei einem Kauf auf 2,94 Millionen Euro. Als Standort könne die Freifläche neben der Kita „Haselmäuse“ am Pfalzplatz genutzt werden.

Weil die Errichtung dieser Kita erhebliche Personalstunden erfordere, werden sich nach Einschätzung der Verwaltung andere Hochbauprojekte verzögern. Bauamtsleiter Wolfgang Jünger geht davon aus, dass die Kita wird saniert werden können. Er hoffe, dass in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschusses am Mittwoch, 5. Juli, Kosten einer Sanierung genannt werden können. Für eine schnelle Entscheidung über Miete oder Kauf eines Ersatzbaus sprachen sich mehrere Redner aus. Marc Scherer (FWG) fragte, warum man sich nicht gleich dafür entscheiden wolle, einen Container zu mieten, um Zeit zu sparen. Thomas Liese-Sauer (SPD) fehlte der Wille, die Vorlaufzeit zu verkürzen bei einem Projekt, das mit absoluter Priorität zu sehen sei. Seine Kritik, man könne die Hälfte der zeit sparen, wenn man nur wolle, wies der Bürgermeister zurück: Viele Entscheidungen würden in diesem Fall nicht in Haßloch, sondern an anderen Stellen getroffen.

Ausweichquartiere haben auch Nachteile

Die Kita-Kinder sind auf drei Ausweichquartiere aufgeteilt worden: Kopfbau der Feuerwehr, Gemeindezentrum Wehlache und Kinderhort. Aus Sicht der Verwaltung sind die Ersatzräume zwar grundsätzlich für ein dauerhaftes pädagogisches Angebot geeignet. Aber es gebe auch problematische Aspekte wie die geringe Größe in der Feuerwehr, das sehr kleine Außengelände bei den Standorten Wehlache und Feuerwehr sowie Lärm-, Hitze- und Brandschutz, der nur teilweise oder mit hohem Aufwand zu gewährleisten sei. Deshalb sei es aus pädagogischer, personeller und organisatorischer Sicht erstrebenswert, einen zentralen Standort für vier Gruppen zu schaffen, bis die Kita „Kleine Freunde“ saniert ist.

Die Betreuungszeiten hätten entsprechend verändert werden müssen: So beginne die Betreuung eine halbe Stunde später und sei für 70 Kinder von zehn auf 7,5 Stunden reduziert worden. Mit dieser „unpopulären Regelung“ sei es gelungen, eine durchgängige Betreuung für alle Kinder zu gewährleisten. Aber nun müssten die Zeiten schnellstmöglich wieder verlängert werden, weil die Betroffenen Familie und Beruf dauerhaft nicht vereinbaren könnten. Dafür sei es notwendig, den erhöhten Personalbedarf zu decken. Beim Kreisjugendamt habe die Verwaltung einen Antrag auf Genehmigung des Mehrpersonals (1,0 bis 1,5 Stellen) gestellt, über den noch nicht entschieden worden sei. Es bleibe abzuwarten, ob wegen des Fachkräftemangels im Falle der Genehmigung zusätzliches Personal befristet gefunden werden könne. Die Verwaltung bemühe sich parallel, zumindest einen Teil der fehlenden Stunden mit nichtpädagogischem Personal zu besetzen.

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