Neustadt Klare Worte in der Pause

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Hochdorf (erab). „Erste Halbzeit pfui, zweite Halbzeit hui.“ Treffender hätte Haßlochs Trainer Admir Kalabic am Freitag den Auftritt seiner Mannschaft beim 25:25 im Handball-Pfalzderby im Hochdorfer Sportzentrum nicht formulieren können (wir berichteten). Denn während der TV Hochdorf vor über 1000 Zuschauern in dem mit Spannung erwarteten Drittliga-Duell schnell in die Partie fand, mussten die zahlreichen Haßlocher Anhänger lange warten, bis ihr Team zu überzeugen wusste.

Dementsprechend fiel auch die Nachbetrachtung von Haßlochs sportlichem Leiter Thomas Müller aus: „Die erste Hälfte war einfach nur schwach. Wir fanden überhaupt keine Einstellung zum Gegner und ließen jegliche Aggressivität in Abwehr und Angriff vermissen. Hochdorfs Abwehr um Bühler und Job setzte zu Beginn das eine oder andere Zeichen, indem sie härter zupackte, und wir waren zunächst nicht bereit, diesen Kampf anzunehmen. In der Tat kam die TSG Haßloch mit den Gegebenheiten nicht zurecht und enttäuschte vor der Halbzeit in Sachen Kampf und Spielwitz. In der Abwehr wurde Keeper Daniel Schlingmann von seinen Vorderleuten gänzlich im Stich gelassen und hatte nur selten die Möglichkeit, sich auszuzeichnen. So geschehen beim Tor zum 8:2 durch Hochdorfs Halbrechten Daniel Lanninger, der aus acht Metern ohne Körperkontakt abschließen und sich hierbei die Ecke aussuchen konnte. Auch Tim Beutler, der überragende Mann auf Hochdorfer Seite, durfte nach Belieben schalten und walten. Unter anderem war er mit seinen gefährlichen Hüftwürfen erfolgreich. Auf diese Art gelangen ihm bis zur siebten Minute bereits drei Treffer, nicht zuletzt, weil Haßlochs Verteidi- gung viel zu passiv agierte. Zu diesem Zeitpunkt musste man aus Sicht der Gäste befürchten, dass sich ein Debakel anbahnte, denn auch im Angriff lief es nicht besser. Während der ersten 15 Minuten gelang den Gästen gegen den überzeugenden Hochdorfer Keeper Sandro Sitter lediglich ein mageres Feldtor zum 4:2 durch Marco Widmann. „Wir waren anfangs einfach viel zu nervös und haben uns nichts zugetraut“, sah Kai Zimmermann die Ursachen für das enttäuschende Auftreten seines Teams in der ersten Hälfte. Der Gastgeber nahm dies dankend an und bestrafte die zahlreichen individuellen Fehler der TSG durch erfolgreich abgeschlossene Tempogegenstöße durch Job und Beutler. Dass die Haßlocher nur mit einem Rückstand von vier Toren in die Halbzeit gingen, lag unter anderem daran, dass man es nach dem Zwischenstand von 12:6 (23.) auf Hochdorfer Seite versäumte, nachzulegen. So blieb es dem kurz zuvor einge wechselten Peter Masica mit zwei Treffern in Folge zum 12:8 vorbehalten, seine Farben wieder etwas heranzuführen. Apropos Masica: Mit der Einwechslung des mit Rückenproblemen kämpfenden Rückraumasses fingen sich die Haßlocher zumindest ein wenig. Nach der Pause, in der laut Thomas Müller einige klare Worte fielen, wirkte Haßloch dann stabiler und nahm den Kampf an, ohne zunächst den Abstand entscheidend verringern zu können. Auffällig war allerdings, dass die Hochdorfer Defensive nicht mehr so solide in der Abwehr agierte, woraus sich Lücken am Kreis auftaten, die der sich steigernde Sebastian Bösing zunehmend nutzte. Da nun die taktischen Umstellungen von Admir Kalabic griffen, die Fehlerquote bei Hochdorf zunahm und sich Daniel Schlingmann im Haßlocher Tor steigerte, entwickelte sich nach dem Treffer von Steffen Dietz zum 21:19 (48.) ein Spiel, das nichts für schwache Nerven war. Bei angezeigtem Zeitspiel in Unterzahl sorgte schließlich Peter Masica unter stehenden Ovationen der Fans mit einem fulminanten Wurf aus zwölf Metern für den Endstand (58.), ehe Schlingmann seinen Auftritt vier Sekunden vor Schluss hatte und den von Bühler geworfenen Siebenmeter hielt. (erab)

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