Neustadt Kinder singen für Kinder

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„Stern, über Bethlem, zeig’ uns den Weg“, sangen am vergangenen Wochenende wieder unzählig viele Male rund 80 Sternsinger in 16 Gruppen, als sie an Haßlocher Haustüren klingelten und mit Kreide Segenssprüche erneuerten. 18.900 Euro kamen dabei für die Kinder der Schwester Hugoline auf der indonesischen Insel Java zusammen.

„Das Anbringen von Segenssprüchen im neuen Jahr ist eine Aktion der katholischen Kirche in Verbindung mit dem Dreikönigsfest am 6. Januar“, sagte Organisatorin Heike Reindel. Auf Wunsch werden aber auch nicht-katholische Bürger besucht. „Der Segensspruch C+M+B ist einer der ältesten Segenssprüche, die es im Christentum gibt“, erklärte Reindel weiter. Er sei in erster Linie eine Abkürzung für den lateinischen Satz „Christus Mansionem Benedikat“ (Christus segnet dieses Haus). Er stehe aber auch für die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar aus den damals bekannten Welten Europa, Asien und Afrika, die dem Jesuskind in der Krippe Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten. „Hallo Sternsinger“, rufen die Kinder, die mit riesigen Heftklammern befestigte Kronen aus Goldpapier und Umhänge tragen, unermüdlich fröhlich, wenn sie die Straßen entlangmarschieren. Gerne unterstützen Bürger wie Willi Hoffmann aus dem Burgweg die Aktion mit einem Geldbetrag nebst Schokolade. Damit der Segen problemlos an der Tür angebracht werden kann, hält die Ehefrau sogar ein Schemelchen bereit. Manche wollen nur den Segen erneuert haben. Andere holen Angehörige dazu und wollen das Lied und die Friedenssprüche über Teilen und Brüderlichkeit zwei- oder dreimal hören. „Einfach goldig“, findet Familie Renelier in der Ohliggasse 100 das Nesthäkchen der Aktion, als es mit kindlicher Stimme verkündet: „Wir ziehen nun weiter mit unserem Stern, doch bitten wir euch im Namen des Herrn: Schenkt eine Gabe für Kinder in Not, dann haben auch sie das tägliche Brot.“ Langjähriger Spender ist auch die evangelische Familie Armbrust. „Das habt ihr ganz toll gemacht“, lobt eine junge Mutter mit Baby auf dem Arm in der Waldstraße. „Seit 1997 wird mit den gesammelten Geldern Schwester Hugoline auf der indonesischen Insel Java unterstützt“, sagte Katrin Hirschmann aus dem sechsköpfigen Team um Heike Reindel. Die Schwester betreue dort ein Waisenhaus und Kinder in einem Krankenhaus und einem Lepradorf.

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