Neustadt Kalabic muss Abwehr stabilisieren
Hassloch. Wiedergutmachung ist bei der TSG Haßloch angesagt: Nach der heftigen 24:38-Abreibung bei der HSG Konstanz am vergangenen Wochenende will der Handball-Drittligist heute (19.30 Uhr, TSG-Sportzentrum) gegen den SV Salamander Kornwestheim den zweiten Heimsieg schaffen.
„Mit einem Sieg hätten wir 4:4 Punkte. Das wäre ein Erfolg, denn das hätte uns niemand zugetraut“, sagt TSG-Trainer Trainer Admir Kalabic. Natürlich ist das noch ein Wunsch, ein Satz im Konjunktiv. Aber knüpft seine Mannschaft an die starke Leistung des ersten Heimspiels an, als der TV Hochdorf im Pfalz-Derby mit 34:24 besiegt wurde, könnte aus dem Wunsch Realität werden. Verliert Haßloch, derzeit Tabellen-13, jedoch, droht ein Abrutschen, schlimmstenfalls bis ans Tabellenende. Diese beiden Blicke in die Zukunft zeigen, wie eng, wie ausgeglichen es in dieser Liga zugeht. In einer Liga, in der man nur mit einer 100-prozentigen Einstellung punkten kann. Zumindest als TSG Haßloch, als Aufsteiger. „80 oder 90 Prozent reichen nicht“, sagt Kalabic. Das habe man auch vergangenen Samstag in Konstanz gesehen, als seine Mannschaft die erste Hälfte „noch im Bus verbracht habe“. Zu verbessern gibt es gegenüber der deutlichen Niederlage einiges: Torwartleistung, Abwehrleistung, Angriffsleistung. „Ich weiß, dass die Mannschaft Charakter hat, so etwas nicht auf sich sitzen lassen will“, sagt Kalabic: „Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass in der Dritten Liga andere Verhältnisse herrschen als in der Oberliga.“ Der TSG Haßloch fehlen gegen Kornwestheim weiterhin die beiden Langzeitverletzten Michal Kurka (gebrochene Hand) und Elvijs Borodovskis, den eine Schambeinentzündung plagt. Der SV Salamander Kornwestheim ist vor allem in der Leichtathletik ein Begriff. Der ehemalige deutsche Sprinter Tobias Unger (Olympia-Siebter über 200 Meter 2008) etwa startete für den Verein, der 2006 durch die Verschmelzung des 1. FV Salamander Kornwestheim, des TV Kornwestheim und der ESG Kornwestheim entstand. Der TV Kornwestheim spielte von 1999 an in der Zweiten Handball-Bundesliga Süd, in der Saison 2006/07 in einer Kooperation mit der TSG Oßweil als SG HBR Ludwigsburg. In der Folgesaison mussten die Kornwestheimer Insolvenz anmelden und stiegen ab. 2013 schaffte Kornwestheim, das für seine gute Jugendarbeit bekannt ist, dann den Aufstieg in die Dritte Liga, belegte in der vergangenen Saison den sechsten Platz in der Süd-Staffel. In der Hinrunde agierte das Team von Trainer Hans Christensen wie ein Abstiegskandidat, dümpelte in der unteren Tabellenhälfte herum. In der Rückrunde aber sammelte Kornwestheim die meisten Punkte aller Teams in der Staffel, kletterte bis auf den sechsten Tabellenrang. Vermutlich wird eine ähnlich gute Platzierung für die Schwaben in dieser Spielzeit nur schwer zu realisieren sein. Auch wenn die verletzungsgebeutelten Kornwestheimer mit zwei Siegen aus drei Spielen in die Saison gestartet sind und derzeit wieder auf Platz sechs stehen: „Ich hoffe, dass wir uns in der Mitte der Tabelle einstufen können“, sagt SVK-Trainer Christensen. „Es muss allen klar sein, dass wir vermutlich nicht noch einmal so erfolgreich sein werden wie in der Rückrunde der Vorsaison.“ Der Däne hält die TSG Haßloch übrigens für eine gute Mannschaft mit einer starken Abwehr. Dass sie abwehrstark ist, muss die Kalabic-Sieben nach der Gegentorflut von Konstanz nun allerdings beweisen … (tnf)