Neustadt „Jemanden annehmen, wie er ist“

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Komplett ausgebucht war der Validationsworkshop mit Naomi Feil im Kulturviereck. Dazu eingeladen hatte das Autorisierte Zentrum für Validation in Wachenheim. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter Schirmherrschaft von Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld von der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz Haßloch. Dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde, die Nachfrage noch weit größer war als die Anzahl der Plätze, dürfte auch daran gelegen haben, dass mit Naomi Feil die Begründerin der Validation den Workshop leitete. Die zierliche 83-Jährige strahlt Ruhe und Autorität aus. Dass sie bei den überwiegend weiblichen Teilnehmern gut ankommt, zeigt sich auch in den Pause. Die Gerontologin ist dicht umlagert. Viele möchten ein Buch signieren lassen, andere ein Erinnerungsfoto. Naomi Feil bleibt gelassen, posiert geduldig, lächelt. Immer noch steckt sie voller Energie. Erklärt anhand von eigens davon aufgenommenen Filmszenen, wie die Validation, die Wertschätzung alter Menschen, zum Tragen kommen kann und welche positive Auswirkungen sie hat. Wichtig ist es, das macht sie immer wieder deutlich, die Menschen so anzunehmen, wie sie sind, sie zu schätzen, ohne deren Handeln zu beurteilen, um so deren Würde zu wahren. Und auf sie einzugehen. Eine Möglichkeit ist das vorsichtige Nachfragen nach Sachverhalten, die alte Menschen mit Demenz oft in den Raum stellen. Oft sind es Dinge, die sie in der Vergangenheit nicht bewältigt haben. Dazu können Schuldgefühle ebenso wie sexuelle Emotionen gehören. Gegenstände, die immer wieder genannt werden, und Verhaltensweise, die immer wieder auftauchen, haben häufig Symbolcharakter. Ruft ein alter Mensch nach seiner Mutter, sucht er Geborgenheit und Nähe und das Gefühl, nicht allein zu bleiben. Hilfreich könne es dann sein, erläutert die Referentin, den alten Menschen so zu berühren, wie es die Mama seinerzeit getan haben könnte. Selbst Körperteile können zu Symbolen, die weiche Hand zum Beispiel zum Säugling werden. Eine wichtige Rolle spielt auch die nonverbale Validation, wenn die alten Menschen ihre Gedanken nicht mehr in Worte fassen können. Auch da gilt es vorsichtig nachzuhaken, Fragen so zu stellen, dass sie der alte Mensch noch beantworten kann. Oft helfen auch hier Berührungen oder Musik. Naomi Feil hat den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Workshops haben viel über die Grundlagen und das Funktionieren der Validation gelehrt. Sie haben theoretisch gelernt und an Rollenspielen teilgenommen. Für viele, so Hedwig Neu, die Leiterin des Autorisierten Zentrums für Validation, ist ein solcher Workshop der Einstieg zu weiteren Ausbildungsschritten Das Fundament ist gelegt, nun gilt es, darauf aufzubauen. „Die Validierenden“, sagt Naomi Feil, „müssen weiter an sich arbeiten. Man muss üben, denn das lernt man nicht an einem Tag.“ Man entwickle sich dabei vor allem auch selbst als Person weiter. Wie lange jemand benötigt, um Validation erfolgreich anwenden zu können, hängt von den Einzelnen ab und ist daher ganz unterschiedlich. Von einem Tag auf den anderen hat auch Naomi Feil die Validation nicht entwickelt. Beinahe 20 Jahre habe sie dazu gebraucht, sagt sie im Gespräch. „Ich habe viel probiert, bis ich auf diese Methode kam. Ich habe viel mit alten Menschen gearbeitet, habe ihnen und auch ihren Angehörigen zugehört. Und ich habe mich in sie eingefühlt.“ Eben das ist das Herz der Validation: Jemanden anzunehmen, wie er ist. Und das wiederum ist gerade bei alten Menschen mit Demenz so wichtig, „denn alte Menschen können wir nicht mehr ändern.“ Noch Fragen? Wer sich für Validation interessiert, kann sich an das Autorisierte Zentrum für Validation nach Naomi Feil in Wachenheim wenden: 06322/9423-730. Träger ist der Landesverein für Innere Mission in der Pfalz (LVIM). Seine Schulungen und Seminare richten sich Fachleute ebenso wie an Angehörige der alten Menschen. Weitere Informationen: validation@lvim-pfalz.de.

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