Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Frauen der TSG Haßloch starten in Oberliga-Saison

Kniebeugen im Schlingentrainer: Lisa Motz, Nathalie Jakob, Marlena Schilling und Lydia Bachtler (von links).
Kniebeugen im Schlingentrainer: Lisa Motz, Nathalie Jakob, Marlena Schilling und Lydia Bachtler (von links).

Die Frauenmannschaft der TSG Haßloch, Aufsteiger in die Oberliga, startet in die neue Runde. Die Spielerinnen absolvieren nicht nur Handballtraining. In Heimspielen kooperieren sie mit dem Haßlocher Drittliga-Team der Männer.

„Die Vorbereitung lief nicht schlecht“, sagt Peter Motz, Trainer der Oberliga-Handballerinnen der TSG Haßloch. Am Samstag, 18 Uhr, startet der Aufsteiger mit einem Spiel bei der FSG Ketsch/Friesenheim II im TSG-Sportzentrum in Ludwigshafen-Friesenheim in die neue Runde. Zum Athletiktraining im Fitnessstudio in Haßloch kommen diesmal jedoch nur vier Spielerinnen. „Wir haben zweimal Handballtraining in der Woche, einmal Athletiktraining plus ein Spiel“, sagt Motz. „Mehr ist nicht möglich – man muss auch das ganze Programm der Mädels sehen.“ Einige absolvierten Athletik- und Lauftraining in Kandel, ersparten sich den Weg nach Haßloch. Schummeln ist bei Peter Motz nicht möglich: „Ich sehe ganz genau, wer Lauftraining gemacht hat und wer nicht.“

Obwohl nur zu viert, schonen sich Lisa Motz, Nathalie Jakob, Marlena Schilling und Lydia Bachtler nicht im Krafttraining mit dem sogenannten Schlingentrainer, auch als TRX bekannt. Zunächst haben alle hinter dem Körper einen Fuß in einer von einer Stange herabhängenden Schlinge und absolvieren Kniebeugen auf dem Standbein. Schierle fordert sie, zählt von eins bis zehn hoch. Schluss ist dann noch nicht: „Zehn, neun, acht ...“ Lydia Bachtler stellt fest: „Das ist anstrengend.“ Seit Mitte Juni sei sie zurück in Haßloch, erzählt sie, die am Kreis und auf den Außenpositionen spielt. Zuvor sei sie in Amerika gewesen. Sie habe aber immer „was gemacht“, habe sich bewegt. Während der Kniebeugen aber fragt sie schelmisch: „Können wir nicht was Einfacheres machen?“

Anstrengenderes Training

Zumindest lässt Schierle sie nun eine andere Übungen absolvieren: Mit den Händen halten die Handballerinnen sich nun im Schlingentrainer. Nur ihre Fersen haben Bodenkontakt. Beine, Becken, Rücken sind angespannt. Die Handballerinnen ziehen sich mit den Armen hoch. Bachtlers Fazit: „Das ist auch anstrengend.“ Linksaußen Nathalie Jakob bestätigt, dass das Training für die Oberliga anstrengender sei als zuvor in der Pfalzliga: „Mehr Belastung.“ Das merke man langsam an den Muskeln. Sie spricht damit Muskelkater an. Den habe sie im Prinzip immer nach dem Athletiktraining, gesteht Lisa Motz. Das Handballtraining sei ebenfalls härter geworden. „Auch dort hatte ich anfangs Muskelkater. Aber jetzt geht’s mittlerweile.“ Dienstags leitet nicht ihr Vater das Handballtraining. „Dann kommt Marc-Robin Eisel“, erzählt der Coach vom Engagement des Zweitligaspielers der Eulen Ludwigshafen. „Er macht viele individuelle Sachen im Training.“

Inzwischen liegen die TSG-Sportlerinnen rücklings auf dem Boden, haben aber ihre Füße in den Schlingen. „Becken hoch und halten“, ordnet Fitnesstrainer Gerd Schierle Kräftigung für den Rumpf an. „Ein bisschen weiter hoch. Halten. Jetzt hoch und runter.“ Gerd Schierle hat kein Erbarmen. Auch nicht, als Peter Motz anmerkt: „Du darfst sie mir nicht kaputt machen. Sie müssen am Sonntag wieder spielen.“ Schierle kontert: „Sonntag? Sonntag ist alles wieder gut.“ So müssen die Sportlerinnen weiterhin das Becken hochhalten, dabei aber nun mehrfach die Beine grätschen. „An die Spannung denken“, muntert Schierle sie auf. Die Spannung ist ihnen in den Gesichtern anzusehen.

Kurze Vorbereitungszeit

Apropos Anspannung: Nervös sei sie nicht vor dem Oberligastart, sagt Marlena Schilling. „Eine Grundnervosität sollte aber immer da sein“, betont sie, die schon in der Oberliga gespielt hat. Der Druck werde nun anders definiert. „Vergangene Saison haben wir nur auf Sieg gespielt. Jetzt sind wir nur der Aufsteiger.“

Insgesamt nur acht Wochen lang haben sich die TSG-Frauen auf die neue Saison vorbereitet. „Das ist echt kurz“, gibt Peter Motz zu. „Und manche waren davon noch drei Wochen im Urlaub.“ Doch habe seine Mannschaft nach der letzten Pfalzligapartie in der vergangenen Runde noch sieben Wochen länger trainieren müssen wegen der Aufstiegsspiele zur Oberliga. Im Prinzip seien diese sieben Wochen schon die erste Saisonvorbereitung gewesen.

Nur zwei Neue

Es gibt im TSG-Team nur zwei Neuzugänge: Die 20-jährige Linkshänderin Emily Hagedorn, einst Jugendnationalspielerin, habe eine dreijährige Verletzungspause hinter sich, erzählt Peter Motz. „Wir werden sie behutsam aufbauen“, sagt er und spricht ihre Sprunggelenksverletzung an. Eventuell zur Rückrunde sei sie fit. Neu ist auch die 26-jährige Kreisläuferin Laura Kayser, die in Heidelberg studiert und laut Motz schon länger damit geliebäugelt hat, wieder einzusteigen. Marlena Schilling habe mit ihr in Allensbach zusammen in der Oberliga gespielt, berichtet der TSG-Trainer. Der Rest der Mannschaft, die in der Runde 2021/2022 ohne Niederlage Pfalzliga-Meister geworden ist, ist in Haßloch geblieben. Insgesamt gehören 18 Spielerinnen, darunter drei Torfrauen, dem Kader an. „Wir haben keine A-Jugend, wir haben keine Zweite Mannschaft“, sorgt sich Motz wegen möglicher Personalengpässe. „Ein Spiel wird erst abgesetzt, wenn sechs Spielerinnen einen positiven PCR-Test haben“, sagt er zur noch immer bestehenden Corona-Problematik.

Im Einsatz sind die Handballerinnen übrigens auch bei Partien der TSG-Männer in der Dritten Liga. Beide Teams kooperieren bei Heimspielen. „Dann werden drei, vier Männer eingeteilt, um bei uns als Ordner zu helfen“, berichtet Motz. „Und drei, vier Mädels helfen bei den Heimspielen der Männer.“

Harz im Training

Peter Motz ist dem Zweiten und Dritten TSG-Männerteam dankbar. Die haben nämlich mit den Handballerinnen ihre Hallenzeiten getauscht, so dass die Frauen nun nur noch im TSG-Sportzentrum trainieren. Mit Harz an den Händen, was in einer Schulturnhalle nicht möglich wäre. Dort hatten sie bislang montags Training. Das Nutzen von Harz ist in der Pfalzliga nicht erlaubt. In der Oberliga ist es gang und gäbe. Motz sieht sein Team gut gerüstet für die Oberliga. In Testspielen haben die TSG-Frauen Oftersheim-Schwetzingen, das Team will laut Motz in die Oberliga, mit einem Tor Vorsprung besiegt, haben den Oberliga-Kontrahenten HF Köllertal in einem Turnier in Fraulautern mit 27:13 in 40 Minuten bezwungen. Im Test gegen Budenheim haben die Haßlocherinnen mit vier Treffern Rückstand den Kürzeren gezogen, „aber da waren wir schwach besetzt“, betont Peter Motz. Er setzt weiterhin auf Tempospiel. „Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, nennt er das TSG-Ziel. „Wenn man vergleicht, wie die Mädels hier angefangen haben – da merkt man jetzt die Entwicklung“, sagt er mit Blick auf die durchtrainierten Spielerinnen, die noch immer im Schlingentrainer schwitzen.

Termine

Heimspiele der Handballerinnen: TSG Haßloch - HSV Sobernheim (17. September, 16.30 Uhr)

TSG Haßloch - SF Budenheim (1. Oktober, 16.30 Uhr)

TSG Haßloch - HSG Marpingen-Alsweiler (8. Oktober, 17.30 Uhr)

TSG Haßloch - HC Koblenz (22. Oktober, 16.30 Uhr)

TSG Haßloch - SV Zweibrücken (5. November, 16.30 Uhr)

TSG Haßloch - TV Bodenheim (19. November, 18 Uhr)

TSG Haßloch - HSG Hunsrück (10. Dezember, 16.30 Uhr)

Marlena Schilling trainiert Arm- und Schultermuskulatur.
Marlena Schilling trainiert Arm- und Schultermuskulatur.
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