Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Erstes Heimspiel für Frauen-Oberligist TSG Haßloch

Laura Kayser im Labor: Seit Oktober arbeitet sie in Heidelberg am Krebsforschungszentrum.
Laura Kayser im Labor: Seit Oktober arbeitet sie in Heidelberg am Krebsforschungszentrum.

Frauen-Oberligisten TSG Haßloch hat am Samstag sein erstes Heimspiel. Für Neuzugang Laura Kayser ist es die Rückkehr in ihren Lieblingssport, auf den sie drei Jahre verzichtet hat. Alleine schafft sie es nicht ins Training nach Haßloch.

Laura Kayser, Neuzugang der Oberliga-Handballerinnen der TSG Haßloch, hat einen anspruchsvollen Beruf und ein zeitaufwendiges Hobby. Am Samstag, 16.30 Uhr, empfangen die Haßlocher Handballerinnen, Aufsteiger in die Oberliga, den HSV Sobernheim im TSG-Sportzentrum. Ob sie dabei auf dem Feld eingesetzt oder von der Tribüne aus zuschauen werde, sagt die neue Kreisläuferin, das wisse sie noch gar nicht. Die 26-Jährige hat Life Science, „eine Mischung aus Bio und Chemie“, mit der Spezialisierung Molekularbiologie studiert und arbeitet seit Oktober 2021 in Heidelberg am Deutschen Krebsforschungszentrum in einer Arbeitsgruppe „Viren gegen Krebs“.

„Das Studium war anspruchsvoll“, gesteht Kayser. „Handball war immer mein Ausgleich.“ Sie schwimme zwar auch, jogge, fahre Rad und spiele Tennis, „aber Handball war immer mein Lieblingssport“. 2019 jedoch hat sie ihren Lieblingssport aufgegeben, ging für ein Auslandssemester nach Prag, absolvierte ein Praktikum in Frankfurt. „Meine Masterarbeit hat viel Zeit gekostet“, sagt sie zu ihrem anschließenden Aufenthalt in Konstanz. Nachdem sie jetzt in Heidelberg angekommen sei, habe sie sich überlegt, sich wieder einen Handballverein zu suchen. Dass dies nun kein Team im Badischen, sondern die TSG Haßloch geworden ist, liegt an einer ihrer besten Freundinnen, verrät Kayser.

Über die Freundin zur TSG

Sie meint damit Marlena Schilling, Rückraumspielerin der TSG Haßloch. Als diese ebenfalls in Konstanz gelebt habe, hätten sie beide gemeinsam in Allensbach unter anderem in der Oberliga gespielt. Der Kontakt zu Marlena Schilling sei nie abgebrochen. Über ihre Freundin habe sie „ein paar Mädels aus der TSG-Mannschaft kennengelernt“. Kayser: „Die sind alle sehr nett.“ So nahm sie Schillings Angebot an, „komm doch mal vorbei“.

Mit „mal eben so vorbeikommen“ ist es allerdings nicht getan. Laura Kayser hat kein Auto, „und ich fahre auch sehr ungern Auto“. Sie kommt mit dem Zug zum Training. Wenn der Zug denn fährt. „Ich brauche 50 Minuten von Heidelberg nach Haßloch“, berichtet sie. „Dort werde ich dann abgeholt.“ Oder sie fahre nur bis Ludwigshafen und werde von dort von ihrer Teamkollegin Lucie Krein im Auto mit nach Haßloch genommen. „Das ist schon Teamwork, bis ich in Haßloch ankomme“, sagt Laura Kayser und lacht. Es sei aber schon zweimal vorgekommen, dass sie unterwegs habe umdrehen und ohne Training zurück nach Heidelberg fahren müssen. Kayser: „Zwischen Heidelberg und Mannheim gab es Gleisarbeiten.“

Nicht immer im Spiel

„Ich versuche, so oft wie möglich ins Training zu kommen“, sagt sie. Und meint damit nicht nur die Bahnfahrten als mögliches Hindernis. Denn auch ihr Beruf lässt es nicht immer zu, dass sie zum Handball nach Haßloch fahren kann. „Ich spiele erst mal nicht immer, spiele nur, wenn jemand fehlt.“ Sie müsse schauen, wie sie alles zeitlich hinbekomme. „Mir ist wichtig, dass ich die Mannschaft unterstütze. Ich würde auch zum Spiel kommen, wenn alle anderen fit sind und ich auf der Tribüne sitze und zuschaue.“

Im allerersten Saisonspiel der TSG bei der FSG Ketsch/Friesenheim II – die TSG unterlag mit 19:24 – spielte Kayser 30 Minuten, warf ein Tor. „Wir haben gut gespielt, konnten gut mithalten“, sagt sie zum Saisonauftakt des Aufsteigers. „Wir haben zur Pause geführt, haben danach mit zwei, drei Toren vorne gelegen – das Endergebnis spiegelt nicht den Spielverlauf wider“, sagt Kayser. „Wir haben sehr viel in der Partie gelernt, wir sind mit einem positiven Gefühl aus dem Spiel rausgegangen.“ Zumal von dem Gegner, ergänzt sie, wohl viel erwartet werde.

Zeitnot vor dem ersten Einsatz

Dass Laura Kayser gegen die FSG gespielt hat, hat sich äußerst kurzfristig ergeben. „Ich war vier Tage wandern und war vielleicht eine Viertelstunde aus dem Urlaub zurück“, als sie schon wieder die Tasche packen musste. „Am Samstagmorgen haben wir meinen Spielerpass fertig gemacht.“ Am Tag nach dem Spiel habe sie ihre müden Beine gespürt. „Handball ist intensiv, man kriegt viel ab – wenn man das drei Jahre nicht gehabt hat, muss man sich erst wieder daran gewöhnen.“

Laura Kayser hat den ersten Oberliga-Einsatz für die TSG Haßloch schon hinter sich.
Laura Kayser hat den ersten Oberliga-Einsatz für die TSG Haßloch schon hinter sich.
x