Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Haßlocher Oberliga-Frauen gegen Köllertal: schnell gegen langsam

Katharina Scheid dreht vor allem in der zweiten Hälfte auf. Insgesamt trifft sie fünfmal für die TSG.
Katharina Scheid dreht vor allem in der zweiten Hälfte auf. Insgesamt trifft sie fünfmal für die TSG.

Schnell gegen langsam. So lässt sich die Partie der Frauen-Handball-Oberliga zwischen Gastgeber TSG Haßloch und den HF Köllertal zusammenfassen. Nach dem Schlusspfiff gibt es in der TSG-Kabine eine lange Besprechung.

Nach dem Schlusspfiff brauchen die Haßlocherinnen lange: Trotz eines klaren Erfolgs dauert die Besprechung in der Kabine eine Weile.„Da war ein dickes Lob dabei“, erzählt Linksaußen Imke Paul später strahlend. Und fügt lächelnd hinzu: „Das haben wir mal gebraucht.“ Damit meinte sie nicht das Lob, sondern die TSG-Leistung beim 38:20 (19:9)-Sieg gegen die Saarländerinnen. „Man hat gemerkt, dass wir in den vergangenen Wochen das Tempo im Training noch mal angezogen haben“, fügt ein zufriedener TSG-Coach Benedikt Hettich hinzu.

Zwar hat die TSG vor Weihnachten „noch drei Spiele, davon sind zwei echte Brocken“. Doch dieses Tempospiel zahlt sich schon gegen einen schwachen Gast im TSG-Sportzentrum aus, auch wenn die HF zu Beginn immer fleißig ein Tor vorlegt, mit 1:0, 2:1, 3:2 führt. Doch jedes Mal dauert es nur wenige Sekunden, ehe die TSG ausgleicht: Mona Illy bedient Lucie Krein, 1:1. Mit einem verdeckten Wurf trifft Illy zum 2:2. Ein Kontertor von Cornelia Langenberg zum 4:3 folgt auf einen Fehlpass von Chantal Söther.

Henrich pariert Strafwurf

Ab dann liegt nur noch ein Team in Führung: die TSG Haßloch. Torfrau Selina Henrich hat großen Anteil daran. Sie hält einen Siebenmeter von Hanna Spallek (4.) mit der rechten Hand, pariert Würfe von Rückraumspielerin Nathalie Wagner (8.), von Rechtsaußen Anna Bossmann (8.), von Linksaußen Söther (9.). Und leitet bei Ballgewinn sofort den nächsten Angriff ein: Sie passt auf die davon geeilte Mona Illy, die zum 9:4 kontert (13.). „Wir wollen eine Entwicklung sehen“, betont Marc-Robin Eisel, mit Hettich zusammen Trainer in Haßloch. Zwei Gegenstoßtore seien von der Torhüterin gespielt worden. Eisel erzählt, dass es in der TSG-Mannschaft nach dem Spiel in Budenheim Anfang November Gespräche gegeben habe. Haßloch hatte mit 22:39 verloren. Eisel: „Wir hatten 23 freie Bälle verworfen.“ Davor war die TSG im Heimspiel den Südpfalztigerinnen unterlegen, hatte zudem jeglichen Kampfgeist vermissen lassen. Die Spielerinnen hätten die Verbesserungsvorschläge angenommen, stellt Eisel nun zufrieden fest.

Schnell und schön gespielt

Gegen Köllertal habe die TSG ihre Angriffe schnell zu Ende gespielt, obwohl der Gast in der Abwehr sehr robust agiert habe, so Eisel. Schnell und schön gespielt: Katharina Scheid spielt von halbrechts weiter zur halblinken Position – Lucie Krein läuft in den Pass und in die Lücke in der HF-Abwehr: 27:12 (42.).

Vor allem Rechts- und Linksaußen profitieren vom schnellen Kurzpassspiel der TSG: Imke Paul erhöht links auf 13:6 (17.), rechts Langenberg auf 25:11 (40.). Beide erzielen jeweils vier Treffer. „Würfe von außen haben wir in den vergangenen Wochen viel trainiert“, erzählt Imke Paul und lacht. Sie, aber auch ihre Linksaußen-Kollegin Katharina Schmitt spielen ebenfalls auf der rechten Seite. „Conny (Anm. d. Red: Cornelia Langenberg) ist ein bisschen krank“, begründet Eisel dies. „Die können das“, weiß er von seinen Linksaußen, dass sie auch rechts einzusetzen sind.

Ballgewinne in der Abwehr

Vor allem aber glänzen die Gastgeberinnen mit Ballgewinnen in der Abwehr und zahlreichen Kontertoren. Mal sorgt Julia Spieß vor der Abwehr für Unruhe im HF-Angriff, mal ist es Mona Illy. Die Folge: viele Köllertaler Fehlpässe. Lucie Krein erobert nach einem Gästefehlwurf den Ball, kontert zum 12:6 (16.). Ina Bühl holt sich den Ball, kontert zum 26:11 (41.). Beste TSG-Torschützinnen sind Illy (7), Krein (6), Schmitt und Scheid (je 5).

Aber noch einmal zurück zur lange dauernden Besprechung nach dem Spiel in der TSG-Kabine. „Wir sagen immer erst was Negatives“, verrät Marc-Robin Eisel. „Aber so viel Negatives gab es diesmal nicht, nur die Uncleverness.“ Doch er zeigt Verständnis für so manchen Fehlpass vor allem Mitte der zweiten Hälfte: „Bei einem hohen Ergebnis gibt es immer mal einen dummen Fehler.“ Gegen Köllertal „hatten wir viele, die gut gespielt haben“. Benedikt Hettich sieht, dass das Tempospiel „viel besser wird“. Ihm sind die Überzieher von Jessica Glaser gut in Erinnerung: „Die setzt sie eigentlich nie ein. Und heute viermal.“

Der Jubelsong

Dann verrät Imke Paul warum nun die Besprechung nach der Partie eine lange war: Grund sei der Jubelsong. Den Titel kennt sie nicht, nur, dass es „ein italienischer Song ist“. Und den singen die Spielerinnen vom Anfang bis zum Ende laut mit.

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