Neustadt Gundermann mit Schokolade überzogen

Mit dem Binden eines „Würzwischs“, eines Kräuterstraußes, startete die Kräuterpädagogin Christel Franz in ihrem Refugium auf dem Schafhof in Elmstein die Seminarreihe „Fit und schlank mit Wildkräutern“. Die Anregung, aus heimischen, wild wachsenden Kräutern rund um Elmstein einen typischen „Würzwisch“ zu binden, der am „Tag Mariä Himmelfahrt“ gesegnet wird, hatte Pfarrer Gerhard Burgard.
Das Seminar gehört zum Jubiläumsprogramm „250 Jahre katholischen Gotteshauses in Elmstein“ (wir berichteten mehrfach). Ein kleiner Kreis von interessierten Teilnehmern war zum Seminar gekommen. Mit ihnen ging Christel Franz intensiv und individuell auf die Wirkung von Heil- und Küchenkräutern ein. Sie erklärte dabei, welche Pflanzen vor der Haustür wachsen und woran man sie erkennt. Beispielweise gehören nach altem Brauch in einen Würzwisch mindestens drei Kräuter wie Wilde Möhre (Urform der Karotte), Rainfarn (getrocknet schützt er gegen Motten), Beifuß (gehört in den Gänsebraten). Klar: Das wussten die Frauen schon. Auch Pfefferminze ist bekannt, besonders in Asien und Afrika als Tee und in England als Mintsauce zu grünen Erbsen oder auch zu Lammfleisch. Bei der „Gundermann-Pflanze“ allerdings, die ähnlich wie Efeu wächst, über den Boden kriecht und an Zäunen rankt, schüttelten die Teilnehmerinnen den Kopf, horchten aber auf, als Franz verriet, dass die Blätter mit flüssiger Schokolade übergossen, „wie After Eight“, die Minzschokolade, schmecken und ohne Überzug eine vitaminreiche Kräuterbombe sind. Nein, davon gab′s keine Kostproben. Christel Franz wollte die Teilnehmerinnen nicht verführen, aber Versucherle von Kräutern pur und als Mischung gab es für sie. Was auf dem Schafhof, in den anderen Annexen und Elmstein selbst zu finden ist, hat Christel Franz in einem zweibändigen Herbarium (Sammlung getrockneten und gepresster Pflanzen) beschrieben, damit die Seminarteilnehmer die Merkmale der Pflanzen wie Form, Farbe und Geruch erkennen und erfahren, in welcher Jahreszeit sie wachsen. Außerdem erfahren sie, die verwendbaren von den täuschend ähnlich aussehenden Gewächsen sofort zu unterscheiden. Geplant hat die Kräuterpädagogin, bei Folgeseminaren mit Teilnehmern, mit weniger bekannten Küchenkräutern zu kochen und aus Heilkräutern Tinkturen für allerlei Wehwehchen unter dem Motto „Des Schöpfers Kost bremst Leidensfrust“ herzustellen. Das kann eine Alternative oder Ergänzung zur Schulmedizin sein: frisch geerntet aus dem Garten, den Christel Franz im Frühjahr anlegt. Termine —Nächstes Seminar: 19. September, 15 bis 18 Uhr, Hermann-Weilacher-Straße 25 (Ortsteil Schafhof). Anmeldung bis 13. September, Telefon 06328/9028055. —Würzwisch-Segnung: 15. August, 18 Uhr, Kirche Mariä Heimsuchung. (awk)