Neustadt Gelernt und eigene Spuren gelegt

Torsten Blank.
Torsten Blank.

Bei der Wahl am Sonntag will Torsten Blank in die Fußstapfen von Landrätin Theresia Riedmaier treten. Davor hat der Sozialdemokrat keine Scheu. Große Fußstapfen sind ihm wohlbekannt. Seine Vorgänger und Mentoren waren Erich Heugel, 36 Jahre Ortsbürgermeister, und Klaus Stalter, 23 Jahre Verbandsbürgermeister von Landau-Land.

«»Wir treffen Torsten Blank zu Hause in seinem Heimatort Billigheim-Ingenheim. Der Blick schweift über den akkurat angelegten Garten mit Seerosen-Miniteich, Blumenarrangementsund Kinderspielgerüst. In seiner Freizeit gärtnert der 46-Jährige gerne. Da dazu in Zeiten des Wahlkampfes aber die Ruhe fehlt, springt sein Opa mit ein. Das Haus ist modern, lichtdurchflutet, energieeffizient. Dabei steckt in ihm ein altes Innenleben – das frühere Anwesen seiner Oma. „Es war schon immer mein Wunsch, eine alte Immobilie zu sanieren. Das hat einen besonderen Wert“, sagt Blank. Das Zuhause ist auch Sinnbild für die Politik des Sozialdemokraten, die von tiefer Heimatverbundenheit geprägt ist. Aber keiner rückwärtsgewandten. „Ich bin keiner, der den Status quo verwaltet. Ich möchte gestalten, fortbewegen. Dabei denke ich in langen Linien, sodass die Dinge auch noch nach zehn, 20 Jahren Bestand haben.“ Diese Zielstrebigkeit kann auch seine Frau – das ist sie für ihn, auch ohne Trauschein – nur bestätigen. Er sei zuverlässig, sehr engagiert und wolle Sachen ans Ziel bringen. Vormittags beackert der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Landau-Land die Verwaltungsgeschäfte, nachmittags präsentiert er sich den potenziellen Wählern. „Es tut mir leid, dass mich meine Familie gerade nicht so oft sieht“, gesteht der Vater einer fünf- und einer elfjährigen Tochter ein. Deswegen hatte er auch eine Weile mit sich zu ringen, als es darum ging, ob er für die SPD den Hut in den Ring werfen werde. Aber dann kitzelte ihn doch sein Gestaltungswille. „Wenn man sich engagiert, sich einbringt, dann kann man etwas bewegen.“ Diese Erkenntnis erlebte er schon in frühen Jahren als Schülersprecher, als Vorsitzender der Landjugend, im Festausschuss für die 1300-Jahr-Feier seines Heimatorts. Ein Jahr später fragte ihn Ortsbürgermeister Erich Heugel, ob er bereit wäre, für den Gemeinderat zu kandidieren. Blank wurde mit 23 Jahren in das Ortsgremium gewählt. Damals fand er in der SPD seine politische Heimat. Mittlerweile ist er Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag. Heugel und Klaus Stalter hätten ihm besonders die Wichtigkeit des Zusammenhalts vermittelt, meint Blank. „Dieser Geist prägt meine Politik.“ Wenn man sich auf Inhalte konzentriere, statt sich parteipolitischen Querelen hinzugeben, könne man mehr erreichen. Die Frage, ob er sich zutraue, in die großen Fußstapfen von Parteifreundin Theresia Riedmaier zu treten, die seit 20 Jahren erste Frau im Kreis ist, hat Blank schon des Öfteren gehört. „Ich habe das ja schon zweimal miterlebt“, antwortet er entspannt. Heugel, 36 Jahre Ortschef, eine Institution; Stalter, 23 Jahre im Amt, die personifizierte VG. Mit ihnen habe er eine lehrreiche, spannende Zeit verbracht. „Aber ich habe bald auch eigene Spuren gelegt“, sagt Blank, der nach Maschinenbau-Semestern an der Technischen Universität Kaiserslautern bei den Pfalzwerken arbeitete, bevor er hauptamtlich in die Politik ging. Die Südliche Weinstraße bedeutet für ihn Heimat. Und der „Inbegriff von Heimat“, das ist natürlich der Purzelmarkt für Blank, der auch Vorsitzender des Purzelmarktvereins ist. „Für mich der höchste Feiertag des Jahres.“

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