Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Gartenschaugelände: So soll der Sportpavillon aussehen

Der Entwurf des Sportpavillons.
Der Entwurf des Sportpavillons.

Es wird ein Funktionsbau, der zugleich „ein Juwel“ sein soll. Über den Sportpavillon auf dem Landesgartenschaugelände hat ein Architektenwettbewerb entschieden. Der Gewinner wurde am Freitag bekanntgegeben. Womit hat er die Jury überzeugt?

Die Landesgartenschau (LGS) 2027 in Neustadt hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Deshalb soll es nur zwei Neubauten geben: eine Panoramabar auf dem alten Deponiehügel und einen Sportpavillon auf dem ehemaligen VfL-Gelände, wo eine neue Sportlandschaft entstehen wird. Die Landesgartenschau-Gesellschaft hatte für den Pavillon einen Realisierungswettbewerb ausgelobt, das heißt, die Architekturbüros werden für ihre Teilnahme nicht honoriert, der Siegerentwurf soll aber gebaut werden.

Es sei eine Aufgabe gewesen, die zunächst klein erscheine, wie die Neustadter Architektin Edda Kurz sagte, die den Wettbewerb betreute. Denn der Pavillon soll ein Funktionsbau sein, Duschen, Umkleiden, Sanitäranlagen und eine öffentliche Toilette beherbergen. Aber der Pavillon wird eben auch auf der Gartenschau stehen, so dass „ein besonderes Gebäude“ gefragt sei, betonte Kurz. Er soll zentraler Bestandteil der neuen Sportlandschaft sein, die nach der LGS allen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Vereinen offenstehen wird.

Besondere Anforderungen

Beworben hatten sich 72 Architekten und Architekturbüros aus ganz Deutschland. Nach einer Vorauswahl wurden 30 Büros aufgefordert, einen Planungsentwurf und Modelle einzureichen – 17 davon kamen dem letztlich auch nach.

Die Anforderungen an die Büros präzisierte Kerstin Schultz, Architekturprofessorin an der Hochschule Darmstadt, die der Jury aus Vertretern von Stadt, LGS-Gesellschaft und Experten vorsaß. Der Pavillon soll in den Landschaftspark eingebettet sein, mit seiner Gestaltung überzeugen, aber auch nachhaltig und ressourcenschonend gebaut werden. Das Bauwerk soll so gestaltet werden, dass alle Materialien und Inhaltsstoffe in den Kreislauf zurückgeführt werden können, aus dem sie entnommen wurden, damit möglichst keine Abfälle entstehen. Außerdem sollte die Wartung nicht aufwendig sein. „Wir haben eine Ikone gesucht, ein Juwel, obwohl es ein Funktionsbau ist“, sagte Schultz. Gleichzeitig musste die Jury die Angemessenheit beurteilen, also die Bezahlbarkeit und die Folgekosten.

Das einstimmige Votum des Preisgerichts fiel schließlich auf den Entwurf des Hamburger Studios Behnecke, wobei die Jurymitglieder bei der Auswahl nicht wussten, woher die Wettbewerbsbeiträge stammen.

Schultz lobte den Beitrag als „sehr kluges Gebäude“, das aus drei Modulen besteht und flexibel genutzt werden kann. Von oben hat es die Form eines Kleeblatts, allerdings mit eckigen Kanten. „Es gibt keine toten Ecken“, hob die Architekturprofessorin hervor. Es sei wichtig, dass sich der Pavillon nach allen Seiten hin öffne, weil er inmitten von Sportanlagen stehen wird. Die Räume seien geschickt geplant, auch ein Aufenthaltsraum sei vorgesehen. „Die Silhouette mit den unterschiedlichen Dachneigungen spielt mit der Landschaft, so dass der Sportpavillon von jedem Punkt aus anders und neu erscheint“, hob sie hervor. Der Pavillon wird ein Holzbauwerk. Eine ökologisch grüne Leinenöl-Lasur soll das Holz vor der Witterung schützen. Auf dem Dach werden Photovoltaik-Module montiert.

„Wir sind froh, dass der Sieger-Entwurf den Neustadter Nerv getroffen hat und alle Beteiligten einstimmig hinter der Entscheidung stehen“, sagte LGS-Geschäftsführerin Anne Pieper. Über die Holzbauweise freute sie sich besonders. Denn: Man wolle auf der Gartenschau auch erkennbar machen, dass die Stadt Neustadt der größte kommunale Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz sei.

Entwürfe werden ausgestellt

Zu den erwarteten Kosten machte Pieper noch keine genauen Angaben, diese würden aber wohl unter einer halben Million Euro liegen, wobei auch mit einer 40-prozentigen Förderung gerechnet wird.

Pieper berichtete, dass sich der siegreiche Architekt aus Hamburg sehr über den Jury-Entscheid gefreut habe. Vor Ort war er nicht. Die Anreise aus dem Norden habe er so kurzfristig nicht einrichten können, erklärte Pieper. Die Jury traf ihre Auswahl erst am Mittwochabend.

Wer sich den Siegerentwurf genauer ansehen will, kann dies in den nächsten zwei Wochen in den Räumen der Kellereistraße 10a in der Fußgängerzone tun. Die dortige Ausstellung zeigt zudem die weiteren 16 Entwürfe, aus denen die Jury auch einen zweiten Preis ausgewählt und zwei Anerkennungen für gute Ideen ausgesprochen hat. Geöffnet ist die Ausstellung von montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr. Die Ausstellungsräume stellt das Citymanagement zur Verfügung, um die Kellereistraße während der Umbauphase zu beleben.

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