Niederkirchen RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Marco Thürer Trainer beim 1. FFC Niederkirchen

Marco Thürer.
Marco Thürer.

Das letzte Saisonspiel liegt gerade einmal gute zwei Wochen zurück, da stellt Regionalligist 1. FFC Niederkirchen die Weichen für die Zukunft. Der neue Trainer kommt mit doppelter Bundesliga-Erfahrung und muss auf eine Stammkraft im FFC-Kader verzichten.

Der Zweitliga-Absteiger 1. FFC Niederkirchen hat einen neuen Trainer. Ab 1. Juli wird Marco Thürer die Frauenmannschaft in der Regionalliga betreuen. Das teilt FFC-Geschäftsführerin Anja Marx am Dienstag mit.

Für Ex-Fußballprofi Thürer ist es die erste Station bei einer Frauenmannschaft. „Ich bin ja schon ein wenig gespannt“, sagt er. „Das Probetraining war toll. Die Mannschaft hat super mitgezogen.“ Anfang Juni hatte sich Thürer selbst ein Bild gemacht und dann zugesagt. „Eigentlich war ich schon einmal hier“, erzählt er und lacht. Damals, als sein Vorgänger Niko Koutroubis die Mannschaft übernommen habe, sei er als Co-Trainer im Gespräch gewesen. „Niko und ich kennen uns schon lange.“ Aber es habe damals nicht sein sollen.

Früh bei Frauenfußball

Und wie kommt es, dass Thürer nach so vielen Männermannschaften erstmals eine Frauenmannschaft trainiert? „Natürlich war ja der Kontakt schon da und ist nie abgerissen“, sagt er. Und er hat noch eine kleine Anekdote parat: „Als kleiner Junge bin ich immer mit meiner Mutter, die beim FV Dudenhofen Fußball gespielt hat, auf den Platz gegangen“, erzählt Thürer. Es habe also bereits früh Kontakt zum Frauenfußball bestanden.

Thürer kam als Spieler von der U19 des FV Speyer zur KSC-Jugend und gelangte unter andrem über den SV Niederauerbach in der Saison 1999/00 in den Zweitliga-Kader des FSV Mainz 05. „Ich habe mit Spielern wie Jürgen Klopp, Sandro Schwarz oder Torsten Lieberknecht zusammengespielt“, erinnert er sich. Eine weitere Station seiner Profikarriere war der SV Meppen.

Überraschende Rückkehr

Auf die Frage, welchen Fußball der neue Übungsleiter in Niederkirchen spielen lassen will, antwortet er ohne zu zögern: „Offensiv.“ Derzeit tauscht er sich auch mit seinem Vorgänger Niko Koutroubis aus. Von dem derzeitigen Trainergespann bleiben Athletiktrainer Rolf Freymüller und Torwarttrainer Steffen Tretter dem Regionalligisten laut Thürer erhalten. Co-Trainer Christian Vogelei verlasse Niederkirchen. Dagegen stehen laut RHEINPFALZ-Informationen die Zeichen gut für eine Rückkehr: Tina Lelle, die vor rund einem Jahr aufgrund ihrer beruflichen Belastung ihr Amt als Co-Trainerin aufgegeben hatte, steht wohl wieder bereit.

Thürer hat nach eigener Aussage in seiner Trainervita unter anderem für den 1. FC Kaiserslautern gearbeitet: Als Co-Trainer von Karl-Heinz Emig hatte er die U17-Mannschaft in der Bundesliga betreut. Als Coach war er für die A-Junioren des FSV Offenbach in der Regionalliga verantwortlich. Ansonsten verschlug es den 43-Jährigen, der in Hockenheim wohnt, eher auf die andere Seite des Rheins: Landesligist TuS Bilfingen und der SV Zeutern waren weitere Stationen.

A-Lizenz nächste Herausforderung

Seine Saisonziele hat der neue Übungsleiter noch nicht endgültig formuliert: „Natürlich wollen wir oben mitspielen. Aber ich will mir erst ein abschließendes Bild machen und mit der Mannschaft sprechen, bevor es hier konkret wird.“ Laut Geschäftsführerin steht ihm dafür der komplette Kader bis auf eine Spielerin zur Verfügung: „Silvana Arcangioli wird ihre Fußballschuhe nach gefühlt 100 Jahren in Niederkirchen an den Nagel hängen“, informiert Anja Marx.

Mit der DFB-Elite-Lizenz besitzt Thürer die notwendige Qualifikation für die Regionalliga. „Und die A-Lizenz will ich demnächst auch erwerben, dann könnte ich die Mannschaft in der Zweiten Bundesliga betreuen“, stellt er trocken fest. Und ja, der Fußballlehrer sollte es eigentlich auch sein.

Dafür hat sich der Lehrer für Biologie und Sport jetzt vom Schuldienst getrennt. „Ich habe ja ebenfalls eine Ausbildung zum Speditionskaufmann“, erläutert Thürer. Seit Oktober 2020 arbeitet er bei einem Speditionsunternehmen in Weinheim. Was ihm jetzt noch fehle? „Ich spiele bei den Traditionsmannschaften des FCK und Mainz 05. Es wäre schön, mal wieder mit den alten Sportkameraden auf dem Platz zu stehen“, stellt er fest. Ab Juli steht er erst einmal auf dem Rasen des 1. FFC Niederkirchen. Als Trainer.

Das Spiel gegen den FC Ingolstadt II war für Jasmin Mackert (links) und den 1. FFC Niederkirchen der vorerst letzte Auftritt in
Das Spiel gegen den FC Ingolstadt II war für Jasmin Mackert (links) und den 1. FFC Niederkirchen der vorerst letzte Auftritt in der Zweiten Bundesliga.
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