Leichtathletik
Freude und Frust bei Pfalzmeisterschaften in Haßloch
Die Startläuferin über 4 x 100 Meter steht bereit, das Rennen kann die U20 der TSG Haßloch wegen des kurzzeitigen Ausfalls einer Starterin dann aber nicht bestreiten. Nicht das einzige Staffel-Drama bei den Pfalzmeisterschaften der Altersklassen U20/U16 in Haßloch.
Erstmals in Bestbesetzung trat im Rennen der weiblichen U20 die Staffel der StG Rhein-Pfalz an und machte Jagd auf die Qualifikationszeit für die U23-DM. Der erste Wechsel der beiden Starterinnen des TV Gimmeldingen, von Gina Felden auf Franziska Böger, klappte auch perfekt und Böger machte auf der Gegengerade viel Boden gegen die Konkurrenz gut. Extreme Sicherheitswechsel zwischen Favour Aikins und Sevetlana Da Silva kosteten auf den weiteren Positionen aber Zeit. Alle Blicke richteten sich nach dem überlegenen Zieleinlauf auf die Uhr, die zunächst 48,99 Sekunden anzeigte. Der große Jubel von Trainer Lothar Spilke wegen des scheinbaren Erreichens der DM-Normzeit von 49,00 Sekunden schlug wenig später in Enttäuschung um. Als offizielle Endzeit wurden 49,01 Sekunden angezeigt.
Turnerin auch Werfertalent
„Pech. Aber das zeigt, dass die letzten Wechsel besser trainiert werden müssen“, war das Fazit des TVG-Trainers, der sich mit dem Verlauf des gesamten Meisterschaftswochenendes einschließlich der Vortageswettbewerbe in Eisenberg insgesamt zufrieden zeigte. Drei dritte Plätze bei den Frauen von Gina Felden über 100 Meter, 200 Meter und im Speerwerfen sowie die Steigerung der erst vor einem Jahr vom Kunstturnen zur Leichtathletik gewechselten Katharina Asam im Kugelstoßen auf 9,89 Meter nach dem Wechsel auf die Drehstoßtechnik standen aus Sicht des TV Gimmeldingen in Eisenberg auf der Habenseite.
Ihr Talent zeigte Katharina Asam in Haßloch zudem mit dem Sieg im Speerwerfen der weiblichen U20 mit 31,16 Metern vor der von ihren 30,86 Metern offensichtlich etwas enttäuscht die Anlage verlassenden Gina Felden. Mehr als Platz drei hatte sich wohl auch Lea Karasu (TSG Haßloch) ausgerechnet. Doch auch die Anfeuerung und die technischen Hinweise von TSG-Urgestein Kurt Büttler brachten nicht mehr als 30,42 Meter ein. Weitaus zufriedener war tags zuvor Yasmin Karasu (TSG Haßloch) als Dritte im Weitsprung (4,90 m) und Siegerin im Dreisprung (9,90 m) der Frauen gewesen.
Späte Höhepunkte
Nach drei Siegen im Weitsprung in Folge erlebte Patrick Frey von der TSG Neustadt im Speerwerfen wieder eine Niederlage. Der Abiturient und zukünftige Student im Bauingenieurwesen in Kaiserslautern wurde mit 42,32 Metern Dritter hinter seinem Vereinskameraden Nico Engel (49,05 m) und Benjamin Kutschera (LCO Edenkoben, 44,10 m). Seine Einschätzung: „Ich bin halt eigentlich mehr Sprinter und Springer und weniger Mehrkämpfer.“
Als sich das Haßlocher Stadion schon weitgehend geleert hatte, sorgten zwei 300-Meter-Läufe noch einmal für sportliche Höhepunkte. In einem couragierten Rennen unterbot zunächst Sophie Endler (LAC Pirmasens) mit 42,69 Sekunden die Normzeit für die deutschen Meisterschaften der W15. Das gleiche Ziel verfolgte bei der M15 Max Sellmeier vom LC Haßloch, der dies zuvor bereits über 300 Meter Hürden geschafft hatte. Mit Johan Kliche (TV Nußdorf) hatte Serllmeier einen idealen Gegner, der als gelernter Sprinter bei seinem ersten Einsatz über die längere Strecke gleich ein hohes Tempo vorlegte. Sellmeier biss sich ausgangs der Kurve am Nußdorfer fest und spielte auf der Zielgerade als ursprünglicher Mittelstreckler sein größeres Standvermögen aus. „Du hast die DM-Norm“, rief Kliche Max Sellmeier unmittelbar nach dem Zieleinlauf zu, der sich zudem über einen neuen Vereinsrekord von 38,97 Sekunden freuen durfte.
In einem Monat Blockmeisterschaften
Sportlich und vom organisatorischen Verlauf hochzufrieden zeigte sich nach Abschluss der Meisterschaften Christoph Sölter vom LC Haßloch: „Wir waren in Eisenberg mit 23 Startern eine der stärksten Vereinsvertretungen und haben nach einem hoch emotionalen Tag mit vielen Bestleistungen und Titelgewinnen heute mit etwa der Hälfte der Teilnehmerzahl sogar einen etwas entspannteren Tag gehabt.“ Die Zusammenarbeit mit dem LTV Bad Dürkheim habe gut geklappt, nachdem man am Morgen ab 8 Uhr mit etwa einem Dutzend Helfern die Anlage auf die Titelkämpfe vorbereitet gehabt habe. „So werden wir auch bei den Blockmeisterschaften in etwa einem Monat vorgehen, denn unsere Anlage lässt sich leider nicht abschließen“, so Sölter mit einem Blick voraus auf die nächsten gemeinsamen Titelkämpfe der Mehrkämpfer aus der Pfalz und von Rheinhessen in Haßloch.