Neustadt
Fahrschule Schupp wächst
Als Michael Schupp vor sieben Jahren seine Fahrschule am Juliusplatz in Neustadt eröffnete, ahnte er nichts von der rasanten Expansion seines Unternehmens. Sein neuester Coup: die Übernahme der Fahrschulen von Michael Ende mit Standorten in Neustadt und Lambrecht sowie von Michael Kampmann, der Fahrschulen in Haßloch und Neustadt hatte. Schupp ist nun in Neustadt, Haßloch, Maikammer, Landau, Bad Dürkheim und – jetzt neu – in Lambrecht vertreten.
Die übernommenen Fahrschulräume in Neustadt und Haßloch werden laut Inhaber geschlossen und der Unterricht in den eigenen Schupp-Standorten weitergeführt. Ende und Kampmann werden im Angestelltenverhältnis das Team ergänzen. Laut Schupp wollten beide einen Schlussstrich unter die Selbstständigkeit ziehen. „Außerdem haben sie sich mit uns für einen guten Arbeitgeber entschieden“, erklärt er.
Servicehotline, App und 38 Fahrlehrer
Zwischen 100 und 130 neue Kunden erwartet Schupp aus der Übernahme. „Das geht jedoch nicht automatisch. Jeder Kunde kann sich entscheiden, ob er mit uns weiterarbeiten möchte. Es ist ein neuer Vertrag erforderlich“, sagt Schupp. Was ändert sich für die Fahrschüler? „Sie haben mehr Möglichkeiten und bessere Bedingungen. Bislang konnten sie in ihren Fahrschulen an zwei Tagen am theoretischen Unterricht teilnehmen. Wir bieten ihnen fünf bis sechs Tage pro Woche Theorieunterricht an“, erklärt er. Außerdem sei die Auswahl an Fahrlehrern und Fahrlehrerinnen mit unterschiedlichen Temperamenten und Schwerpunkten groß – für Kunden oft ein entscheidender Faktor. Mit 38 Fahrlehrern bietet der Familienbetrieb die Ausbildung in allen Führerscheinklassen an. Der vorhandene Fahrsimulator werde gerne genutzt, führt er auf. Eine Servicehotline stehe allen Fahrschülern täglich von 14 bis 19 Uhr zur Verfügung. „Wir haben auf Digitalisierung gesetzt. Somit hat jeder Kunde Zugriff auf eine personalisierte App, mit der auch geübt werden kann, sodass wir den Lernerfolg bestens begleiten können“, erläutert Schupp.
Hausinterne Erste-Hilfe-Kurse und Sehtests bei Partnerfirmen vereinfachten die Bedingungen für die Kunden. Preislich gebe es für die Neukunden keinen Unterschied. Was kostet ein Führerschein Klasse B? „Das kommt natürlich auch auf den Kunden an, denn wir haben es mit unterschiedlich begabten Menschen zu tun“, sagt Schupp. Zwölf Pflichtfahrten wie Überland-, Autobahn- und Nachtfahrten sowie Übungsstunden müssen absolviert werden. „Wenn mehr Übung erforderlich wird, steigen natürlich die Kosten“, bestätigt er. Im Schnitt koste ein Führerschein Klasse B etwa zwischen 2000 und 2200 Euro, könne aber auch günstiger sein.
Stadt-Land-Gefälle bei der Kundschaft
Obwohl der eigene Führerschein bei Jugendlichen nicht mehr den gleichen Stellenwert wie noch vor einigen Jahren hat, kann sich Schupp über mangelnden Zulauf nicht beschweren. Er registriert ein Stadt-Land-Gefälle, das sich in Großstädten noch deutlicher zeige. „Unsere Kunden auf dem Land sind zwischen 17 und 22 Jahren alt. In der Stadt stellen wir einen Altersbereich zwischen 17 und 30 Jahren fest.“ Ob er sich selbst als Platzhirsch in der Region wahrnehme? „Nein, eigentlich nicht. In unserem familiär geführten Betrieb, in dem meine Frau Denise das Backoffice managt und selbst meine drei Kinder im Alter von fünf, acht und 15 Jahren immer präsent sind, geht es im gesamten Team nur darum, gute Arbeit zu machen.“
Jeder Wettbewerber habe die gleichen Möglichkeiten, etwas aus dem Beruf zu machen, sagt er. „Als wir in Neustadt begannen, kamen Eltern aus Haßloch mit der Bitte zu uns, auch dort eine Filiale zu eröffnen. Das erlebten wir auch in Bezug auf Landau. Und so waren wir nahezu gezwungen, immer mehr zu expandieren.“