Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel „Fahr hin & werd glücklich“: Führer zu den Glücksorten an der Weinstraße

Der nächtliche Steinhäuser Hof in Neustadt.
Der nächtliche Steinhäuser Hof in Neustadt.

Was ist ein Glücksort? Darauf hat jede und jeder sicher ihre/seine ganz persönliche Antwort. Eine Vorschlagsliste, welches diese ganz besonderen Stellen an der Deutschen Weinstraße sein könnten, unterbreitet jetzt der Neustadter Autor Michael Landgraf mit einem Buch aus der bekannten Glücksorte-Reihe des Düsseldorfer Droste-Verlags.

Genau 80 Orte zwischen Schweigen und Bockenheim hat der Leiter des Religionspädagogischen Zentrums der Evangelischen Kirche der Pfalz in Neustadt ausgesucht. Die Auswahl ist durchaus subjektiv. Landgrafs Heimatstadt etwa wird mit 13 Treffern recht üppig bedacht. Dafür fehlen etliche touristische Highlights andernorts, die man vielleicht erwarten würde. Wer zum Beispiel einmal den altertümlichen Sessellift beim Schloss Villa Ludwigshöhe benutzt und danach den Blick von der Rietburg auf die Rheinebene genossen hat, wird sich vermutlich wundern, warum dieser „Glücksort“ nicht zum Zuge kam und nur im Zusammenhang mit dem Edenkobener Weinlehrpfad kurze Erwähnung findet. Die vom Verlag vorgegebene Beschränkung auf 80 Orte sei tatsächlich die Hauptherausforderung für ihn gewesen, sagt Landgraf. Als er vor zweieinhalb Jahren mit der Arbeit begann, habe er schon in kürzester Zeit eine Liste mit 200 möglichen Themen erstellt gehabt.

Abstecher ins Elsass und nach Speyer

Allerdings bietet auch das, was letztlich doch Einzug ins Buch gefunden hat, eine schöne Auswahl. Auch etliche Abstecher sind dabei – ins Elsass nach Wissembourg, nach Speyer ins Historische Museum der Pfalz, das unter der Überschrift „Das Weinstraßengedächtnis“ vorgestellt wird, nach Landau, Herxheim, das Storchen- und Krippendorf Bornheim und immer wieder auch in den Pfälzerwald – zur Burg Berwartstein etwa, den Hütten an der Totenkopf- und Kalmithöhenstraße oder zum Freibad auf der Burg Altleiningen.

Allzu sehr in die Tiefe gehen die Beiträge nicht. Die Texte beschränken sich auf je eine Seite, die immer mit einem ganzseitigen hochformatigen Bild gegenüber korrespondiert. Die Fotografien stammen überwiegend von Landgraf selbst, der nach eigenen Angaben schon seit seiner Kindheit meist radelnd die Weinstraße erkundet. Als seinen persönlichen Lieblingsort gibt er den Neustadter Marktplatz mit seiner Mischung aus historischer Kulisse und pulsierendem Leben an, der darum natürlich auch im Buch nicht fehlen darf. Weitere Orte in Neustadt, die der 60-Jährige ausgewählt hat, sind unter anderem das Hambacher Schloss, der Herrenhof, der Sonnenweg zur Wolfsburg, der Elwetritschebrunnen, der Weinstraßenmittelpunkt in Diedesfeld, der Rundweg um St. Jakobus in Hambach und der Mandellehrpfad in Gimmeldingen. Auch die Neustadter Bibeltradition kommt zu Ehren – kein Wunder, Landgraf ist schließlich Leiter des Pfälzer Bibelmuseums. Zum „Glücksorte“-Konzept gehört es zudem, dass auch gastronomische Locations berücksichtigt werden – in Neustadt etwa der Steinhäuser Hof.

Weitere Glücksorte-Führer für die Pfalz

Im vergangenen Jahr sind in der Glücksorte-Reihe auch bereits Bände für die Pfalz als Ganzes (verfasst von Katja Edelmann) und Kaiserslautern im Speziellen (von Holger und Sabine Wienpahl) erschienen. Insgesamt umfasst das Angebot inzwischen 154 Titel auch zu vielen europäischen Zielen – alle immer mit analogem grafischem Coverdesign mit dem launigen Imperativ „Fahr hin & werd glücklich“. Die beiden ersten Bände (Niederrhein und Ruhrgebiet) sind 2016 erschienen. Dabei expandiert die Reihe kräftig: Bis Ende des Jahres sollen nach Angaben des Verlags schon 178 Glücksorte-Bände vorliegen.

Lesezeichen/Termin

Michael Landgraf: Glücksorte an der Deutschen Weinstraße. Droste-Verlag, Klappenbroschur, 168 Seiten, 14,99 Euro. Der Autor stellt das Buch am Samstag, 7. Mai, 10-14 Uhr bei einer Signierstunde in der Buchhandlung Quodlibet in Neustadt vor.

Da geht einem doch das Herz auf: Blick von der Haardtmadonna auf St. Martin.
Da geht einem doch das Herz auf: Blick von der Haardtmadonna auf St. Martin.
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