Neustadt „Es geht nur um Schadensbegrenzung“

Neustadt. Zum letzten Spiel der Hauptrunde muss Wasserball-Bundesligist SC Neustadt am Samstag, 16 Uhr, beim SV Krefeld antreten. Der SCN war noch bis zum Februar ungeschlagener Tabellenführer der B-Gruppe. Nach drei Auswärtsniederlagen in Plauen, Potsdam und gegen Wedding Berlin sind die Pfälzer allerdings auf Rang vier abgerutscht (wir berichteten). Krefeld liegt momentan auf Rang zwei. Ex-Trainer Janusz Gogola wird vorübergehend als Coach beim SCN aushelfen.
Denn ausgerechnet jetzt droht Trainer Dragan Matutinovic für den Rest der Saison auszufallen. Der Kroate musste vergangene Woche wegen einer schweren Erkrankung seiner Frau in seine Heimat reisen. Sollte sich keine wesentliche Besserung einstellen, wird er vermutlich bei ihr in Kroatien bleiben, teilt SCN-Manager Michael Heinz mit. Deshalb hat Heinz mit Matutinovics Vorgänger Janusz Gogola gesprochen. Der Frankfurter erklärte sich sofort bereit, während der nächsten Wochen das Training vorübergehend zu übernehmen. „So lange wie notwendig, aber aus Rücksicht auf meine Familie höchstens bis zum Ende der Saison“, betont Gogola. In Krefeld kann er jedoch wegen eines bereits gebuchten Urlaubs noch nicht als Trainer am Beckenrand sitzen. Heinz war beim Doppelspieltag am vergangenen Wochenende als Trainer dabei. „Wir hatten Pech in den Wochen vor diesen Auswärtsspielen. Sperren, Verletzungen, Erkrankungen und eine unglückliche Terminplangestaltung trugen nach der tollen Vorrunde dazu bei, dass jetzt vieles schief lief“, sagt Heinz zur Entwicklung in den vergangenen 14 Tagen. Angefangen hat die SCN-Pechsträhne mit der langen Sperre von Barnabas Albert. Der junge Ungar hatte sich im Spiel gegen Leimen unbeherrscht verhalten. Weil zu diesem Zeitpunkt die Partie unterbrochen war, ist die Strafe dafür besonders streng. Ein Minimum von fünf Spielen ist vorgesehen, gesperrt wurde Albert sogar für sechs. Das bedeutet, dass er auch am ersten Relegationsspiel gegen ein A-Gruppen-Team am 11. April nicht teilnehmen darf. „Wir haben aber Protest eingelegt. Denn die Regeln besagen, dass eine vorausgegangene Provokation des Gegners strafmildernd wirken könne“, erklärt Heinz. So habe der SCN einen Videobeweis vorgelegt, aus dem ersichtlich sei, dass Barnabas Albert vorher von einem Gegenspieler behindert worden sei. Albert ist auf jeden Fall gegen Krefeld noch gesperrt. Ebenso Martin Görge. Stefan Ehrenklau fällt wegen einer schweren Rippenprellung voraussichtlich aus. Auch Trainersohn Bojan Matutinovic fehlt. Er weilt mit seinem Vater in Kroatien. „So müssen wir ohne vier Stammspieler antreten, wir rechnen uns daher wenig aus“, sagt Michael Heinz. Das Hinspiel in Neustadt gegen Krefeld endete im Januar 9:9. Heinz bedauert, dass der Spielplan des SCN zunächst nur Heimspiele vorgesehen hatte. So kam es erst ab Februar zu den Auswärtspartien gegen starke Gegner. „Wenn die Begegnungen auswärts und zu Hause besser durchmischt gewesen wären, hätten wir uns durch Erfolgserlebnisse wieder aufrichten können“, betont Heinz. „Angesichts der Personalsituation geht es nur um Schadensbegrenzung“, sagt Ehrenklau, der wieder mit leichtem Schwimmtraining begonnen hat. „Krefeld ist die stärkste Mannschaft der B-Gruppe und hat sehr gute Chancen, bei den Play-up-Spielen im April in die A-Gruppe aufzusteigen.“ Über Ostern war ein Trainingslager in Kroatien vorgesehen, das aber aufgrund beruflicher Verpflichtungen einiger Spieler ausfällt. „Wir werden über die Feiertage täglich trainieren, manchmal auch zwei Trainingseinheiten durchführen“, sagt Ehrenklau.