Neustadt Ein Klassiker der Avantgarde im Saalbau
Dieses Stück ist in vielfacher Hinsicht etwas ganz Besonderes: Das 1922 in Stuttgart uraufgeführte „Triadische Ballett“ des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer ist nicht nur ein Klassiker der modernen Bühnenkunst, sondern ein Gesamtkunstwerk, das die Grenzen zwischen Tanz, Bildender Kunst, Theater und Performance auflöst. Schlemmer verstand es als „Raumplastik“, bei der die Tänzer zum bewegten Kunstobjekt werden. Dazu trugen nicht zuletzt die nicht eben bewegungsfreundlichen Kostüme aus Materialien wie Stahlblech, Sperrholz, Draht oder wattierten Stoffen bei.
Nach der – übrigens durchaus freundlich aufgenommenen – Uraufführung war das Werk zunächst nur noch selten zu sehen. Seinen weltweiten Ruhm verdankt es der Rekonstruktion von Gerhard Bohner, die 1977 in Berlin Premiere feierte. 2014 wurde das Werk von Ivan Liška und Colleen Scott mit dem Ensemble des Bayerischen Junior Balletts München erneut einstudiert – in den Kostümen, die 1977 von Bohner und Ulrike Dietrich geschaffen worden waren. Diese Produktion ist nun am Dienstag, 6. Mai, auch in der städtischen Schauspielreihe im Neustadter Saalbau zu sehen – und stößt auf so große Resonanz, dass schon jetzt über 800 Tickets verkauft sind. Als Intro zeigen die Nachwuchsballettstars aus München John Neumeiers „Bach-Suite 3“ zum berühmte Air aus der Orchester-Suite Nr. 3 des Thomaskantors.
Die Aufführung beginnt am Dienstag um 19.30 Uhr. Ein öffentliches Warm-Up steht bereits ab 18.30 Uhr, eine Einführung ab 19 Uhr an. Im Anschluss an die Vorstellung etwa gegen 21.30 Uhr ist ein Publikumsgespräch geplant. Karten (19-33 Euro) unter www.ticket-regional.de, 0651 9790777 und bei allen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen.