Neustadt Ein „Blumenstrauß“ zum Geburtstag

Der Kirchenchor St. Ulrich ist heute Teil der Chorgemeinschaft Deidesheim/Ruppertsberg. Die Leitung hat seit 20 Jahren Marie-Lui
Der Kirchenchor St. Ulrich ist heute Teil der Chorgemeinschaft Deidesheim/Ruppertsberg. Die Leitung hat seit 20 Jahren Marie-Luise Birkhofer.

«Deidesheim». Mit drei Konzerten begeht der Kirchenchor St. Ulrich aus Deidesheim in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Den Auftakt bildet als „musikalischer Blumenstrauß“ das Jubiläumskonzert am Samstag in einer Woche in der Deidesheimer Stadthalle. Am 23. September gestaltet man den Jubiläumsgottesdienst in der Stadtkirche mit Christopher Tamblings Orchestermesse in G-Dur. Und zum Abschluss steht am 3. November eine Hubertusmesse gemeinsam mit der südpfälzischen Jagdhornbläsergruppe „Naturhorn Pfalz“ an.

„Die Idee für unser Jubiläumskonzert war, dass wir die benachbarten Chöre und Ensembles einladen, mit uns einen bunten Abend für das Publikum zu gestalten“, berichtet Chorleiterin Marie-Luise Birkhofer, die in diesem Jahre ebenfalls ein Jubiläum feiern kann: Seit 20 Jahren führt sie den Chor, der seit fünf Jahren zusammen mit dem katholischen Kirchenchor des Nachbarortes Ruppertsberg die gut 50-köpfige Chorgemeinschaft Deidesheim/Ruppertsberg bildet. Zum ersten Mal traten die Sängerinnen und Sänger unter Birkhofers Leitung bei einem Gedenkgottesdienst für Titus Cavalar, den jahrzehntelangen Dirigenten und Organisten in beiden Gemeinden, zusammen auf. „Das war die Initialzündung für unsere Chorgemeinschaft“, sagt Monika Lauterbach, die Vorsitzende des Deidesheimer Chors. Beim Festkonzert präsentiert die Chorgemeinschaft nun gemeinsam mit der Kolpingkapelle Deidesheim (Leitung Sebastian Lastein) Operettenmelodien. Es leuchtet der „Feuerstrom der Reben“, und es fließt „Wiener Blut“ (Johann Strauß, Sohn), auch der „Traum vom Glück“ (Johannes Brahms) ist dabei. Birkhofers Frauenschola St. Ulrich Deidesheim hat Evergreens wie „Wochenend’ und Sonnenschein“ oder „Mister Sandman“ in ihrem Präsentkorb. Titel des deutschen Kirchenmusikkomponisten Willy Trapp steuert die Chorgemeinschaft Forst-Wachenheim unter Leitung von Stephan Rahn bei. Mit alten Madrigalen möchte der Kirchenchor Meckenheim unter Dietrich Kopp erfreuen. Weitere Akzente setzt das Männerquartett „Cantus Palatinus“ von Thomas Herberich mit Ingo Wackenhut, Thomas Jakobs und Emmerich Pilz durch lebensfreudige, humorvolle Weinlieder. „Das wird eine runde Sache“, freut sich Birkhofer. Denn auch die Chorgeschichte lebt in Lichtbildern auf, gezeigt von Monika Lauterbach, die den Abend mit Maria Schalk, der Vorsitzenden des Ruppertsberger Chors, moderiert. Doch man steht auch jetzt schon in den Startlöchern für die nachfolgenden Termine im Jubiläumsjahr. Die Messe in G-Dur von Christopher Tambling wird mit Chor und Orgel, Pauken und Trompeten beim Jubiläumsgottesdienst am 23. September um 10.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Ulrich zu hören sein. „Der Kirchenchor Ruppertsberg feierte letztes Jahr sein 110-jähriges Bestehen, bereits da haben wir die Tambling-Messe aufgeführt“, so Lauterbach. „Das war toll, und wir werden es gerne wiederholen: Es ist die einzige seiner Orchestermessen, bei der die Gemeinde mitsingt. Wir geben wieder Liedblätter aus und üben die gemeinsamen Teile vor dem Gottesdienst mit den Leuten ein“, ergänzt Birkhofer. Zeitlich noch weiter entfernt ist die Hubertus-Messe im November, dazwischen werden andere Aktivitäten fortgesetzt. „2018 legen wir einen Schwerpunkt auf das Monatslied im neuen Gotteslob, vorgeschlagen von der Kirchenmusik in der Diözese. Wir proben mit der Gemeinde vor den Gottesdiensten die Lieder durch, das wird sehr gut angenommen“, erklärt Birkhofer. Hauptsitz der Pfarrei St. Michael ist Deidesheim, zu ihr gehören auch Forst, Meckenheim, Niederkirchen und Ruppertsberg. Also viel zu tun für Birkhofer und ihre Organisten- sowie Chorleiterkollegen. Bei diesen großen Projekten bleibt einiges andere notwendigerweise auf Sparflamme, aber im nächsten Jahr will man auch wieder zum offenem Singen durch die Stadt spazieren und in die Weinberge wandern oder beispielsweise auf kriminalistisch-musikalischer Tätersuche in die Weinkeller gehen. Highlights im letzten Jahr waren das Frühlingskonzert mit der Kolpingkapelle und die Teilnahme am Deidesheimer Musikherbst. Kantorin Birkhofer erinnert sich auch an viele schöne große Touren mit dem Chor. Zwölf Jahre lange organisierten Lieselotte Bonn und ihr mittlerweile verstorbenen Mann Heinz die Chorreisen. Die meisten Aktiven und viele passive Mitglieder nahmen teil, besichtigten Städte und Landschaften, pflegten als musikalische Botschafter die Partnerschaft Deidesheims mit Buochs am Vierwaldstätter See in der Schweiz und Tihany am Plattensee in Ungarn. Seit 1992 gehören die Fahrten zum Salzburger Advent zum festen Programm des Kirchenchors. „Anfangs fuhr man jedes Jahr dahin, es hat sich jetzt auf einen etwa zweijährigen Turnus eingependelt“, so Lauterbach. „Dieses Jahr gibt es keine Tour, denn man muss immer schon im Januar die Tickets reservieren. Dafür war in der Vorbereitung für das Jubiläumsjahr organisatorisch zu viel los“, erklärt Birkhofer. Die vielen, die auf eine Wiederholung warten, tröstet sie: „Die nächste Salzburg-Reise kommt bestimmt.“ Termin Das Jubiläumskonzert „150 Jahre Kirchenchor St. Ulrich“ findet am Samstag, 16. Juni, um 19 Uhr in der Stadthalle Deidesheim statt. Der Eintritt ist frei. Platzreservierung bei Cornelia Gehlert (06326/701990) oder Monika Lauterbach (06326/700472).

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