Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drittligist TSG Haßloch weiter ohne Sieg

Haßlochs Lino Messerschmidt setzt sich gegen eine vielarmige Abwehr der Gäste durch.
Haßlochs Lino Messerschmidt setzt sich gegen eine vielarmige Abwehr der Gäste durch.

Drittligist TSG Haßloch bleibt im neuen Jahr ohne einen Punktgewinn. Im Heimspiel gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden waren es nicht nur die eigenen Fehler, die einen Sieg verhinderten.

Es läuft die 20. Spielminute zwischen der TSG Haßloch und der HSG Rodgau Nieder-Roden: Haßlochs Torwart Marco Bitz pariert einen Versuch der Gäste und läutet mit einem weiten Abwurf den Tempogegenstoß ein. Sein Gegenüber Marco Rhein antizipiert die Situation richtig, kommt weit aus seinem Tor und fängt den Ball ab. Gedankenschnell spielt er durch die unsortierte Haßlocher Abwehr zu Henning Schopper, der zum 8:14 vollstreckt. Hängende Köpfe und Ratlosigkeit auf pfälzischer, lautstarker Jubel und gegenseitige Anfeuerung auf hessischer Seite. Wenige Sekunden stehen symptomatisch für das ganze Spiel, welches die Gäste mit 28:36 (12:19) für sich entscheiden und bis auf einen Punkt auf die viertplatzierten Haßlocher heranrücken.

Dabei begannen die Gastgeber durchaus verheißungsvoll. Jan Triebskorn erzielte nach sieben Minuten das 4:2. Danach kassierte man jedoch fünf Tore in Folge, da die Gäste ihre Angriffe so lange zu Ende spielten, bis sich die passende Lücke in der Abwehr auftat. Offensiv blieb es oft bei Stückwerk: Technische Unzulänglichkeiten paarten sich mit unvorbereiteten Abschlüssen, die sich in den Händen von HSG-Torwart Marco Rhein wiederfanden. Nach und nach raubte er den Haßlochern die Nerven, parierte selbst mehrere freie Bälle und kam bereits zur Halbzeit auf zehn Paraden. In dieser wurde es in der TSG-Kabine laut, Trainer Andreas Reckenthäler war stinksauer: „Obwohl wir gut auf den Gegner vorbereitet waren, haben wir nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. 19 Gegentore sind nicht das, was einer leidenschaftlichen Abwehr mit maximalem Einsatz entspricht.“

Motivierte Gäste

Er forderte eine Reaktion seiner Mannschaft, in der Denni Djozic von Linksaußen auf Rückraum Mitte wechselte und 4/2 Tore erzielte. „Der Wille war nach der Pause da, um ranzukommen fehlte uns aber einfach vorne die letzte Konsequenz und hinten verlieren wir das Torhüterduell ganz klar.“ Marco Bitz wollte er dahingehend nicht als Schuldigen ausmachen: „Wir halten uns nicht an Absprachen, sind nicht gierig genug auf den Ballgewinn und lassen Marco im Tor dann oft alleine.“

Das Spiel auf die schwache Abwehrleistung zu reduzieren, würde der Leistung der Hessen jedoch nicht gerecht werden. Diese hatten im siebenfachen Torschützen Johannes von der Au einen überragenden Spielmacher, Simon Brandt und Lucas Eisenhuth trafen gar achtmal. Sie spielten nahezu fehlerfrei, bedienten sich aus einem großen Repertoire an Spielzügen, welche sie geduldig ausspielten und mehrmals den freistehenden Kreisläufer ins Spiel brachten. Als nach 52 Minuten Lucas Eisenhuth aus dem linken Rückraum das 22:31 erzielte, entfuhr ihm nach dem Sprungwurf ein schmerzhafter Schrei. „So wie es aussieht, ist das Kreuzband gerissen“, sah Trainer Jan Redmann einen Wermutstropfen in einem „fast perfekten Handballspiel, in dem alle voll da waren und ihre Aufgaben mehr als erfüllt haben.“ Überrascht über das Ergebnis? „In der Deutlichkeit ja, da Haßloch eine gute Mannschaft hat, wie wir bei der Hinspielniederlage gesehen haben.“ Obwohl er keinen Spieler herausheben wollte, freute er sich für seinen Torhüter, der auf 17 Paraden kam: „Marco frustet es sehr, wenn er wie im Hinspiel wenige Bälle hält. Er war daher heute hochmotiviert.“

Nach dem Schlusspfiff fanden sich die Gastgeber schnell in der Kabine wieder, in der Andreas Reckenthäler seine Mannschaft einschwor: „Wir müssen uns jetzt auf das Sportliche konzentrieren und weiter motiviert trainieren, um uns das sportlich Erarbeitete nicht durch halbherziges Auftreten kaputtzumachen. Denn das ist nicht die Form von Handball, die ich liebe.“ Auch Rechtsaußen Dennis Gregori erhob seine Stimme und appellierte an die Kollegen, sich mit 23 Punkten nicht in Sicherheit zu wiegen. Haßloch setzt die Runde beim Tabellennachbarn TV Gelnhausen fort.

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