Neustadt Der „Spirit“ kommt an

„Do you want to hear the Music?“ Aber sicher doch! Die Zuhörer in Neustadt zeigten sich begeistert von der Show der „New York Go
»Do you want to hear the Music?« Aber sicher doch! Die Zuhörer in Neustadt zeigten sich begeistert von der Show der »New York Gospel Stars«.

«Neustadt». Den „Spirit“, den Geist der frohen Botschaft in bewegender Musik, brachten die „New York Gospel Stars“am Mittwoch in die Neustadter Stiftskirche. Bis zur letzten Minute vor Beginn strömten Besucherscharen aller Altersgruppen zu den Stühlen. Bei ihrer Jubiläumstournee zum zehnjährigen Bestehen boten die vier Sängerinnen und drei Sänger eine von ihrem Leiter Craig Wiggins arrangierte, atemberaubende Gesangs-Show, begleitet von Piano und Schlagzeug.

„Hello Neustadt, you can clap!“, ermuntern die von hinten einziehenden Vokalisten das Publikum, das die Chorgruppe durch anhaltend rhythmisches Klatschen begleitet. Schon Eingangs ist die Choreographie mitreißend, die satten Stimmen füllen das Kirchenschiff beim Song „Are you ready for the NYGS“ komplett aus. Sehnsüchtig zart, unter die Haut gehend beginnt dann das Lied „Walk in Jerusalem“, das sich, typisch für Gospel, nach und nach in der Intensität steigert. Jazzige Töne fließen in „Oh when the Saints“ ein, unterbrochen durch Dialoge mit dem Publikum: „Do you want to hear the Music?“ – „Yes!“ ertönt es immer wieder vielstimmig aus den Reihen. Soli wechseln sich ab mit dem Einsatz im Plenum. Lichteffekte, bei denen Spots und Sterne die Wand hinter dem Altar verschiedenfarbig illuminieren, unterstreichen die Spannung. Stetige Bewegung ist in der Gruppe, es wird getanzt, Gestik und Mimik schaffen Bindung zu den Konzertgästen. Besonders gefällt danach der Gospel „King Jesus“, in den man a-capella einsteigt. Hier zeigt sich, dass die „Gospel Stars“ der aufwändigen Technik, die so manches Klangresultat verzerrt, eigentlich gar nicht bedürfen. Die geschulten, ausdruckstarken Stimmen kommen in der Kirche „unplugged“ äußerst gut zur Geltung. Begleitet vom summenden Background-Chor, erläutert Matia Washington, häufig Leadsängerin und ebenfalls Chorleiterin, den Inhalt, danach setzt die ganze Gruppe mit zunehmender Intensität ein. Der Begriff Gospel, abgeleitet von „God spell“, bezieht sich auf die frohe Botschaft im Evangelium. Beim „Hallelujah“ darf das Publikum aufstehen, Arme hochstrecken, klatschen und mittanzen. Das Geschehen spielt sich nicht nur vor dem Altar ab, ein Sänger geht durch die Reihen und animiert zum Mitmachen. Dies gelingt allerdings nie lang, die Zuhörer nehmen gerne wieder schnell Platz, um andächtig zu lauschen. Eingebettet ins Programm sind lyrische Töne aus Soul und Pop, die abwechslungsreich interpretiert werden. „I Walk by the riverside“ bietet Klänge zum wohligen Eintauchen, dazwischen überaus rhythmische Parts zum Mitklatschen. Die abschließende Interpretation mit Elementen des Rock `n` Roll wird mit brausendem Applaus der Zuhörer belohnt. Im zweiten Teil bezaubert das Ensemble mit bekannten Titeln aus den Charts verschiedener Zeiten. Dabei überzeugt „Higher and higher“ nach Jackie Wilson durch beschwingte Rhythmen und kurzweilige Bühnengestaltung. „And I will allways love you“, bekannt von Whitney Houston, gelingt der Solistin Washington sehr ausdrucksstark, wobei auch hier der Einsatz des Mikrophons eher stört. Der Refrain geht unter die Haut, die folgenden „Standing Ovations“, wobei besonders die jüngeren Besucher den Applaus durch begeisterte Pfiffe verstärken, sind verdient. Musikalischen „Höhenflug“ bietet auch der Song „I believe I can fly“, wobei hier mehrere Sänger abwechselnd solistisch agieren, die Gruppe eine lichtumflutende Show bietet und das Publikum kaum mehr zu halten ist. „We are the World, we are the Children“ von Michael Jackson nimmt die Formation zum Anlass, auf die jüngsten Amokläufe an Schulen in den USA hinzuweisen. Das Publikum stimmt gerne in den Refrain ein und zeigt seine emotionale Verbundenheit. Highlight zum Abschluss ist „O happy day“ mit vielen jazzigen Elementen. Die Steigerung der Dynamik und Stimmenpräsenz reißt das Publikum von den Stühlen, das mitsingt und -tanzt. Im Finale zieht man Tempo und Lautstärke an, helles Licht erleuchtet die Stiftskirche. Tosender Applaus zeigt, dass die frohe musikalische Botschaft angekommen ist.

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