Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Blarr-Nachfolge: FWG hat Bewerberin für Beigeordnetenstelle

Johanna Kunzendorff
Johanna Kunzendorff

Mitte September 2025 endet die Amtszeit der hauptamtlichen Beigeordneten Waltraud Blarr. Am Dienstagnachmittag hat der Stadtrat festgelegt, wie die Nachfolge der Grünen-Politikerin geregelt wird. Die FWG hat schon einen Namen ins Spiel gebracht.

Zum 10. September 2025 bekommt der vierköpfige Neustadter Stadtvorstand ein neues Gesicht, da einen Tag vorher die achtjährige Amtszeit von Waltraud Blarr (Grüne) endet. Als hauptamtliche Beigeordnete verantwortet sie das Dezernat III mit der Stabsstelle Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung, den Fachbereich Familie, Jugend und Soziales sowie die Abteilung Landwirtschaft und Umwelt.

Waltraud Blarr
Waltraud Blarr

Der Stadtrat muss im ersten Halbjahr 2025 also die Nachfolge von Waltraud Blarr (Jahrgang 1961) regeln. Da es seit der Kommunalwahl eine Koalition von FWG, CDU und FDP gibt, können weder Blarr noch die Grünen mit einer Mehrheit im Rat rechnen. Vielmehr haben sich die Fraktionspartner auch mit Blick auf wichtige Personalentscheidungen abgestimmt. Für die anstehende Beigeordnetenentscheidung lag das Vorschlagsrecht bei der FWG – CDU und FDP signalisieren entsprechende Unterstützung, wie die Fraktionsvorsitzenden Clemens Stahler (CDU) und Matthias Frey (FDP) auf Anfrage mitteilten. FWG-Fraktionsvorsitzender Christoph Bachtler informierte auf Anfrage, dass die FWG Johanna Kunzendorff (Jahrgang 1978) für die Nachfolge von Waltraud Blarr vorschlagen werde. Kunzendorff ist Vorsitzende der FWG Kernstadt sowie Mitglied im Haupt- und Umweltausschuss. Aktuell arbeitet Kunzendorff im „Local Green Deal“-Team der Stadt Mannheim, das dem Dezernat des dortigen Oberbürgermeisters zugeordnet ist und hat als Schwerpunktthema „Ambitionierte Klimaziele“. Bachtler sagte ergänzend, dass sich Kunzendorff auch schon bei CDU, FDP, SPD und Grünen vorgestellt und um Unterstützung geworben habe.

Stelle wird ausgeschrieben

Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) erläuterte, dass der Stadtrat mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit entscheiden könne, dass auf eine Ausschreibung verzichtet werde. Dafür warb Christoph Bachtler. Er verwies auf die Koalitionsmehrheit im Stadtrat und dass damit „im Prinzip die Abstimmung vorher feststeht“. Mit einem Verzicht auf eine Ausschreibung könnte man die Verwaltung entlasten, und man „wäre ehrlicher anderen Bewerbern gegenüber“.

Das Werben um die Zwei-Drittel-Mehrheit scheiterte jedoch, da Friderike Graebert (Grüne) und Pascal Bender (SPD) für ihre Fraktionen deutlich machten, dass sie eine Ausschreibung wünschen. „Das ist gute demokratische Tradition“, so Graebert. Bender erinnerte daran, dass man auch früher die Beigeordnetenstellen immer ausgeschrieben habe.

Letztlich stimmte der Stadtrat dann einstimmig für die Ausschreibung und den von der Verwaltung erarbeiteten Text dafür: Demnach wird die Stelle nach der Besoldungsgruppe A 16/B 2 eingestuft und es sollen kommunalpolitische Erfahrung und die Fähigkeit, verschiedene Bereiche als Dezernentin/Dezernent zu leiten, vorliegen.

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