Neustadt
Basketball im Deidesheimer Sand: Sehr leise, aber mit großem Spaßfaktor
Basketball: Leise geht es zu beim Beach-Basketball-Turnier in Deidesheim im Schwimmbad am Paradiesgarten. Kein Aufprallen des Balles ist zu hören, denn gedribbelt werden kann nicht in dem tiefen Sand. Sieben Teams spielen beim 15. Turnier der TSG Deidesheim um Treffer, Körbe und Punkte. Der Spaßfaktor ist enorm groß.
Deidesheim. Der Modus des herkömmlichen Hallen-Basketball ist beim Beach-Basketball abgeändert: Pro Partie beträgt die Spielzeit zweimal fünf Minuten. Für die Mannschaft in Ballbesitz gibt es keine begrenzte Angriffszeit von 30 Sekunden. Meist wechselt auf Sand der Ballbesitz ohnehin in Sekundenschnelle. Ein Raumgewinn wird nur mit schnellen Pässen in Richtung gegnerischen Korb erzielt, da das Laufen mit dem Ball in den Händen nicht erlaubt ist. Wird bei einem Korbwurf gefoult, erhält das gefoulte Team einen Punkt – daher gibt es im Sand auch keine Freiwürfe. In den Vierer-Teams müssen jeweils zwei Frauen auf dem Feld sein. „Frauen am Ball dürfen auch nicht von Männern abgeblockt, also abgewehrt werden, sondern nur von gegnerischen Frauen. Während Frauen durchaus auch die gegnerischen Männer blocken können“, erklärt Simone Scheuermann, Basketball-Abteilungsleiterin der TSG Deidesheim.
Teams helfen sich mit Spielern aus
Die Stimmung ist locker, die Mannschaften vermischen sich immer wieder mal, wenn ein Spieler ausgewechselt werden muss und ein Team beispielsweise zu wenige Alternativen bei den Frauen hat. Dann springt auch schon mal Simone Scheuermann in einer anderen Mannschaft ein. Sie spielt ohnehin nicht in dem Team „TSG und Friends“, sondern hat sich mit ihren zwei Söhnen Pius und Kilian der Mannschaft „Allgäu Power“ aus Sonthofen angeschlossen.
„Das ist meine alte Heimat, ich stamme aus dem Allgäu“, verrät sie. „Das Team hat auch komplett bei uns zu Hause übernachtet. Als unsere Kinder früher noch klein waren, wechselten wir uns abends ab. Einmal durften die Männer auf die Kerwe, dann die Frauen.“ Denn die Kerwe in Deidesheim ist fester Programmpunkt des Turniers. Dort hat die TSG einen Stand, und abends trifft man sich zu einem gemütlichen Ausklang.
Genauer Pass, erfolgreicher Angriff
Doch vorher wird auf dem tiefen Sand geackert. Die Spieler keuchen wie Rennpferde, es wird oft gewechselt. Es dauert bei den zusammengewürfelten Teams eine Weile, bis sich die Mannschaftskollegen aneinander gewöhnt haben und bei Ballgewinn den schnellen Vorwärtsgang Richtung gegnerischen Korb einlegen. Denn nur der genaue Pass erlaubt einen erfolgreichen Angriff. Manchmal gibt es einen Bodenkampf, denn der Ball platscht einfach in den Sand und bleibt liegen. Doch die Spieler fallen weich, Verletzungen gibt es manchmal nur an den Zehen, weil barfuß gespielt wird. Das Deidesheimer Team wird von drei Spielern aus Speyer ergänzt. Thomas Rammrath und seine Frau bringen zudem Francesco Pica mit. Er hat bislang noch nie auf Sand gespielt. „Auf den ersten Blick wirkt es kontraproduktiv, wenn man nicht dribbeln kann. Das Spiel ist nicht so dynamisch. Einzelaktionen sind kaum möglich – das Team drumherum ist wichtig“, betont er.
Das Geheimnis beim Beach-Basketball liegt in der schnellen Bewegung der Mitspieler. Sie müssen sich freilaufen, der Pass muss schnell kommen. Vor dem Korb stehen aber meist schon die Abwehrspieler, die fair nach dem Ball grapschen.
Gut behauptet haben sich die drei Teams, die zum ersten Mal beim Turnier dabei waren. Mit fünf Siegen und einem Remis siegt das Newcomer-Team aus Kirchheimbolanden vor der Mannschaft aus dem Allgäu. Gastgeber Deidesheim fährt nur einen Sieg ein. Doch am Ende zählt sowieso nur der Spaßfaktor. Und der war sichtbar hoch, auf einer Skala von eins bis zehn, gibt es ganz klar eine „Zehn“.