Neustadt Bahnsteig bleibt schmaler als geplant

In der Kritik: der besonders enge Bahnsteig 2.
In der Kritik: der besonders enge Bahnsteig 2.

Der aus Sicht der Stadt zu schmal ausgebaute Mittelbahnsteig am Frankenthaler Hauptbahnhof bleibt, wie er ist. Die Stadt verzichtet auf eine Klage gegen die Deutsche Bahn AG. Dem hat der städtische Planungs- und Umweltausschuss zähneknirschend zugestimmt.

Beim Ausbau des Bahnhofs für den S-Bahn-Verkehr 2015 sollten Bahnsteig 2 und Bahnsteig 3 annähernd gleich breit werden: 3,60 und 3,34 Meter. So stand es auch im Planfeststellungsbescheid des Eisebahnbundesamts (EBA). Weil die Bahn dann aber bei den Bauarbeiten unter anderem auf eine in diesem Bereich nicht erwartete Kabeltrasse stieß, verschob sie die Grenze zwischen den beiden Wartezonen: Bahnsteig 2 wurde nach Bahn-Rechnung nur noch 3,12 Meter breit. Diese Umplanung sei nicht abgesprochen gewesen, kritisierte die Stadt mehrfach. Nach ihrer Rechnung ist der Bahnsteig sogar nur 2,88 Meter breit – im Unterschied zur Bahn bezieht sie die „Rückwand einer Winkelstützmauer“ nicht in die Messung ein. Stadt und Bahnkunden äußerten angesichts dieser Lage Sicherheitsbedenken. Die Ausführung entspreche allen Vorschriften, erwiderten Vertreter der Bahn. Das Unternehmen hat seine Planänderung inzwischen durch das EBA absegnen lassen. Den Änderungsbescheid vom 21. Dezember 2017 legte die Verwaltung den Ausschussmitgliedern jetzt mit auf den Tisch. Fazit von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) angesichts dieses Papiers: „Die Begründung ist fast 1:1 von der Bahn übernommen worden.“ Die städtischen Einwände und Alternativvorschläge seien nicht berücksichtigt worden. „Wir hatten etwas Anderes erwartet und bestellt, und das mit guten Gründen“, sagte der Verwaltungschef. Die Planfeststellungsbehörde aber argumentiere vor allem damit, dass die Veränderungen gerechtfertigt seien und die Vorschriften eingehalten würden: Bei einer Durchfahrtgeschwindigkeit der Züge von weniger als 160 Stundenkilometern müsse ein „einseitig“ genutzter Bahnsteig mindestens 2,50 Meter breit sein – das sei in Frankenthal der Fall. Hebich griff zu einem Vergleich aus der Welt der Autos: „Wir haben einen VW Passat bestellt und einen Dacia geliefert bekommen. Beide haben eine Zulassung.“ Gegen die Plangenehmigung könnte die Stadt Frankenthal beim Oberverwaltungsgericht klagen. Erfolgversprechend wäre dies nach Einschätzung der Verwaltung aber nicht; daher schlug sie vor, „aufgrund der Sachlage von einer Klage abzusehen“.

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