Neustadt Bahn plant mehrere Lärmschutzwände

Bis 9. August können Einwendungen gegen den geplanten Bau von Lärmschutzwänden entlang der Bahnlinie in Lambrecht, Frankeneck und Weidenthal eingelegt werden. Dazu berechtigt sind Bürger, die von den Plänen betroffen sind sowie die Verbandsgemeinde Lambrecht, die Gemeinden und die Träger öffentlicher Belange, etwa Verbände und Behörden.
Geplant und gebaut werden die Lärmschutzwände von der Deutschen Bahn AG. Erstmals hatte die Bahn bei einer Veranstaltung im Juni 2013 darüber informiert, dass in der Verbandsgemeinde Lambrecht Maßnahmen zum Schutz vor Bahnlärm vorgesehen sind. Im Februar hatte eine Mitarbeiterin der Bahn AG die Pläne in einer öffentlichen Sitzung des Verbandsgemeinderats vorgestellt (Die RHEINPFALZ hat am 13. Februar berichtet). Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Zu dem gehört eine Anhörung der Betroffenen sowie der Träger öffentlicher Belange. Mit dieser Anhörung wurde der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz beauftragt. Bis 26. Juli können vier dicke Ordner mit allen Unterlagen zu den geplanten Lärmschutzwänden in der Verbandsgemeindeverwaltung angeschaut werden. Die Unterlagen stehen außerdem im Internet. Bis 9. August können Einwendungen schriftlich, persönlich oder per E-Mail mit elektronischer Signatur bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Lambrecht oder beim LBM in Koblenz vorgebracht werden. Die Verbandsgemeinde wird nach Angaben von Verbandsbürgermeister Manfred Kirr keine Stellungnahme abgeben. Von den Mitgliedern des Verbandsgemeinderats seien keine entsprechenden Anregungen gekommen. Kirr erinnert daran, dass seit Jahren Beschwerden wegen des Bahnlärms geäußert werden. Er weiß, dass es auch andere technische Möglichkeiten zur Reduzierung der Zuggeräusche gibt, etwa Flüsterbremsen oder eine andere Radwegaufhängung. „Das macht die Bahn aber nicht, wir haben nur die Wahl Lärmschutzwände oder nichts“, so Kirr. Nach seinen Angaben sind bei der Verbandsgemeinde einige Einsprüche von Bürgern eingegangen. „Es sind teils Einwände von Anwohnern, die keine Lärmschutzwand bekommen, aber eine möchten und teils Einwände von Anwohnern, die eine Lärmschutzwand bekommen, aber keine wollen“, fasst Kirr zusammen. „Lambrecht wird in einen Teil nördlich und einen südlich der Bahnlinie geteilt“, nennt Kirr ein Beispiel für die Auswirkungen auf das Ortsbild. In Lambrecht sind zwei Lärmschutzwände auf der Südseite der Bahnlinie geplant. Eine beginnt am Ortseingang aus Richtung Neidenfels und geht bis zum Parkplatz am Bahnhof, sie ist 762 Meter lang und hat eine Höhe von drei Metern über der Schienenoberkante. Der obere Teil soll teilweise aus Plexiglas sein. 188 Meter lang wird eine weitere Wand, die von der Höhe der Abfahrt zum Dörrental bis zum Ortsausgang verläuft und eine Höhe von zwei Metern über die Schienenoberkante hat. In einer Stadtratssitzung am Dienstag wurden Bedenken über eine Beeinträchtigung des Ortsbilds geäußert, doch wird der Stadtrat keine Stellungnahme abgeben. Frankeneck soll mit einer Aluminiumwand, die 755 Meter lang ist und eine Höhe von zwei Metern über der Schienenoberkante hat, vom Lärm der Züge geschützt werden. Die Wand sei relativ weit von den Häusern entfernt, deshalb gebe es weder von den Bürgern noch von den Ratsmitgliedern dagegen Bedenken, sagt Bürgermeister Jürgen Schlupp (SPD). Lindenberg bekommt keine Lärmschutzwand. Einwohner aus dem Dörrental haben deshalb bei der Anhörung Einwände vorgebracht und fordern die Errichtung eines entsprechenden Bauwerks. „Natürlich hätten wir gern mehr für unsere Bürger, aber die Gemeinde hat keine Chance, etwas zu erreichen“, sagt Bürgermeister Reiner Koch (FWG). Er bedauert, dass die Bürger, die jetzt Kritik äußern, bei den Veranstaltungen mit der Bahn „kein Wort gesagt haben“. Auch in Neidenfels sind keine Baumaßnahmen der Bahn vorgesehen. Zu Lärmschutzwänden in Weidenthal lesen Sie den Bericht weiter unten.