Neustadt Aus Wut im Bauch wird Kampfgeist
Ja, es wird tatsächlich noch trainiert. Wir hatten ja am Mittwoch das Nachholspiel beim SV Bornheim mit 30:17 gewonnen. Und am Sonntag steht noch das letzte Punktspiel gegen den TV Wörth an. Stichwort TV Wörth: Zu dieser Mannschaft soll Ihr Team ja eine ganz besondere Beziehung pflegen ... Ja, das stimmt (lacht). Nach unserem Spiel gegen Dahn hat uns rein rechnerisch noch ein Punkt zum Aufstieg gefehlt. So sind wir einen Tag danach zum Tabellenzweiten SV Bornheim gefahren und haben uns dessen Partie gegen Wörth angeschaut. Wir haben Wörth unterstützt. Ich bin in der Halbzeit hin und habe die Wörther motiviert. Und sie haben gewonnen. Mit denen sind wir jetzt gut befreundet. (lacht) Im letzten Saisonspiel am Sonntag, 16 Uhr, empfängt der TVK Wörth. Feiern Sie mit dem Gegner? Wir haben denen einen Kasten Bier angeboten – der ist natürlich schon gekauft. Wie hat Ihre Mannschaft es geschafft, so in der A-Klasse zu dominieren? Entscheidend war, dass wir jedem Gegner von Anfang an im Spiel gezeigt haben, dass wir gewinnen wollen. Woher kommt dieser Kampfgeist? Immerhin ist Kirrweiler ja vor einem Jahr wegen eines Tores zu wenig am Aufstieg gescheitert. Vor einem Jahr waren wir alle in einer Schockstarre. Aber zu Beginn der Saison war nur noch die Wut im Bauch da. Kann sein, vielleicht hat das den Kampfgeist hervorgerufen. Unsere Devise war schon in der Vorbereitung ganz klar: Es gibt nur Platz eins. Es ist aber nicht immer alles glatt gelaufen in der Saison, oder? Nein, wir hatten immer einige verletzte Leistungsträgerinnen. In der Rückrunde hat die Mannschaft immer anders auf dem Feld gestanden. Wir waren alles andere als eingespielt. Aber das hat die Mädels zusammengeschweißt. In der Verbandsliga wird es für den TVK vermutlich schwer, oder? Unser Ziel ist natürlich, frühzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Wir wollen uns im oberen Tabellendrittel etablieren: Das Schwierige ist, aus der A-Klasse rauszukommen, weil’s nur einen Aufsteiger gibt. Bleibt Ihre Mannschaft zusammen? Brauchen Sie für die nächste Saison Verstärkungen? Es gibt mit Linksaußen Lea Zöller studienbedingt nur einen Abgang. Sie geht nach London. Alle anderen 18 Mädels bleiben. Mit der einen oder anderen neuen Spielerin bin ich im Gespräch – wir brauchen noch Leute im Rückraum. Und was ist mit Ihrer Frau Caroline? Wann spielt sie wieder? Unser Baby kommt Mitte Juli. Unser Plan ist, dass sie, so schnell es geht, wieder einsteigt. Sie ist unsere Abwehrchefin. Aber Herr Glas, Sie sind während eines Spiels auf der Bank und Ihre Frau auf dem Feld. Wo bleibt Ihr Baby? Das hat genügend Babysitter in der Halle. (lacht) Über einen Mangel an Zuschauern brauchen Sie sich also nicht zu beklagen, oder? Nein, beim vorentscheidenden Spiel gegen Dahn waren 200 Leute in der Halle. Und im Schnitt hatten wir immer 60 bis 80 Zuschauer. Das ist für die A-Klasse ein guter Schnitt. Wird das Training künftig anders, sprich mehr? Nein, wir bleiben bei zweimal Training pro Woche. Nur die Saisonvorbereitung gestalte ich ein wenig anders. Nämlich? Ende Juni starten wir mit der Vorbereitung und trainieren dreimal pro Woche. Wir werden diesmal nicht erst im August den Ball zum ersten Mal in die Hand nehmen. Wir werden Spinningkurse in einem Fitnessstudio machen und einen Jumpingkurs beim TVK. Aber es bleibt bei den bei allen beliebten Waldläufen. Was ist ein Jumpingkurs? Der Verein hat 13 Trampoline angeschafft und bietet für Erwachsene Kurse an. Zurück zum letzten Saisonspiel: Wie feiern Sie? Wir feiern noch mal mit einem sogenannten Kabinenfest, aber dann ist Schluss. Dann brauche ich eine Pause. Denn mein Job als Trainer ist sehr zeitintensiv und kostet viel private Zeit. Der Trainingsbetrieb wird bis Ende Juni eingestellt, und ich kümmere mich um meine schwangere Frau. | Interview: Sabine Dean