Neustadt
Auge auf Müllsünder und vieles mehr: Der Job der Naturschutzbeauftragten
Alle fünf Jahre bestellt die Stadt Neustadt acht ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte. Beigeordnete Waltraud Blarr (Grüne) hatte daher für die Sitzung des Umweltausschusses am Mittwochabend nicht nur die Ernennungsurkunden mitgebracht, sondern sie lobte auch den Einsatz der Bürger für die Umwelt in Neustadt. Es sei extrem wichtig, dass die Ehrenamtlichen draußen unterwegs sind. „Denn wenn sie etwas sehen, können sie es uns gleich berichten“, beschrieb Blarr das Zusammenspiel von Verwaltung und Naturschutzbeauftragten. Das funktioniere hervorragend, die Abteilung Landwirtschaft und Umwelt sei sehr froh über diese Unterstützung. Zumal die Beauftragten jeweils für ganz bestimmte Gebiete zuständig seien.
Bis 2029 werden sich folgende Personen um diese Aufgaben kümmern: Volker Lichti und Manfred Sauter um Lachen-Speyerdorf, Wolfgang Braunstein um Mußbach, Volker Platz um Gimmeldingen und Königsbach, Martin Grund um Geinsheim, Diedesfeld und Hambach, Clement Heber um den Sonnenweg und Haardt, Marc Teiwes um das Schöntal und die Wolfsburg sowie Heinz Amann um Duttweiler. Was ein Naturschutzbeauftragter genau macht, beschreibt die Verwaltung anhand der rechtlichen Vorgaben wie folgt: „Die Beauftragten haben die Aufgaben, über örtliche Maßnahmen zu informieren und das Verständnis für Natur und Landschaft zu wecken, die Natur und Landschaft zu beobachten und gegebenenfalls zuständige Naturschutzbehörden zu informieren sowie Maßnahmen in Naturparken und Biosphärenreservaten zu unterstützen.“
Pappeln umgestürzt
Da das eher schwammig klingt, kam im Umweltausschuss schnell der Wunsch auf, die Beauftragten, die sich schon viele Jahre engagieren, sollten doch mal ein bisschen was über ihre Tätigkeit erzählen. Heinz Amann hatte für Duttweiler ein aktuelles Beispiel parat. Bei den jüngsten Stürmen seien drei Pappeln umgestürzt und hätten im Bach einen Rückstau verursacht. Er habe das direkt gemeldet – und das Probleme habe nach zwei Tagen von einer Fachfirma behoben werden können. Ansonsten sei Müll in der Flur ein leidiges Thema: „Wenn ich etwas sehe, melde ich es direkt an die Stadt, damit das entsorgt werden kann.“
Volker Platz begleitete in Gimmeldingen, wie vor wenigen Tagen fünf seinen Angaben zufolge ortsbildprägende Pappeln gefällt wurden. Wegen der Verkehrssicherung sei das Fällen nötig gewesen. „Schade war das trotzdem, denn aus ökologischer Sicht waren die Bäume sehr wertvoll.“ Platz plädierte daher dafür, sich immer für den Erhalt von Bäumen einzusetzen, sofern es keine Gefahren für die Verkehrssicherheit gebe. Immerhin: In Gimmeldingen seien nun Neupflanzungen geplant. Clement Heber berichtete, dass er täglich mit dem Fahrrad unterwegs sei. Ihm sei es wichtig, einen Beitrag zum Erhalt der Natur und Artenvielfalt zu leisten.
Marc Teiwes ergänzte, dass auch der Austausch mit Bürgern wichtig sei. Viele Nachbarn wüssten von seinem Ehrenamt – „und die kommen dann gerne mit Fragen zu mir oder berichten mir, wenn sie draußen in der Natur etwas Auffälliges beobachtet haben“.