Fragen und Antworten
125 Jahre SC Neustadt: Wie der Club im Stadionbad feiert
Jubiläumsfeier im Freibad: Wie lautet der Dresscode? Festliche Kleidung oder Badehose beziehungsweise Badeanzug?
„Zur 125-Jahr-Feier gibt es keinen Dresscode. Jeder erscheint so, wie er sich am wohlsten fühlt“, betonen Michael Heinz und Immo Bender, Vorsitzender beziehungsweise Geschäftsführer des SC Neustadt. Natürlich gebe es viele Veranstaltungen auch im Wasser, so dass „jeder hoffentlich auch Badesachen mitbringen wird“. Der SCN biete Jubiläums-T-Shirts zum Verkauf an. „Der Vorstand wird auf jeden Fall in den Jubiläumsshirts erscheinen, die sowohl die 125 Jahre SCN als auch die 750 Jahre Neustadt an der Weinstraße symbolisieren“, kündigen Heinz und Bender an. In erster Linie möchte der Club ein Fest für und mit Jung und Alt feiern. Kinder und Jugendliche „sind unsere größte Mitgliedsgruppe“.
Sein 25-jähriges Vereinsbestehen hat der SC Neustadt am 14. November 1925 wie auch sein 100-jähriges Bestehen am 19. August 2000 im Saalbau gefeiert. Jetzt steht am Samstag die Feier zum 125-jährigen Bestehen im Stadionbad an: Muss der SCN unbedingt an einem Samstagnachmittag im Hochsommer das Stadionbad alleine für sich beziehungsweise seine Jubiläumsfeier beanspruchen? Wer darf alles zu dieser Feier kommen? Nur Vereinsmitglieder?
Seit vielen Jahren feiere der Schwimmclub sein Sommerfest am letzten Ferienwochenende. „Dass ein Jubiläum der aktuellen Größenordnung etwas Besonderes ist und deshalb auch entsprechend gefeiert werden sollte, ist hoffentlich verständlich“, sagen Michael Heinz und Immo Bender. Der SC Neustadt habe sich seit 125 Jahren für die Schwimmbad-Infrastruktur in Neustadt eingesetzt und aktiv eingebracht. Ohne ihn gäbe es weder das Stadionbad in seiner heutigen Form noch die Traglufthalle. Viele Jahre sei das Schwimmbad in den 1980er-Jahren sogar in Eigenregie zusammen mit der DLRG geführt worden. „Auch in der Gaskrise innerhalb des Angriffs Russland auf die Ukraine wäre das Schwimmbad ohne unsere aktive, politische Arbeit geschlossen geblieben“, heben die beiden Vorstandsmitglieder hervor. „Wenn uns dafür alle 125 Jahre das Bad für einen halben Tag für Vereinsmitglieder und Freunde zur Verfügung gestellt wird, dann ist das bei aller potenziellen Kritik immer noch verhältnismäßig.“ Für die Öffentlichkeit gebe es an dem Tag in Mußbach, Hambach und Duttweiler Freibäder, die mit der Stadionbad-Dauerkarte ohne Zusatzkosten besucht werden könnten. Darüber hinaus seien in der näheren Umgebung noch weitere Ausweichmöglichkeiten.
Wird der SCN erwähnt, denken viele zuerst an leistungsorientierten Wasserballsport. Aber der Schwimmclub hat ja noch viel mehr zu bieten. Oder?
Durch die mediale Präsenz der hochklassig spielenden Wasserballer gingen die anderen Bereiche in der Öffentlichkeit manchmal etwas unter, wissen Heinz und Bender. „Grundsätzlich sind wir jedoch ein Schwimmclub für alle Bereiche des Schwimm- und Wasserballsports.“ Dabei gebe es zahlreiche Angebote für alle Alters- und Leistungsklassen und für jedes Leistungsniveau. Gerade sei zudem die Sommerschwimmschule des SCN zu Ende gegangen. „Wir hatten knapp 50 Teilnehmer. Von ihnen haben einige bereits Interesse gezeigt, weiter regelmäßig bei uns im Club schwimmen zu wollen“, freuen sich Heinz und Bender über den Zuspruch. Zahlenmäßig seien Breitensportler und inaktive Mitglieder auch im SC Neustadt in der Überzahl.
Stimmt es, dass Neulinge erst einmal im SCN vorschwimmen müssen?
„Wir erhalten sehr viele Anfragen beispielsweise über unsere Webseite, ob wir noch Mitglieder aufnehmen oder ob Kinder bei uns mittrainieren können“, erklären die beiden Vorstandsmitglieder. „Darüber freuen wir uns sehr.“ Aber jemanden einfach aufzunehmen und dann sich selbst zu überlassen, sei nicht zielführend. „Daher darf man bei uns, wie in den meisten Vereinen, einen Monat lang schnuppern. Beim ersten Schnuppertermin stellen wir dann fest, welches die passende Schwimmgruppe für das Kind ist.“
Ist Schwimmen eine Frage des Geldes?
Laut einer repräsentativen Umfrage der DLRG können 49 Prozent der Kinder aus Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 2500 Euro nicht schwimmen. Bei einem Einkommen über 4000 Euro monatlich waren es nur zehn Prozent. Eine SCN-Mitgliedschaft kostet immerhin 156 Euro jährlich. Dann kommt da ja noch der Schwimmbad-Eintritt hinzu. Viele Kinder können heutzutage in der Tat nicht schwimmen. Dies ist jedoch im Wesentlichen dem fehlenden Schwimmunterricht in den Grundschulen und der Schließung vieler Schwimmbäder geschuldet, sagen der Vorsitzende und der Geschäftsführer des SC Neustadt. Die Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns habe zusätzlich zu einem erheblichen Rückgang der Schwimmfähigkeit bei Kindern geführt. Heinz und Bender: „Daher haben wir in Neustadt auch Kooperationen mit Schulen, um das schulische Angebot wieder auszudehnen.“ Schwimmunterricht dürfe keine Frage des Geldes sein. Selbst für einkommensschwache Familien hätten sie im SCN bei Anfrage immer eine Lösung gefunden. „Wir plädieren jedoch, ebenso wie die Deutsche Lebens- Rettungsgesellschaft, für zusätzliche Förderungen der Länder und des Bundes, um nach Möglichkeit kostenlosen Schwimmunterricht zu ermöglichen.“
Auf der Jubiläumsfeier gibt es einen Arschbombenwettbewerb. Wer sitzt in der Jury? Worauf achtet sie? Aus welcher Höhe springen die Teilnehmer?
„In der Jury sind unser Vorsitzender Mike Heinz, unser Geschäftsführer Immo Bender, aus unserem Ältestenrat Peter Jacqué und zwei weitere Überraschungsjuroren“, verrät der SCN. Es werde ausschließlich vom Ein-Meter-Brett in drei Altersklassen (fünf bis acht Jahre, neun bis 13 sowie ab 14 Jahre) gesprungen. Die Kategorien seien Spritzhöhe, die Schwierigkeit und die Ausführung. Aber in erster Linie gehe es um Spaß.
Eine Familienstaffel ist ebenso im Programm. Was steckt dahinter?
„Auch bei unserer Familienstaffel steht der Spaß im Vordergrund“, betonen Bender und Heinz. Jede Staffel schwimme mit vier Personen. „Wir nutzen die 25-Meter-Bahnlänge, schwimmen also auf Querbahnen im 50-Meter-Becken.“ Jeder schwimme die Lage, die er am liebsten möge. Die Familienzusammensetzung sei „sehr durchlässig“. „Wir halten es da frei nach dem Motto ,friends are chosen family’ (Freunde sind auserwählte Familienmitglieder)“, sagen die beiden Vorstandsmitglieder.
Sollte es am Samstag regnen: Wie wappnet sich der SCN?
Grundpositiv gehe man auch in diesem Sommer von schönstem Wetter aus, so der Schwimmclub. „Im Zweifelsfall haben wir diverse Zelte und Pavillons als Sonnen- und als Regenschutz“, sagen Michael Heinz und Immo Bender. „Einem Wassersportverein kann das nasse Element allerdings nicht abschrecken“, ergänzen sie schmunzelnd. Alle für das Schwimmbecken geplanten Aktivitäten würden weiterhin stattfinden. Das gesellige Beisammensein müsste dann in den dafür vorgesehenen Zelten und in dem Clubheim sein.
Im Stadionbad gibt es einen Zehn-Meter-Turm: Warum gibt es eigentlich keine Turmspringer im Schwimmclub? Hat es sie jemals gegeben?
Neben den beiden Hauptsparten Schwimmen und Wasserball ist der SCN – bei Bedarf und entsprechender Nachfrage – für alle unter dem Dach des Deutschen Schwimmverbandes beheimateten Sportarten wie Wasserspringen und Synchronschwimmen eine Anlaufstelle. Es hat Mitte der 1950er-Jahre eine Sprunggruppe gegeben, aber darüber hinaus gab es seit Bestehen des Clubs keine nennenswerten Aktivitäten außerhalb des klassischen Schwimm- und Wasserballsports. „Zudem hätten wir im Winter keine Trainingsmöglichkeiten für Sprungsportler im Stadionbad“, geben die beiden SCN-Verantwortlichen zu bedenken.
Was sind die nächsten Ziele des SC Neustadt?
„Nach einem signifikanten Rückgang unserer Mitgliederzahlen während Corona wollen wir in den nächsten Jahren wieder neue Mitglieder gewinnen“, kündigen Immo Bender und Michel Heinz an. „Dies geschieht, indem wir unser Angebot ausweiten und nun unter anderem auch Schwimmschulen im Sommer und Winter anbieten sowie Kraulkurse für Erwachsene und Schnupperkurse für unsere jüngsten Wasserballer.“ All diese Aktivitäten stießen auf große Resonanz. „Im Leistungssport wollen wir auch in Zukunft eine Spitzenposition in den von uns angebotenen Sportarten Schwimmen und Wasserball auf Deutschlandebene erzielen.“ Das bedeute für den SCN im Wesentlichen eine solide Jugendarbeit, der Ausbau seiner Leistungsmannschaften in allen Altersklassen und den Klassenverbleib der Ersten Wasserball-Mannschaft in der neu gegründeten einteiligen Zweiten Bundesliga.
Wo gibt es die neue Vereinschronik? Was kostet sie?
Der SC Neustadt hat mit Hilfe von Sponsoren eine 180 Seiten lange Vereinschronik in festem Einband und limitierter Auflage von 200 Stück aufgelegt. „Gegen Spende in nicht bezifferter Höhe stellen wir die Chronik zur Verfügung“, informieren Heinz und Bender. Alle Mitglieder, die keinen Wert auf ein Buch legten, könnten die Chronik auch in digitaler Form erhalten. „Darüber hinaus planen wir, eine Audioversion der Vereinschronik in Form eines Podcasts zur Verfügung zu stellen“, kündigen sie an. „Beides wollen wir pünktlich zum Jubiläumssommerfest präsentieren.“
Wie ist das Stadionbad in Schöntal entstanden?
Wäre es nach ursprünglichen Plänen gegangen, gäbe es das Stadionbad und das Stadion nicht in Schöntal. Das Bad sollte eigentlich an der heutigen Festwiese entstehen, weiß der Verein Pfälzische Sportgeschichte. Und das Stadion war ursprünglich dort geplant, wo das Schulzentrum Böbig ist. Es war sogar vorgesehen, im Winter die Laufbahn zu berieseln und so zu einer Eisbahn umzufunktionieren. „Um den sehnlichsten Wunsch aller Schwimmer zu verwirklichen“, sollte an der Ecke Wiesenstraße/Wallgasse, am nachmaligen Parkplatz Festwiese, ein Freibad angelegt werden. Hierfür hat sich laut Verein Pfälzische Sportgeschichte schon vor 1914 Wilhelm Bächle eingesetzt, der damalige Vorsitzende des SC Neustadt.
Doch es kam ganz anders: Denn die 1897 gegründete Volksbad AG, Betreiber des 1899 gebauten Walter-Engelmann-Hallenbades, kauft im Dezember 1926 für rund 50.000 Reichsmark 6,5 Hektar im Schöntaler Gemarkungsteil „In den Schönwiesen“ . Der Plan des Käufers, dort nur ein Stadion und kein Bad anzulegen, lässt viele Menschen protestieren. Es wird eine „Bausparkasse für die Errichtung eines Freibads“ ins Leben gerufen, an dessen Finanzierung sich jedermann mit zehn Mark beteiligen kann. Zudem gibt es ein Benefiz-Fußballspiel.
Das auf diese Weise hereingekommene Geld reicht aus, um im August 1928 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Bei Wasserbohrungen für das Schwimmbad wurde in 161 Metern Tiefe eine Quelle ausgemacht. Die lieferte täglich 150.000 Liter Wasser.
Zeitplan
14 bis 14.30 Uhr: Einlass zum Jubiläumssommerfest mit Sektempfang
14.30 bis 15.30 Uhr: Begrüßung, Ehrung vom Sportbund
ab 15.30 Uhr: Kaffee, Waffeln, Eis
16 Uhr: Anmeldung zur Familienstaffel und zum Arschbomben-Wettbewerb; Synchronschwimm-Präsentation;
16.30 Uhr: Familienstaffel
17.30 Uhr: Arschbomben-Wettbewerb
ab 18 Uhr: Abendessen
18 bis 22 Uhr: Livemusik
ab 18.30 Uhr: Ehrungen der Clubmeister, Wasserballer und Trainer;
19.30 Uhr: Demo-Wasserball-Spiel.