Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Collini-Center-Abriss: Am Neckar geht es bald rund

Der Wohnturm (links) bleibt, der Büroturm hat ausgedient: Die Skyline am Neckar wird sich stark verändern.
Der Wohnturm (links) bleibt, der Büroturm hat ausgedient: Die Skyline am Neckar wird sich stark verändern.

Es ist ein gewaltiger städtebaulicher Eingriff, der in Mannheim bevorsteht. Der marode Büroturm des Collini-Centers soll im kommenden Jahr Stück für Stück verschwinden. Vier neue Gebäude sind dafür geplant. Am Neckarufer soll es dann ganz anders aussehen.

Das Collini-Center am Neckarufer leert sich. Zwei Dezernate der Stadt sind schon ins neue Rathaus im Glücksteinquartier umgezogen. Die dort noch verbliebenen Mitarbeiter sollen auf andere Standorte der Verwaltung verteilt werden. Bis Jahresende muss das Hochhaus geräumt sein, damit im kommenden Jahr der Abriss beginnen kann. Auf dem Areal plant ein Investor vier neue Gebäude, in denen gewohnt und gearbeitet werden soll.

Das sind die Pläne des Heidelberger Immobilienunternehmens Deutsche Wohnwerte, das den Büroturm im vergangenen Jahr von der Stadt gekauft hat. Vorausgegangen war der Sieg in einem Auswahlverfahren. Die Stadt Mannheim wollte das Grundstück am Neckar nicht einfach meistbietend verkaufen. Stattdessen sollte über einen Investorenwettbewerb eine städtebaulich gute Lösung gefunden werden. Für das beste Konzept sollte es den Zuschlag geben.

Ein großes Ziel

Kritiker hielten es damals für wenig Erfolg versprechend, einem Investor angesichts der enormen Kosten für den Abriss des maroden Hochhauses noch viele Vorschriften für die spätere Nutzung des neuen Gebäudes zu machen. Doch angesichts des Wettbewerbsergebnisses mussten sich diese Stimmen eines Besseren belehren lassen. Schon in den Wettbewerbsbedingungen hatte die Stadt festgelegt, dass bei einem Abriss und Neubau der angrenzende Wohnturm des Collini-Centers mit privaten Eigentumswohnungen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden darf. Ebenso muss der Collini-Fußgängersteg über den Neckar erhalten bleiben. Mindestens 20 Prozent entstehender Wohnungen sollen „preisgünstig“ sein. In einem Neubau ist zudem eine Kindertagesstätte gewünscht. Die Stadt plant eine Neuordnung des gesamten Areals. Ein wichtiges Ziel ist es, den Neckar besser mit den Quadraten zu verbinden. Große oberirdische Parkplatzflächen wie bisher sind dabei nicht mehr erwünscht.

Für die Deutsche Wohnwerte GmbH waren diese Bedingungen offenbar kein Problem. „Mit unserem siegreichen Konzept werden wir echten Mehrwert für die Stadtgesellschaft und ein stadtbildprägendes Ensemble schaffen – einen Ort, an dem sich Wohnen, Arbeiten, Lernen, Erholung und Genuss in einzigartiger Synthese am Rande des Neckars verbinden“, kündigt Wohnwerte-Geschäftsführer Thomas Dorant an.

Ein neues Gebäude-Ensemble

Nach dem siegreichen Entwurf eines Architekturbüros aus Frankfurt sind vier neue, flügelförmige Baukörper in verschiedenen Höhen geplant. Zwei Wohn- und zwei Bürotürme sollen mit dem verbleibenden 32-geschossigen Collini-Wohnturm ein Ensemble bilden. Wie eine Sprecherin des städtischen Baudezernats auf Anfrage mitteilte, soll das Collini-Center bis Jahresende vollständig geräumt sein und anschließend an den Investor übergeben werden. Bis dahin werde es noch genutzt.

„Die Dezernate IV und V für Planung und Bau sowie Umwelt und städtische Betriebe sind bereits ins neue Technische Rathaus im Glücksteinquartier umgezogen. Im Collini-Center arbeiten derzeit noch Mitarbeiter des Bereichs Sport und Freizeit, die an einen anderen Verwaltungsstandort gehen werden“, erklärt die Rathaus-Sprecherin.

Eine Sprengung ist unmöglich

Die Wohnhäuser in unmittelbarer Umgebung machen den Abriss nicht gerade leicht. Fest steht offenbar schon, dass eine Sprengung nicht in Frage kommt. Weil große Bagger nur in eine Höhe von 30 Metern reichten, das Collini-Center jedoch mehr als 50 Meter hoch ist, müssten die oberen Geschosse wohl Stück für Stück von oben nach unten abgetragen werden. Genauere Angaben seien derzeit noch nicht möglich, so die Rathaus-Sprecherin. „Parallel zur Vorbereitung der Gebäudeübergabe und des Abbruchs läuft die Konkretisierung des städtebaulichen Konzepts und die Ausarbeitung des Bebauungsplans für die Neuordnung des Collini-Areals“, erklärt sie.

Die Vorbereitungen für die Neuordnung des gesamten Ufers, das den Namen des früheren Oberbürgermeisters Cahn-Garnier trägt, laufen auf Hochtouren. Um den Zugang aus der Stadt an den Neckar zu verbessern, soll die heutige Verkehrsführung an der Stelle geändert werden. Der Hans-Böckler-Platz soll Park- und Grünanlage, das Neckarufer attraktiver werden.

Und so soll das neue Gebäude-Ensemble einmal aussehen.
Und so soll das neue Gebäude-Ensemble einmal aussehen.
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