Ludwigshafen Zur Sache: Das Aschantidorf

Der Bau des Aschantidorfs 1921/22 fällt in eine Hochphase des Werkswohnungsbaus bei der BASF. Arbeitskräfte werden dringend gesucht, gleichzeitig fehlen Wohnungen. Die Werkssiedlung mit der aufgelockerten, kleinteiligen und maximal zweieinhalbstöckigen Gebäude fällt dabei aus dem Rahmen der sonst üblichen Blockbebauung wie etwa in der zeitgleich entstehenden Ebertsiedlung oder den Wislicenus-Blöcken. Nur die Randbebauung ist konzentriert, um den Verkehrslärm abzuhalten. Im Innern wollte man so Ruhe und Abgeschiedenheit vermitteln. Dafür sorgen auch die Sackgassen mit Wendehammer. Heute verhindern eine Schranke und eine Einbahnstraßenregelung den Durchfahrts- und Parkplatzsuchverkehr. Im Innern der Anlage sind die Gebäude zu Doppelhaushälften oder drei Reihenhäusern zusammengefasst. Die insgesamt 90 Wohnungen waren für wissenschaftliche Angestellte der BASF gedacht. Diese konnten im Notfall schnell im Werk sein, was ein wichtiges Kriterium für die Standortwahl war. Die Wohnungsgröße zwischen 140 und 160 Quadratmetern spiegelt den sozialen Status ihrer Bewohner wider. Zeitgleich errichtete Werkswohnungen für Arbeiter waren in der Regel nur etwa halb so groß. Bei der Planung des Aschantidorfs wurden Merkmale der Neuen Kolonie in Limburgerhof aufgegriffen, die Theodor Fischer 1911 bis 1913 geplant hatte. Ein gewisser Baumeister Strang war der Architekt des Dorfs – mehr Informationen sind über ihn nicht zu finden. Er hat auch die Hohenzollernhöfe gebaut. (rad)