Ludwigshafen Zuerst kämpfen, dann sich lieben

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Alle Jahre wieder gibt es etwas Besonderes aus dem Bereich der Barockmusik im Schlossgarten Fußgönheim zu hören – eine Rarität, die sonst kaum erklingt. Dieses Mal war es die Serenata „Marc′ Antonio e Cleopatra“ von Johann Adolf Hasse. Das musikalische Juwel wurde von zwei exzellenten Gesangssolistinnen und dem auf historischen Instrumenten musizierenden Main-Barockorchester Frankfurt vorgetragen.

Das Werk ist das erste Bühnenstück, mit dem der deutsche Komponist Johann Adolf Hasse Fuß auf italienischem Boden fasste und daraufhin ebendort große Erfolge feierte. Die Handlung basiert auf Vergils „Aeneis“ und beschreibt das Aufeinandertreffen der Ptolemäerkönigin Kleopatra und des römischen Feldherrn Marcus Antonius: Es sind zwei historische Größen, die politisch ebenso verbunden waren wie wohl auch auf amourösem Gebiet. Zuerst kämpfen, dann sich lieben, auf diesen Nenner ist die Handlung dieser Serenata zu bringen. Eine Art intimer Kammeroper für zwei Personen. In Rezitativen und Arien besingen die Protagonisten ihre Geschichte und ihre Gefühle füreinander. Die Terrasse des Schlosses war ein treffliches Ambiente für diese klangliche Kostbarkeit: Im Garten herrschte eine schöne Stimmung, und der laue Abendwind verstärkte das Gefühl, man befinde sich in italienischen Gefilden. Und dazu eine Musik, die sehr authentisch wie aus jener vergangenen Zeit ertönte. Der historischen Aufführungspraxis verpflichtet, ließ das Main-Barockorchester Frankfurt die Klänge immer sehr elastisch schwingen und tanzen, ließ sie atmen, gab ihnen reiche Farbe mit den darmsaitenbespannten Streichinstrumenten. Zwei ausgesuchte Spezialistinnen für Alte Musik waren es nun auch, welche die beiden Partien sangen. Die Altistin Sisu Lustig Häntsche sang den Marcus Antonius, ließ ihn sehnsüchtig schwärmen mit warm getöntem, ausdrucksvollem Organ: „Die ganze Welt und Rom dir schenken und vergessen den alten Hass“, gelobt der Feldherr in seiner ersten Arie. Schmiegsam, sanftmütig und friedfertig gestaltete die Altistin, erntete die ariosen Schönheiten aufs Beste. Die Mannheimer Sopranistin Sabine Goetz sang die Kleopatra und brachte dafür die trefflichsten Voraussetzungen mit. In feinen Nuancierungen beleuchtete sie ihre Arien, gestaltete schwungvoll und virtuos, dabei immer koloraturenstark. Blitzsauber ertönten die chromatischen Läufe ihrer Auftrittsarie, siegessicher zum Triumph geführt. Eine schön leuchtende Stimme ließ Sabine Goetz hören, brachte betörende, sanft glühende Valeurs in ihre Liebesschwüre, um danach umso furioser ihre kämpferische Seite aufzufahren. Das wurde immer von delikaten und reichgestuften Klängen des Streicherensembles begleitet, ließen die Musiker unter Führung von Konzertmeister Martin Jopp sehr beredt die Gefühle und Sehnsüchte nachschwingen.

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