Ludwigshafen Zielscheiben als Andenken

Zu einem Tag der offen Tür hat die Schützengesellschaft (SG) 1851 am Samstag Neugierige auf das Vereinsgelände in der Speyerer Straße 217 eingeladen. Und die konnten sich ein Bild vom Angebot machen.
Gut gelaunt kommt Dieter Jacob aus dem Schießstand. Mit dabei sein Schwiegersohn in spe, der den Besuch aus Brandenburg zum Tag der offenen Tür der SG mitgebracht hat. Ihre Zielscheiben nehmen sie als Andenken mit. Schon über 40 Besucher haben bis zum Nachmittag an den geführten Rundgängen teilgenommen. Dabei ging es von Schießstand zu Schießstand, alle Disziplinen konnten ausprobiert werden. Um sich auf dem riesigen Vereinsareal zurechtzufinden, erhält jeder einen Übersichtsplan. An jedem Schießstand stehen mehrere Vereinsmitglieder bereit, um die Besucher einzuweisen. Sicherheit steht bei den Schützen an erster Stelle, bei einem Tag der offenen Tür sowieso. Wie es gehen soll, zeigt Frank Winzig am Unterhebelgewehr. Der begeisterte Schütze schießt in einem Zug sämtliche Fallplatten um. Bis dahin braucht es aber einige Übung. Dabei ist Giuseppe Carcuana behilflich. Selbst mehrfacher deutscher Meister im Fallplattenschießen, zeigt er den Besuchern die richtige Stellung, Haltung und Zielbeobachtung. Er weiß: Die Atmung und die Konzentration spielen eine wichtige Rolle. Ohne Gehörschutz geht es an diesem Tag nicht. Das wird spätestens bei den Musketen klar. Hier wird mit Schwarzpulver geschossen, der Ladevorgang ist eine Wissenschaft für sich. Ganz bestimmt nichts für die schnelle Selbstverteidigung, es sieht mehr nach einem Ritual aus. Dann knallt es, es stinkt und raucht. Für Schreckhafte ist diese Disziplin nichts. Bei Revolver, Klein- und Großkaliber und dem Luftgewehr raucht es zwar nicht so, laut ist es trotzdem. Auch an die Kinder hat der Verein gedacht. Armbrustschießen und Dartpfeil-Schießen wurden für sie aufgebaut. Der elfjährige Maurice ist mit seinen Großeltern gekommen. Ihm ist das alles noch suspekt, er hat noch nichts getestet. Doch als er zu den Bogenschützen kommt, macht er ganz große Augen. Die haben nämlich Indianer-Fans aus ganz Deutschland eingeladen. Die campieren mit der ganzen Indianerausrüstung auf einer Wiese des Vereinsgeländes und leben hier ihre Leidenschaft aus. Mit dabei Angelika sind und ihre Tochter Frauke: „Im normalen Leben wohnen wir in einem Reihenhaus mit Satellitenschüssel. In einem solchen Lager finden wir einen ganz anderen Lebensrhythmus, alles ist auf das Wesentliche reduziert – und das tut uns gut.“ Jake, der Organisator des Indianerlagers und Bogenschütze im Verein, meint dazu: „Hier beziehst du dich wieder aufs Naturelle und lernst, Danke zu sagen für jeden einzelnen Tag.“ (uln)