Wasserball
WSV Vorwärts Ludwigshafen fehlt gegen Friedberg die Konstanz
Im ersten Heimspiel der Saison und zugleich letzten des Jahres bezwangen die Ludwigshafener den VfB Friedberg 15:13 (4:1, 4:3, 3:4, 4:5). Es war fast ein wenig sinnbildlich. WSV-Cheftrainer Pierre Hilbich hielt sich einen Kühlbeutel auf den angeschlagenen Daumen – Zeichen für angeschlagene Gastgeber. Angeschlagen aber nicht geschlagen, denn mit viel personeller Qualität und einem einarmigen und trotzdem bärenstarken Hilbich im Tor rettete der WSV noch den Sieg. „Ich habe mir beim Warmschießen wahrscheinlich die Gelenkkapsel verletzt“, erklärte der Torhüter und Chefstratege, der seine Mannschaft von hinten dirigierte. Und das nicht nur mit Worten. Mit einem millimetergenauen Passe leitete er das 6:2 von Jonas Pohle ein. „Zum Glück habe ich mir den Finger nur an der linken Hand verletzt und nicht an meiner rechten Wurfhand“, erklärte er schmunzelnd.
Das Tor war nur einer von vielen Höhepunkten aus Sicht der Gastgeber, die sich vor dem Seitenwechsel einen komfortablen Vorsprung erspielten. Das lag zum einen an der starken und konsequenten Abwehrarbeit, die das Zuspiel auf den Center der Gäste kontrollierte. Zum anderen bestach die WSV-Offensive mit großer Präzision und Effizienz. Vor allem Pohle, der vier seiner insgesamt sieben Treffer vor dem Seitenwechsel erzielte, war von den Gästen kaum zu bremsen. Das 4:1 nach dem ersten Viertel war insofern bemerkenswert, weil die Gastgeber dafür kein einziges Mal in Überzahl waren, sondern ihre Tore jeweils bei personellem Gleichstand erzielten. Besonders schön dabei das 4:1 durch Oliver Görge nach tollem Pass von Bruder Martin.
Spiel kippt
Eitel Sonnenschein bei den Gastgebern zur Halbzeitpause. Obwohl Friedberg sich in der Offensive langsam steigerte, behielten Pohle und der WSV den eigenen Rhythmus bei. Hilbich hatte seine Mannschaft gewarnt, sein Respekt vor dem Chefstrategen auf der Bank der Friedberger war groß. Und er sollte Recht behalten. Rene Reimann gab seiner Mannschaft für die zweite Spielhälfte ein anderes Konzept mit auf den Weg. Ein Konzept, auf das dem WSV ein wenig die Antworten fehlten. „Wir waren im dritten Viertel zu nervös“, so der WSV-Trainer, der mit einigen Paraden dafür sorgte, dass es zumindest mit einem 11:8-Vorsprung in den Schlussabschnitt ging. Zweiter Grund neben dem Torhüter war Routinier Martin Görge. Er reagierte nach Benjamin Hettichs Versuch gedankenschnell und traf mit einem Kraftakt Sekunden vor der letzten Pause zum 11:8. Eine noch immer verdiente Führung, aber kein Ruhekissen. „Man kann ruhig auch einmal zugestehen, dass sich Friedberg in der zweiten Hälfte enorm gesteigert hat“, zollte Hilbich dem Gegner Respekt.
Der WSV tat sich schwer. Die bis dahin noch immer starke Deckung geriet ins Schwimmen. „Wir haben nicht mehr mit Technik, sondern nur noch mit Kraft verteidigt“, bilanziert der WSV-Trainer. Resultat waren einige Strafzeiten und damit Überzahlspiele für die Gäste. Die kämpften sich Tor um Tor heran. Hatten beim 12:11 zwei Minuten vor dem Ende den Anschluss geschafft. Das hätte sogar schon der Ausgleich sein können – eine Minute zuvor hatte Hilbich einen Strafwurf pariert. Und das gleich doppelt: Erst stand er gegen Dmytro Khliustov richtig, und als die Schiedsrichter auf Wiederholung entschieden hatten, blieb er trotz verletztem Finger auch gegen Ilja Screrbinin Sieger. Letztlich die Vorentscheidung. Martin Görge, Dirk Feddeck und, natürlich, Jonas Pohle stellten mit ihren Treffern in den Schlussminuten den verdienten Heimsieg sicher.