Handball
Wie der lange verletzte Jannik Hofmann von den Eulen Ludwigshafen in die Spur zurückfindet
Mit dem eineinhalb Jahre verletzten Jannik Hofmann ist wieder zu rechnen. Das hat der Linksaußen der Eulen Ludwigshafen in imponierender Art und Weise beim Pokalspiel gegen GWD Minden unter Beweis gestellt. „Es ist gut, wenn ich nicht mehr über Verletzungen reden muss. Ich freue mich, jetzt wieder mehr über Handball zu sprechen. Das ist die Sache, die mir Spaß macht“, sagt der 26-Jährige im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Ja, es gibt einiges über den Pechvogel der Eulen von diesem Pokalkrimi zu berichten. Da waren sechs blitzsaubere Tore eines wieder selbstbewusst auftretenden Handballers. So gehen Führungsspieler voran. Mit einem guten Bauchgefühl ging Hofmann dann auch 35 Sekunden vor Schluss beim Siebenmeter gegen Weltmeister-Torwart Carsten Lichtlein voran.
Die etatmäßigen Schützen wollten oder konnten nicht. „Hofmannovic“ nahm sich einfach den Ball, wollte es besonders gut machen, fand aber in dem 40-jährigen Routinier Lichtlein seinen Meister. Es wäre das I-Tüpfelchen auf seine Top-Leistung gewesen. Diese vermeidbare 23:24-Niederlage im Zusatzgeschäft DHB-Pokal können Hofmann und seine Kollegen verkraften. Weniger verkraften könnte das Team von Trainer Ceven Klatt eine neuerliche Niederlage in der zweiten Handball-Bundesliga. Mit 2:6 Punkten und Niederlagen gegen Hüttenberg, in Dessau und in Aue ist der Bundesligaabsteiger eher mau in die neue Saison gestartet. Mitabsteiger Tusem Essen erwischte mit 8:2 Zählern den wesentlich besseren Start. Am Freitagabend, 19 Uhr, kommt es in der Sporthalle am Hallo zum Aufeinandertreffen.
Abstimmung verbessert
Das erste Mal gehen die Eulen dabei nicht als Favorit auf das Parkett. Das kann durchaus ein Vorteil für die Ludwigshafener sein. Muss es aber nicht. „Essen wird zu Hause gewinnen wollen. Aber wir brauchen auch unbedingt die beiden Zähler. Also rechne ich mit einem offenen Match und dem besseren Ende für uns“, glaubt Jannik Hofmann an den ersten Auswärtssieg. Seine Zuversicht speist der Rechtshänder unter anderem aus einem verbesserten Abwehrverhalten. In der Liga kassierte das Team zweimal 30 Tore oder mehr. Zuletzt gegen Minden ließen die Eulen nur 24 Gegentore zu. Da stimmte die Abstimmung in der Deckung.
„Die Essener spielen einen schnellen Handball. Mit einem guten Rückzugsverhalten und starken Torhüterleistungen können wir das unterbinden. Vorne müssen wir die Dinger reinhauen. Kämpfen tun wir sowieso“, sagt Hofmann. Ein gutes Omen könnte das letzte Gastspiel der Eulen bei den Westfalen Anfang Juni sein. Damals siegte die Sieben mit dem zehnfachen Torschützen Hendrik Wagner 29:27. Noch nicht wieder im Kader stand zu dieser Zeit Jannik Hofmann. Heute Abend kann der angehende Grundschullehrer mithelfen, dass er und seine Jungs den ersten Auswärtssieg einfahren.