Handball
Wichtiger Sieg für Friesenheim-Hochdorf
Manchmal wiederholt sich auch im Sport die Geschichte. „Ich habe mich an das Spiel aus der letzten Saison erinnert“, so der HSG-Torhüter. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr sicherte Tom Paetow den Saarländern mit einem Treffer zwei Sekunden vor Schluss das 25:25-Unentschieden. Derselbe Spieler nahm sich auch am Samstag den letzten Wurf im TSG-Sportzentrum. „In Saarlouis hat er kurz, hoch geworfen. Deshalb bin ich mit allem, was ich hatte, da rüber“, so der 30-jährige Peribonio. Und tatsächlich kam der Wurf wie vorhergesehen. So parierte der HSG-Schlussmann dieses Mal den Ball, wurde so zum umjubelten Matchwinner.
Dabei wäre so viel Spannung gar nicht nötig gewesen. Sahen die Vorderpfälzer nach dem ersten Durchgang doch schon wie der souveräne Sieger aus. Eine stabile Abwehr, ein schon da starker Peribonio, der mit einer Quote von 41 Prozent gehaltener Bälle überzeugte, und ruhig ausgespielte Angriffe, die konsequent verwandelt wurden – beim 16:10 durch den bärenstarken Marvin Gerdon schien alles zu Gunsten der Gastgeber zu laufen.
Bruch im HSG-Spiel nach Verletzung von Gerdon
Ausgerechnet Gerdon wurde aber zur tragischen Figur. Zweieinhalb Minuten waren nach dem Seitenwechsel gespielt, da fasste sich der 26-Jährige nach einem Spurt an den Oberschenkel. „Es fühlt sich eher nach einem Riss als nach einer Zerrung an“, kommentierte er seine Verletzung, nachdem er gerade erst vor vier Spielen nach einer Fingeroperation zurückgekehrt war. „Man sieht bei unserem Kader, was bei uns das Fehlen von so einem Spieler ausmacht“, kommentierte HSG-Trainer Gabriel Schmiedt, der mitansehen musste, wie seine Mannschaft lange brauchte, um mit diesem Verlust klarzukommen. Auch wenn Max Neuhaus aus dem Friesenheimer Zweitligakader bei der Drittligamannschaft aushalf und versuchte, das Spiel zu strukturieren.
Saarlouis bringt konsequent siebten Feldspieler
Das klappte nur bedingt, weil Saarlouis alles auf eine Karte setzte und den siebten Feldspieler brachte. „Das haben wir nicht gut verteidigt“, so Peribonio, der deshalb auch seine Quote aus dem ersten Durchgang nicht halten konnte, am Ende „nur“ noch bei 39 Prozent lag – und eben der alles entscheidenden Parade. Ganz zufrieden war er dennoch nicht. „Wir waren auf das Sieben gegen Sechs nicht vorbereitet und haben da zu schnell zu viele Tore bekommen.“ Beim 22:22 (55.) hatten die Gäste den Ausgleich geschafft. Mehr aber auch nicht. Malte Dorra sorgte zweieinhalb Minuten vor Schluss per Siebenmeter für den HSG-Sieg.
Trainer Schmiedt freute sich über ganz wichtige Punkte und kündigte dann eine intensive Trainingswoche an. „Wir werden uns über die zweite Halbzeit unterhalten müssen und wir müssen üben, üben, üben.“ Zum Beispiel auch eine neue Angriffsformation ohne Gerdon, denn Schmiedt war klar: „Am Ende war der Sieg verdient, aber auch glücklich.“