Ludwigshafen
Weniger Besucher beim Tag der offenen Moschee
„Für uns ist dieser Tag eine wunderbare Chance, unsere Türen zu öffnen und mit der Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen“, sagt Mücahit Terzi, Sprecher der Alemi Islam Moschee im Stadtteil West. Es gehe darum, Vorurteile abzubauen und sich gegenseitig besser kennenzulernen. An normalen Tagen beten bis zu 1000 Menschen in der Moschee in der Nähe der Blies. „An Feiertagen im Fastenmonat können es aber auch bis zu 2000 sein“, berichtet Hasan Cakmak, Imam der Gemeinde.
Wichtig sei ihm auch die Jugendarbeit: „Wir unterrichten hier an den Wochenenden 500 Kinder ab vier Jahren“, hinzu kämen 150 männliche und 100 weibliche Jugendliche. „Sie lernen hier aus der ersten Quelle, was der Islam bedeutet“, meint der Iman, der allen Radikalen sagt: „Mit Islam hat das nichts zu tun.“ Umso wichtiger sei es, mit dem Tag der offenen Moschee Vorurteile abzubauen.
Jeder Besucher willkommen
Terzi und seine Kollegen freuen sich über jeden Besucher, auch wenn der Andrang schon einmal größer gewesen sei. „In den vergangenen Jahren hatten wir jedes Jahr ein paar Besucher mehr.“ Am Donnerstag war der Zuspruch überschaubar, mussten der ehemalige Jugendvorstand und seine Kollegen weniger Fragen beantworten. „In der Regel geht es dabei oft ums Fasten, aber wir zeigen auch, was normalerweise hinter verschlossenen Türen stattfindet.“ Den Gebetsraum zum Beispiel, aber auch die Freizeiträume, in denen Nachhilfeunterricht und Hausaufgabenhilfe geleistet werde, die Räume der rituellen Waschung vor dem Gebet, oder auch die Räume, die normalerweise den weiblichen Mitgliedern der Gemeinde vorbehalten sind, oder auch das Jugendlokal im Kellergeschoss.
Vorurteile muss Terzi am Tag der offenen Moschee selten abbauen. „Die Gäste, die zu uns kommen, haben selten Vorurteile.“ Zumal gerade in einer Stadt wie Ludwigshafen der Anteil der Muslime mittlerweile so groß sei, dass alleine dadurch schon eine Verbindung zur Gesamtgesellschaft bestehe. „Aber wir können immer noch stärker miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Terzi.
Integrationsbeauftragte vor Ort
Ludwigshafens Integrationsbeauftragte Hannele Jalonen hätte sich etwas mehr Andrang gewünscht. „Es ist eine sehr schöne Moschee und es ist sehr schön, wie hier alle Fragen zum Islam erklärt werden.“ Dafür sei der Tag eine wichtige Einrichtung. „Es ist ein Signal, dass hier alle Menschen willkommen sind und es ist schade, dass dieses Angebot nicht stärker genutzt wird.“ Für sie sei es eine gute Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen. „Wir hören, wo die Probleme der Jugendlichen in der dritten und auch schon vierten Generation liegen“, meint Jalonen. Auch für Mücahit Terzi gibt es keinen Grund, beim Dialog nachzulassen: „Nächstes Jahr am 3. Oktober sind wir wieder dabei.“