Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel WBL setzt verstärkt auf KI und Robotik

WBL-Chef Peter Nebel
WBL-Chef Peter Nebel

Der Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) hat am Freitag seinen Wirtschafts- und Stellenplan fürs kommende Jahr vorgestellt. Beide Pläne wurden vom Werkausschuss einstimmig zur Annahme im Stadtrat empfohlen.

Der Wirtschaftsplan weist nach Abzug der Erträge einen Jahresgewinn von 879.400 Euro aus. Vorgesehen ist der Aufbau einer kleinen Anzahl von Stellen. Derzeit sind knapp zehn Prozent der 800 Planstellen des WBL nicht besetzt. Dem Wirtschaftsplan 2025 zufolge stehen Ausgaben von 119,682 Millionen Erträge von 120,561 Millionen gegenüber. „Wir wollen nach 2024 im kommenden Jahr zu einer schwarzen Null zurückkehren“, gab WBL-Chef Peter Nebel das Ziel vor.

Als größte finanzielle Projekte nannte er den Neubau der Deponie, die Vorbereitungen für das Stadtquartier City West an der künftigen Helmut-Kohl-Allee und die Kanalsanierung in der Frankenthaler Straße (West). Dazu kämen Vorhaben wie die Erweiterung des Betriebsstandorts Wollstraße, die 2025 beginnen soll. Bis zum Abschluss 2027 seien dafür 14,8 Millionen Euro eingeplant.

8,9 Millionen für Deponie

Wie aus dem Wirtschaftsplan weiter hervorgeht, sind im Bereich Grünflächen Investitionen von 10,4 Millionen Euro vorgesehen. Allein 2,5 Millionen Euro entfallen dabei auf Fahrzeuge und Maschinen, darunter zwei Großflächenmäher, ein Radlader, ein Schlepper und ein Böschungsmäher, die als Ersatz für verschlissene Altgeräte angeschafft werden.

Ein Großprojekt: die Arbeiten in der Frankenthaler Straße.
Ein Großprojekt: die Arbeiten in der Frankenthaler Straße.

Mit dem Baubeginn am Betriebsstandort Wollstraße sind im Jahr 2025 Investitionen von 7,1 Millionen Euro geplant. Nachdem die Erweiterung der Deponie Rheingönheim endlich starten kann, sind hier 8,9 Millionen Euro vorgesehen. Für den Neubau des WBL-Verwaltungsgebäudes am Kaiserwörthdamm laufen weiter Planungsarbeiten. Der Bau soll 2027 beendet werden, so Nebel an.

Etwa 26,3 Millionen Euro sollen im Bereich Stadtentwässerung und Straßen eingesetzt werden. Neben der Beteiligung am Ausbau der BASF-Kläranlage schlägt die Veränderung der bestehenden Kanal-Infrastruktur im Rahmen der neuen Stadtstraße und des Projekts City West zu Buche. Dazu kommen übliche Kanalsanierungsmaßnahmen. Auf den Friedhöfen sind weitere Gebäudesanierungen mit 1,6 Millionen Euro nötig.

Personalprobleme spitzen sich zu

Zum vorgestellten Stellenplan sagte Nebel, dass der Personalbestand des WBL in 2025 von 800,20 auf 808,77 Stellen steigen soll, ein Zuwachs von 8,58 Stellen. Die Bruchteile ergäben sich durch die exakte Stundenverrechnung. Stand November 2025 seien 74 Stellen unbesetzt.

Auf Nachfrage aus dem Ausschuss nach der Personalpolitik angesichts des baldigen Ausscheidens der geburtenstarken Jahrgänge antwortete Nebel, dass bis 2030 etwa 40 Prozent der Mitarbeiter ausscheiden könnten. „Wir müssen wohl mit weniger Personal auskommen“, meinte er. Dies solle aufgefangen werden durch Robotik, den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) und die Digitalisierung. Verwaltungsprozesse könnten damit verschlankt werden, KI könne Planungsaufgaben übernehmen, Roboter beim Reinigen von Flächen helfen.

Auf die Frage nach Anreizen des WBL für längeres Arbeiten sagte Nebel, dass es keine Altersteilzeit mehr gebe. Mitarbeitern werde angeboten, über die Zeit der Regelaltersrente hinauszugehen. Nach der Zustimmung des Wirtschafts- und Stellenplans im Werkausschuss geht die Vorlage zum Beschluss in den Stadtrat, der am 9. Dezember tagt.

x