Jahresrückblick Lokalsport
Warum die meisten Spitzenteams aus der Region nicht gern auf 2025 zurückblicken
Der Sport und die Politik sind sich in gewissen Phasen nicht unähnlich. Während in der Politik die Versprechen vor jeder Wahl über das Glaubwürdige hinausschießen, ist die Erwartung an das sportliche Abschneiden vor jeder Saison häufig ebenfalls nicht unbedingt realitätsnah. Wie oft haben sich Vereine vor der Runde selbst eine glänzende Prognose ausgestellt, um dann spätestens in der Winterpause festzustellen, dass Realität und Anspruch weit auseinanderliegen. Gerade die Eulen können davon ein trauriges Lied pfeifen. Aber auch die Arminia aus Ludwigshafen hatte sich die Spielzeit 25/26 ganz anders vorgestellt. Da war nicht von Abstiegskampf oder einer Niederlagenserie im Vorfeld die Rede. Und so ist dieses Jahr eigentlich wieder ein wunderbares Spiegelbild vergangener Zeiten.
Die Eulen Ludwigshafen bleiben ein Notfall. Eigentlich kann der geneigte Beobachter sogar von einer Operation am offenen Herzen sprechen. Kurzer Rückblick. Nach einer schlechten Rückrunde und dem Ausfall von Mex Raguse, dem wichtigsten Angreifer in der vergangenen Saison, schwebte der Zweitligist bis zum Saisonende in Abstiegsgefahr. Erst ganz zum Schluss folgte die Entwarnung, Pläne für den Absturz in die Dritte Liga blieben in der Schublade.
Weiter Verletzungspech
Aber auch in der neuen Saison war Fortuna dem Handballteam aus Ludwigshafen nicht hold. Dem klaren Sieg zum Saisonauftakt gegen Essen folgte eine Niederlagenserie. Trainer Johannes Wohlrab musste seinen Hut nehmen. Aber der Erfolg wollte sich nicht wieder einstellen. Und als ob die Mannschaft dieses Jahr nicht bereits genügend Nackenschläge zu verkraften hatte, verletzte sich auch noch der neue Spielmacher Vincent Bülow schwer an der Schulter. Er war der Hoffnungsträger, der verhindern sollte, dass die Eulen Ludwigshafen solch eine nervenaufreibende Saison erleben. Allein der neue Trainer Michael Haaß und die langsam wiederkehrenden Erfolgserlebnisse lassen wieder Hoffnung aufkeimen, dass es im neuen Jahr besser werden kann. Für die Eulen Ludwigshafen bleibt 2025 mit Blick auf eine konstruktive Weiterentwicklung ein vergeudetes Jahr, auf das die Verantwortlichen und die Fans wahrscheinlich lieber verzichtet hätten.
Schweift der Blick in den Süden Ludwigshafens, geht es dem Fußball-Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen nicht unbedingt besser. Nach einer guten Rückrunde in der vergangenen Saison starteten die Rheingönheimer nach zahlreichen Abgängen, darunter der langjährige Kapitän Nico Pantano, mit einer neuformierten Mannschaft eher unglücklich in die neue Spielzeit. Als Folge stand auch hier ein Trainerwechsel an, der sich allerdings in zwei Stufen vollzieht. Auf Chris Chorrosch folgte der ehemalige Armine Matteo Monetta, dem es gelungen ist, den FC vom letzten Tabellenplatz auf den 13. Rang zu bringen. Diese Positionen könnte im Hinblick auf lediglich einen Absteiger aus der Regionalliga Südwest zum Klassenverbleib reichen. Ob sie auch den Verantwortlichen genügt, muss der neue Trainer Marco Laping beantworten, der ab Januar die Verantwortung übernimmt, Monetta wird sein Cotrainer. Neuzugänge wären möglich, aber sie sind mit Blick auf Ablösemodalitäten und den Spielermarkt in der Winterpause nicht einfach zu bekommen.
Im Tennis täuscht der dritte Platz des TC BASF Ludwigshafen ein wenig über den Saisonverlauf hinweg. Das Team hatte lange den bangen Blick auf die Aufstiegszone, erst am Ende rettete man sich und landete ein wenig überraschend in der oberen Tabellenhälfte der Zweiten Bundesliga Süd – punktgleich mit dem Tabellensiebten.
Einige Spitzenteams
Zurück zum Handball: Während das HLZ Friesenheim-Hochdorf den Verbleib in der Dritten Liga frühzeitig erreicht hat und dort gerade Anschluss ans Mittelfeld sucht, mussten die VTV Mundenheim einmal mehr nach dem Aufstieg zurück in die Regionalliga. Dort hat es die Mannschaft derzeit nach vielen Abgängen schwer. Ein Lichtblick dagegen sind die Drittligafrauen der TSG Friesenheim. Nachdem sich die Mannschaft von Trainer Eyub Erden als Aufsteiger in der vergangenen Runde achtbar aus der Affäre gezogen hat, ist sie aktuell Teil der Spitzengruppe in Dritten Liga Süd. Chapeau vor dieser Leistung mit einer jungen Truppe.
Spitzensport gibt es aber auch in anderen Sportbereichen: Der AC Mutterstadt hat in der Bundesliga der Gewichtheber derzeit gute Karten, das Dreierfinale am Saisonende zu erreichen. Die Athleten-Bouler der VfSK Oppau sind gar zurück in der höchsten deutschen Liga und wollen im kommenden Jahr gegen eine sehr starke Konkurrenz diesen Platz absichern.
Und ein weiterer Traditionsverein ist im Aufwind: Der SV Südwest Ludwigshafen steht punktgleich mit der TSG Jockgrim an der Spitze der Bezirksliga Vorderpfalz und schickt sich an, nach Jahren in der Bedeutungslosigkeit zumindest in die Landesliga zurückzukehren. Dort halten derzeit die FG 08 Mutterstadt, der ASV Fußgönheim sowie der FSV und der SV Phönix Schifferstadt die Fahnen der Region hoch. Kurzer Ausblick: Seit Jahren gibt es keinen Verein aus Ludwigshafen und der nahen Umgebung in der höchsten Spielklasse des Südwestdeutschen Fußballverbandes, der Verbandsliga. Und es sieht nicht danach aus, als sollte sich das so schnell ändern.