Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTV Mundenheim lange gleichwertig

Mundenheims Timo Naas (Mitte) kommt gegen die Abwehr von Gummersbach II zum Torwurf.
Mundenheims Timo Naas (Mitte) kommt gegen die Abwehr von Gummersbach II zum Torwurf.

Die Enttäuschung saß tief bei den Handballern der VTV Mundenheim. Es war nicht allein die 27:29 (15:14) -Heimniederlage gegen den VfL Gummersbach II, die Trainer Steffen Schneider und seine Jungs schmerzte.

„Es ist viel mehr das Gefühl, dass in diesem Spiel mehr drin gewesen wäre“, fasste Schneider die Stimmungslage zusammen. Es sah zunächst gar nicht gut um den Aufsteiger aus. Durch die Bank präsentierten sich die unter Profibedingungen trainierenden Gummersbacher mit Gardemaß und enormem Tempo in den Aktionen. Satte sechseinhalb Minuten benötigten die Gastgeber gegen die ungewohnt offensive Deckungsvariante bis zum ersten Treffer. „Wir spielen eben eine andere Deckung als die gesamte Liga“, umschrieb VfL-Trainer Miranda Goncalo die 3-3-Aufstellung, gegen die sich auch die VTV zunächst schwertaten.

Immerhin: mit zunehmender Spielzeit fanden die Mundenheimer immer bessere Lösungen, riss Timo Naas Löcher in den verschiebenden Verbund, wurde vor allem die eigene Deckung immer mehr zu einem Faktor bei den Gastgebern, die nun zu Gegenstößen und leichten Treffern kamen. Allerdings wurde schon im ersten Durchgang das große Manko des Liganeulings deutlich, der einfach zu viele Großchancen ausließ. Am Ende waren es vor allem die drei verworfenen Siebenmeter und zwei vergebenen Konterchancen, die Trainer Schneider wehtaten. „Handball kann manchmal ganz einfach sein: Wenn wir allein die drei Siebenmeter reinmachen, gewinnen wir das Spiel.“

Tatsächlich waren die VTV im ersten Durchgang bis zur Pause nicht nur ebenbürtig, sondern erkämpften sich sogar ein leichtes Übergewicht, lagen nach 17 Minuten gar mit 9:7 in Führung. Weiter absetzen sollten sich die VTV im gesamten Spiel nicht mehr. Immerhin: Die 15:14-Führung, erzielt durch Abwehrkante Bastian Schleidweiler, war nicht unverdient.

Zehn schwache Minuten als Knackpunkt

Und auch nach der Pause ging es gut weiter. Zumindest knapp zehn Minuten lang und bis zum 21:21-Ausgleich durch Marco Binnes (39.). Was folgte, waren die zehn schwächsten Minuten des Abends. Zauderhaft und manchmal auch mit ein bisschen Pech im Angriff und zu oft einen Schritt zu langsam in der Abwehr machten die Gummersbacher bis 13 Minuten vor dem Ende aus dem Unentschieden einen 25:21-Vorsprung. „Wir haben nicht mehr genügend Druck auf den Ballführenden ausgeübt“, bilanzierte Schneider, der aber auch die individuelle Qualität der Gäste hervorhob: „Sie können eben auch unter Druck noch den Pass nach Außen spielen.“ Kieran Unbehaun und Elian Noah Brill profitierten davon, weil Janik Kunz und der später eingewechselte Nico Klein gegen die gut angespielten VfL-Außen oft auf verlorenem Posten standen. Letztlich zu oft, denn zusammen mit der ungenügenden Chancenverwertung wurde der Rucksack so für eine erfolgreiche Aufholjagd zu groß. Beim 24:27 (52.) vergaben die Mundenheimer zwei Gegenstöße und Simon Schleidweiler verwarf den dritten Siebenmeter. Statt 27:27 lagen die Gäste fünf Minuten vor dem Ende weiter drei Tore vorne.

Besonders ärgerlich mit Blick auf die turbulente Schlussphase, in der die VTV in Überzahl doch noch auf 26:27 verkürzten aber die bislang sieglosen Gummersbacher den Sieg trotzdem noch in trockene Tücher packten. „Wir müssen für die weitere Runde das Positive aus diesem Spiel ziehen. Immerhin hat man gesehen, dass wir mit einer Mannschaft wie Gummersbach bis zum Schluss mithalten können“, sagte Schneider, für dessen Mannschaft Marco Binnes (6) und Bastian Schleidweiler (6/3) die meisten Treffer erzielt hatten. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und darauf können wir stolz sein.“

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