Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTV Mundenheim enttäuschen auf ganzer Linie gegen Kirchzell

VTV-Kapitän Timo Naas (rechts) kann sich hier einmal gegen die Abwehr des TV Kirchzell durchsetzen.
VTV-Kapitän Timo Naas (rechts) kann sich hier einmal gegen die Abwehr des TV Kirchzell durchsetzen.

Das Heimspiel gegen den TV Kirchzell sollte den VTV Mundenheim in der Dritten Liga etwas Luft im Kampf gegen den Abstieg verschaffen. Das genaue Gegenteil war der Fall. Und sorgte für Sprachlosigkeit.

Mit der schlechtesten Saisonleistung katapultierte sich Aufsteiger VTV Mundenheim wieder tief zurück in den Abstiegskampf der Dritten Handballliga. Mit einer in allen Mannschaftsbereichen allenfalls oberligareifen Leistung unterlagen die Mundenheimer im direkten Duell gegen den TV Kirchzell verdient mit 22:32 (8:17) und suchten im Anschluss nach Erklärungen.

VTV-Trainer Steffen Schneider brauchte nach dem Spiel lange, bis er sich einigermaßen gesammelt hatte. Die Leistung, beziehungsweise die „Nicht-Leistung“ seiner Mannschaft hatte nicht nur ihm die Sprache verschlagen. Auch die rund 250 ursprünglich erwartungsvollen Zuschauer verfolgten die Begegnung mit zunehmender Spieldauer immer schweigsamer. Einige hatten die Halle gar bereits zur Pause verlassen.

Nur sieben Torwartparaden

„Wir hatten nie eine Phase, in der wir als Mannschaft funktioniert haben“, schimpfte Schneider. Nicht im Angriff, der viel zu zögerlich agierte, nicht in der Abwehr, die weder ein Mittel gegen den Rückraum, noch gegen die Kreisanspiele oder auch die Außenpositionen fand. Und auch nicht im Tor, in dem Janik Kunz, Nico Klein und Adrian Cule Einsatzzeit erhielten und es gemeinsam auf sieben Paraden brachten. „Wir hatten keine gute Körpersprache und uns selbst immer tiefer in eine Abwärtsspirale bewegt. Das kenne ich so von der Mannschaft nicht“, wirkte auch der Trainer ratlos, der es in Abwehr und Angriff mit den unterschiedlichsten Aufstellungen versucht hatte, schon nach 26 Minuten zur zweiten Auszeit bat. Den richtigen Schalter fand er an diesem Abend nicht.

Das hatte sich schon nach sieben Minuten angedeutet. Da stand es zwar noch 3:3, Aaron Schleidweiler hatte getroffen, „aber gut gespielt haben wir da auch nicht“, so der Trainer. Tatsächlich hatte seine Mannschaft da bereits zwei technische Fehler auf dem Konto, zauderte im Vorstoß auf Abwehrlücken und wenn dann doch einmal ein Spieler frei im Kreis an den Ball kam, scheiterten die VTV immer wieder an Tobias Jörg im Gästetor, oder trafen nur Pfosten und Latte. Beim 4:9 (17.) war das Spiel daher praktisch schon entschieden. Der Pausenstand hinterließ gleichermaßen ratlose Spieler wie Zuschauer. Nur der Anhang der Gäste konnte seine Freude kaum fassen.

Kirchzell mit mehr Willen

Nur ein Wunder hätte nach dem Seitenwechsel noch helfen können oder ein sprichwörtlicher Zaubertrank in der Kabine. Beides blieb aus. „Wir hatten uns vorgenommen, mit Dampf aus der Kabine zu kommen und noch einmal alles zu versuchen“, verriet Mannschaftskapitän Timo Naas. Es wurde lediglich ein Strohfeuer mit einem schnellen 9:17 durch Yannick Treiber. In der nächsten Aktion verletzte sich Emanuel Novo, der von Außen eingesprungen war. Die Schiedsrichter Yannik Haas und Sebastian Wilken hatten kein Foul erkannt. Statt Siebenmeter für Mundenheim lief Kirchzell in Überzahl auf das VTV-Tor, traf zum 9:18 (32.) – der positive Effekt nach der Pause war schon wieder verpufft.

Näher als acht Tore kamen die Gastgeber erst wieder mit dem 22:29 heran. Da war das Spiel drei Minuten vor dem Ende allerdings natürlich längst entschieden. „Wir haben zu viele freie Bälle verworfen, die Abwehr war nicht gut, die Verbindung mit den Torleuten hat gar nicht funktioniert und es gab auch einige Entscheidungen gegen uns – letztlich war es heute eine Kombination aus allem“, zählte Kapitän Naas die Faktoren für die Niederlage auf.

Eine verdiente Niederlage für eine Mannschaft, die zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd an ihrem Leistungsvermögen spielte, während Kirchzell ganz offensichtlich verstanden hatte, dass im Wort „Abstiegskampf“ der Kampf und vor allem der Wille eine entscheidende Rolle spielt.

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