Ludwigshafen „Viele Mädchen werden verstoßen“

Ort der Zuflucht: Yvonne Bambara in ihrem Zentrum.
Ort der Zuflucht: Yvonne Bambara in ihrem Zentrum.

«Mutterstadt.» Gemeinsam mit sechs Kolleginnen kümmert sich Schwester Yvonne Clemence Bambara im westafrikanischen Burkina Faso um Frauen und Mädchen, die von zu Hause geflüchtet sind und in dem Aufnahmezentrum der Schwestern Zuflucht und Unterstützung suchen. Am Dienstag, 17. Oktober, berichtet Schwester Yvonne ab 19.30 Uhr im Pfarrzentrum in Mutterstadt, Speyerer Straße 53, von ihrer Arbeit.

Schwester Yvonne, welche Probleme gibt es in Ihrem Heimatland, die die Frauen und Mädchen dazu bringen, in Ihr Aufnahmezentrum zu fliehen?

Zwangsehen sind bei uns noch Tradition. Und viele Mädchen, oft erst 14 oder 15 Jahre alt, sollen mit viel älteren Männern verheiratet werden. Viele fliehen deshalb und kommen zu uns, weil wir Ihnen Schutz bieten und auch Schulunterricht beziehungsweise eine Ausbildung. Es kommen aber auch nicht verheiratete schwangere Mädchen oder Frauen zu uns. Viele von ihnen sind von ihrer Familie verstoßen worden, weil uneheliche Schwangerschaften als Schande gelten. Rührt diese Einstellung vom katholischen Glauben her oder ist das alte Tradition? Das ist traditionell begründet. In Burkina Faso sind zwar rund 20 Prozent der Bevölkerung katholisch und 60 Prozent muslimisch. Aber die alten traditionellen Werte spielen auch immer noch eine große Rolle. Ihr Haus wird vom Missionswerk Missio unterstützt, auf dessen Einladung Sie jetzt auch in Deutschland sind. Was erwartet die Besucher Ihres Vortrags in Mutterstadt? Ich werde dort unser Projekt vorstellen, auch Bilder und einen Film zeigen. Zudem werde ich einige Schicksale der Frauen und Mädchen aus unserem Zentrum eingehender darstellen. Und natürlich gibt es dann noch Gelegenheit zu Gesprächen. Es geht uns darum, dass Afrika nicht vergessen wird und nicht immer nur negative Schlagzeilen produziert.

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