Ludwigshafen Unterwegs in grünen Paradiesen
«Mutterstadt.» Natur und Kunst zu verbinden und dieses Erlebnis mit vielen Gartenfreunden zu teilen – das ist dem Ehepaar Rudolf und Maike Müller geglückt. Die Mutterstadter haben wie zwei weitere Gartenbesitzer in Schifferstadt und Waldsee anlässlich der Veranstaltung „Kunst im Garten“ am Wochenende die Türen zu ihrem grünen Reich geöffnet.
Viele Besucher nahmen diese Einladung gerne an. Bei Familie Müller wurden sie vom „Chef-Gartenzwerg“ in Empfang genommen – einem Freund des Paares, der in die originelle Verkleidung mit Zwergenhut, kariertem Hemd und passendem Schuhwerk geschlüpft war, um die Gäste zu begrüßen. Der Garten selbst präsentierte sich wie ein Kunstwerk mit klaren Linien und Strukturen sowie akkurat in Form gebrachten Beeten mit Sträuchern und Stauden. Im Wasser des Swimmingpools spiegelte sich der Himmel, dahinter passend eine Dünenlandschaft als großes Foto – allerdings nicht von ihr, wie Gartenbesitzerin Maike Müller verriet. Auf dem Gartensofa unterm Schattendach konnten sich Besucher hinsetzen, wie überhaupt für sie an vielen Stellen im Garten Plätze zum Verweilen einluden, um die Eindrücke in sich aufzunehmen – zum Beispiel die kunstvoll gestalteten Stelen: Zwischen den Pflanzen leuchteten Frauenbilder in Rot hervor und bildeten einen reizvollen Blickfang vor der Hecke, auf dem Rasen oder im Blumenbeet. Als Grundlage hatte die Künstlerin Thea Habig aus Ellerstadt Holzbretter verwendet. Zum Sitzen lud auch die Bank des weißen Gartenhäuschens am Rand ein. Im Inneren stellte die Malerin Jutta Scognamillo aus Neuhofen ihre Acrylbilder aus, in denen sich Landschaften in vielen Farben zeigten. „Ich habe einen starken Bezug zur Natur“, sagte sie über ihre Inspirationsquelle. In Natur und Malerei finde sie „Ruhe und Harmonie“, berichtete die Neuhofenerin. Vom Garten ihrer Eltern über den Badesee an der Schlicht bis nach Ibiza reichten die Motive. Bei ihrer Kunst stellte sie jeweils zwei Bilder einander gegenüber: die der farbenfrohen Darstellung der Natur, oft auch in Details wie Rosen und Lavendel, und gleich daneben die Farben, gestaltet in geometrischen Formen – „das ist konkrete Malerei“, erklärte die Künstlerin. Bei ihren Besuchern kamen die Bilder gut an: „Ich bin von der Farbenpracht begeistert“, schwärmte Renate Sternthal, die aus Brühl/Baden Württemberg anreiste. Dass Besucher auch weitere Wege für „Kunst im Garten“ in Kauf nehmen, sei nicht selten, sagte Maike Müller. Denn die Veranstaltung finde in der Pfalz und im Elsass mit insgesamt 58 Gärten statt. Zwischenstation in Mutterstadt machte Doris Derst aus Worms auf ihrer Rundreise zu verschiedenen Gärten. „Super, ich bin ganz begeistert vom Garten und von der Kunst und wie alles mit viel Liebe zum Detail arrangiert ist“, lobte sie. Immer wieder kamen neue Besucher an, die den Garten erkundeten. Im hinteren Teil wartete auf sie nicht nur Kaffee, sondern auch die frisch gestrichene Garage der Müllers mit den Fotografien von Maike Müller. Die farbintensiven Motive stellten Eindrücke aus den Weinbergen der Pfalz zu verschiedenen Jahreszeiten dar. Herbstlich rot gefärbtes Weinlaub oder die weißen Kunstwerke, die der Frost an die Pflanzen gezaubert hat, entfalteten vor den weißen Wänden eine besondere Wirkung. Am Sonntagnachmittag zogen die Müllers bereits positiv Bilanz. „Es war sehr gut besucht“, freute sich Maike Müller, dass so viele Interessierte kamen. „Es waren vor allem Gartenbesitzer, die Interesse an Gartengestaltung haben – viele Gleichgesinnte“, beschrieb sie den Besucherkreis. „Wir haben uns lange überlegt, ob wir mitmachen wollen und haben uns in den vergangenen drei Jahren viele Gärten angeschaut“, berichtete sie. So sei die Entscheidung gereift und 2016 bewarben sich die Müllers – mit einer E-Mail und Fotos. Nach dem Besuch eines dreiköpfigen Komitees, das den Garten und das Fachwissen der Besitzer prüfte, erhielten die Mutterstadter die Zusage. In die Vorbereitung investierten sie viel Zeit und Arbeit, schnitten die Pflanzen in Form, verteilten einen Flyer. „Die Mühe hat sich gelohnt“, freute sich Maike Müller.