Handball RHEINPFALZ Plus Artikel „Trainer und Vaterfigur zugleich“

Franz Hutter, trainierte von 1985-1991 die TSG Friesenheim.
Franz Hutter, trainierte von 1985-1991 die TSG Friesenheim.

Ex-Coach Franz Hutter war beim letzten Heimspieltag der Saison der Eulen Ludwigshafen und sah eine Niederlage. In den VIP-Räumen sprach er mit alten Weggefährten über seine Zeit bei der TSG Friesenheim.

Ein Heimsieg im letzten Saisonspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 lag im Bereich des Möglichen. Diesen hätte sich die Pfälzer Trainerlegende Franz Hutter, der am Samstag auf Einladung der Eulen Ludwigshafen in die Eberthalle kam, zusammen mit den Fans allzu gerne gewünscht. Für den gebürtigen Hochdorfer, der in seiner Trainerzeit (1985 bis 1991) die frühere TSG Friesenheim von der A-Klasse bis in die Handball-Oberliga führte, war es trotzdem eine schöne Begegnung in die sportliche Vergangenheit.

Rückkehr nach 25 Jahren

Fast 25 Jahre hatte der heute 84-jährige Senior keinen Kontakt zu seinen alten Sportgefährten. Vor sechs Jahren fand der „Hutter´s Franz“ über den langjährigen RHEINPFALZ Sportchef Horst Konzok wieder den Weg zu seinem alten Verein. Im November 2016 gab es eine Versöhnung mit den alten Friesenheimern. Damals wie heute spielten die Eulen gegen die Mannschaft aus der Ludwigshafener Partnerstadt Dessau. Nach dem glanzvollen 32:24 Sieg der Mannschaft von Ben Matschke wurde Hutter Fan der Eulen Ludwigshafen. Die Stimmung, die Atmosphäre und das Handballteam begeisterten. Diesmal mussten sich die Hausherren nach einer Steigerung im zweiten Abschnitt mit einer 29:32 (14:17) Niederlage zufrieden geben. Der Handball-Experte fand schnell die Erklärung für die vermeidbare Niederlage: „Die Eulen haben das Spiel in der ersten Halbzeit mit vielen technischen Fehlern verloren. Zum Schluss wollten beide Mannschaften gewinnen. Da hat das Zuschauen richtig Spaß gemacht. Mir gefällt der Handball mit den vielen Toren. Früher sind nicht so viele Tore gefallen. Da haben wir mehr Wert auf die Deckung gelegt“.

Anekdoten bei Glas Wein ausgetauscht

Die erfolgreiche Friesenheimer Zeit an der Seite von Franz Hutter hat der damalige Spieler und Kapitän Thomas „Viddel“ David mitgeprägt. Für ihn war der „Franz“ weit mehr als nur ein Übungsleiter. „Er war Trainer und Vaterfigur zugleich. Seine Ausstrahlung besonders auf die jungen Spieler hat ihn aussergewöhnlich gemacht. Ich konnte Sachen für das Leben mit nehmen“, sagte David.

So manche Anekdoten von früher tauschten Spieler und Trainer am Mittwochabend im VIP-Raum bei einem Glas Wein noch aus. Zum Beispiel gab es die Erinnerungen an die Stadtauswahl Spiele gegen die Partnerstadt Dessau Anfang der 1990er Jahre. Die wurden zwar relativ deutlich verloren. Aber man kam das erste Mal in die damalige DDR. „Wir Spieler haben sportlich und menschlich von unserem Coach viel lernen können. Er hatte immer einen guten Rat für uns parat. Ich bin so froh, dass Franz wieder nach Friesenheim kommt und zukünftig noch kommen wird“, sagte Thomas David.

Viele Kontakte und effektives Training

Für den Ur-TSG´ler Günter Gleich sind die Treffen mit dem alten Trainer immer eine Herzensangelegenheit. Gleich war zu Hutter´s Zeit Jugendwart und später Sportlicher Leiter der TSG Friesenheim. „Wir haben damals den TSG Freundeskreis gegründet und wollten den Handball in Ludwigshafen voranbringen. Dazu brauchten wir den besten Trainer, den wir bekommen konnten. Und das war der Franz. Nicht zuletzt durch seine vielen Kontakte und sein effektives Training haben wir uns Jahr für Jahr verbessert“, erinnerte sich Gleich zurück.

Die Aufstiege unter Franz Hutter waren die Grundlage für den Erfolgweg der TSG Friesenheim und später Eulen Ludwigshafen. Nach Franz Hutter prägten Wilfried Job, Thomas König und Ben Matschke die Erfolgsstory, die bis zum ersten Aufstieg 2010 in die Handball Bundesliga führte. Diese Rückkehr würde sich auch ein Franz Hutter wünschen, der im nächsten Jahr bestimmt wieder den Weg in die Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle findet.

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