Ludwigshafen
Tod in der Bayreuther Straße: Zeugen widersprechen sich
Der Angeklagte hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen der Anklage geäußert. Deshalb muss das Gericht versuchen, sich anhand der Aussagen von anderen Bewohnern des Wohnblocks sowie von Polizeibeamten ein Bild des Tatabends zu machen.
Ein 61-Jähriger berichtete am Montag, dass er sich an jenem Abend mit seinen beiden Mitbewohnern in der Wohnung aufgehalten habe. Dann sei Lärm vom Flur zu hören gewesen. Das spätere Opfer sei auf den Flur gegangen. Etwa zehn Minuten später habe jemand gerufen: „Holt den mal weg, der ist zu Boden gegangen“. Auf Fragen des Vorsitzenden Richters Karsten Sauermilch sagte der 61-Jährige zunächst, er wisse nicht, wer gerufen hat. Später sagte er, es sei ein anderer Bewohner gewesen. Der sei stark betrunken gewesen. Dieser Mann war eine Weile lang als Tatverdächtiger im Visier der Ermittler, weil Zeugen ausgesagt hatten, er habe Blutspritzer auf seiner Kleidung gehabt. Der Zeuge sagte am Montag hingegen, er habe keine Blut gesehen.
Ein Zeuge verstorben
Wie der 61-Jährige weiter erzählte, seien er und ein Bewohner nach den Rufen auf den Flur gegangen, da habe das Opfer auf dem Boden gelegen. „Der schläft, der wacht schon wieder auf“, habe der andere gesagt. Gemeinsam hätten sie den Mann dann in dessen Wohnung gezogen. „Er spricht nicht mehr, vielleicht ist er ja tot“, habe er sich gedacht und einen Mann aus der Wohnung gegenüber gebeten, den Notarzt zu rufen, sagte der 61-Jährige. Der Mitbewohner kann nicht mehr vor Gericht aussagen, weil er zwischenzeitlich verstorben ist.
Der Mann, der gegenüber wohnt, sagte vergangene Woche im Prozess aus. Der 58-jährige Zeuge berichtete von „Schleifgeräuschen“ im Flur. Zwei Männer hätten später an seine Tür gehämmert und ihn aufgefordert, einen Notarzt zu rufen. Er habe die Rettungsleitstelle angerufen, die habe ihn aufgefordert, nach dem Opfer zu sehen. Da es keinen Strom in der Wohnung gab, habe er eine Stirnlampe aufgesetzt und im Dunkeln dann den leblosen Körper gefunden. Er habe eine Herzdruckmassage gemacht.
Widersprüchliche Aussagen
Das bestritt am Montag der 61-Jährige Zeuge: „Nie im Leben hat der da am Herz herumgemacht.“ Auch zu den meisten anderen Angaben des Zeugen meinte er: „Das stimmt nicht.“ Vernommen wurde außerdem ein 42-jähriger ehemaliger Bewohner des Blocks, der erzählte, dass er durch den Türschlitz zwei Männer im Flur gesehen habe, die sich gestritten hätten. Einer der Männer sei derjenige mit dem blutigen Shirt gewesen. „So 1 oder 2 Uhr“ sei es gewesen. Doch das kann nicht stimmen, denn laut Gericht wurde die Rettungsleitstelle gegen 23.30 Uhr alarmiert.
Ein 74-Jähriger Anwohner sagte aus, dass der Mann mit dem Shirt mit ihm in einer Wohnung lebe und der Angeklagte am Tatabend bei dem Mitbewohner zu Besuch gewesen sei. Kurz vor 23 Uhr hätten die beiden die Wohnung verlassen. Am Mittwoch sollen weitere Zeugen aussagen.