Ludwigshafen Tauben dürfen nicht mehr gefüttert werden

Die Stadt will verstärkt gegen die vielen Tauben in Ludwigshafen vorgehen. Daher hat der Hauptausschuss gestern mit großer Mehrheit eine neue Gefahrenabwehrverordnung beschlossen. Demnach dürfen Tauben nicht mehr gefüttert werden.
Dass Tauben in Ludwigshafen ein Problem sind, darüber gab es im Ausschuss überhaupt keine Diskussion. Sie sind etwa in der Fußgängerzone fast überall zu sehen. Weil die Vögel viel Schmutz hinterlassen und ihr Kot auch Schäden verursacht, muss die Stadt eingreifen, damit die Lage nicht außer Kontrolle gerät. Auf diesen Nenner brachte Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger (CDU) die aktuelle Situation. Somit sei eine Neuauflage einer Gefahrenabwehrverordnung gerechtfertigt. Eine solche Vorlage sei bereits 1993 erarbeitet worden. Sie ist jedoch seit drei Jahren außer Kraft. „Inzwischen haben wir gesehen, dass wir wieder etwas machen müssen“, sagte Dillinger. Die Verordnung enthält zum einen ein Fütterungsverbot von Tauben. Außerdem können Eigentümer dazu verpflichtet werden, Tauben zu vergrämen (zu vertreiben), wenn etwa an ihrem Haus eine starke Verschmutzung durch Kot erkennbar sei. Rainer Metz (FWG) wollte noch einen Schritt weitergehen: „Das Ziel ist ja, die Zahl der Tauben zu reduzieren. Das geht aber nur, wenn wir die Eier durch Gipseier austauschen. Nur nicht füttern und vergrämen hilft nicht.“ Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) stimmte dem FWG-Sprecher grundsätzlich zu, erklärte ihm aber, dass das Austauschen von Eiern nicht Bestandteil einer Gefahrenabwehrverordnung sein dürfe. Die Verwaltung werde die Bürger aber umfassend über Möglichkeiten, Tauben-Eier auszutauschen und so deren Fortpflanzung zu verhindern, beraten. Der Bereich Umwelt stehe auch darüber hinaus für Informationen zur Verfügung. Damit war Metz zufrieden und zog seinen Antrag zurück. Als einziges Ausschussmitglied hatte Andreas Kühner (Liberal-Konservative Reformer, LKR) große Bedenken gegen die Gefahrenabwehrverordnung und stimmte dagegen. Er kritisierte den damit verbundenen Eingriff ins Eigentumsrecht. Noch Fragen? Wer Informationen vom Bereich Umwelt zum Umgang mit Tauben und zum Austausch der Eier haben möchte, bekommt diese unter Telefon 0621/504-3036.